WHO-Warnung Häufigster Krebserreger ist Altern, nicht Wurst

Die Weltgesundheitsorganisation hat verkündet, was wir schon wussten: Zu viel Wurst ist schlecht. Wie auch so viele andere Dinge in Massen nicht gesund sind. Na und?

Diese Dinge sollten wir besser nur in Maßen genießen
Vitamin C ist wichtig für einen gesunden Körper. Manche greifen aus Sorge um einen Mangel zu Nahrungsergänzungsmitteln. Doch hier kann zu viel des Guten schädlich sein. Die regelmäßige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit hoch dosiertem Vitamin C ist riskant: Sie kann zu Nierensteinen führen. Das gilt nach Angaben des Berufsverbands Deutscher Internisten in Wiesbaden vor allem für Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes sowie diejenigen, die sich nicht bewegen oder zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen. Quelle: dpa
Selbst zu viel Wasser zu trinken, kann dem Körper schaden. Dabei heißt es ja immer, man solle - gerade bei Hitze - sehr viel trinken. Wer aber mehr als fünf Liter Flüssigkeit in kurzer Zeit zu sich nimmt, kann daran sogar sterben. Dringt zu viel Wasser in die Zellen ein, verringert sich die Salzkonzentration, die Nieren quittieren ihren Dienst. Außerdem kann es zu Herzrhythmusstörungen und zu Atemnot kommen, weil auch die Lungenbläschen volllaufen. Quelle: dpa
Kaffee gilt zwar nicht per se als ungesund, stand aber durchaus schon im Verdacht, dem Körper Flüssigkeit zu entziehen oder an Herz-Kreislauf-Erkrankungen schuld zu sein. Diese Gesundheitsmythen sind mittlerweile von zahlreichen Studien widerlegt - Kaffee in Maßen ist für den menschlichen Körper überhaupt kein Problem. Allerdings ist Koffein, also das, was uns morgens wach macht, an sich ein Gift, das die Kaffeepflanze vor Insektenfraß schützt. Es verhindert, dass die Nervenzellen ihre Aktivität drosseln und verstärkt die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin. Wer ein Gramm Koffein - das sind 30 Tassen Espresso - zu sich nimmt, kann deshalb nicht nur nicht schlafen, er muss auch mit Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, sowie Sehstörungen rechnen. Tödlich ist Kaffee beziehungsweise Koffein allerdings erst ab einer Dosis von zehn Gramm. Das entspräche 300 Tassen Espresso. Quelle: dpa
Wer statt Kaffee zu trinken lieber schläft, wenn er müde ist, sollte wissen, dass auch zu viel Schlaf nicht gut für den Körper ist. Wer regelmäßig zehn, zwölf oder mehr Stunden schläft, hat ein höheres Krankheitsrisiko. Warum das so ist, hat die Forschung aber noch nicht herausgefunden. Quelle: Fotolia
Weniger überraschend dagegen ist, dass zu viel Schokolade nicht nur dick machen, sondern auch schlecht für die Zähne sein kann. In Maßen genossen ist Schokolade allerdings völlig in Ordnung: Je mehr Kakao in der Nascherei enthalten ist, desto mehr hebt sie unsere Laune. Quelle: dpa
Das wird der Chef gar nicht gern hören: Wir definieren uns zwar häufig über unsere Arbeit und brauchen das Gefühl, etwas Nützliches zu tun. Doch zu viel Arbeit macht krank. Dafür muss es gar kein Burnout sein. Wer mehr als acht Stunden am Tag arbeitet, hat ein um 40 bis 80 Prozent höheres Risiko für koronare Herzkrankheiten.
Doch auch vom Gegenteil - dem süßen Nichtstun - sollten wir uns nicht zu viel gönnen. Wer immer nur auf dem Sofa gammelt und fernsieht, büßt tatsächlich an Gedächtnisleistung ein. Unsere grauen Zellen wollen gefordert sein. Quelle: dpa

Es ist seit Langem bekannt, dass exzessiver Fleischkonsum der Gesundheit schadet. Genauso wie exzessiver Genuss von Blumenkohl. Jetzt hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Gefahr präzisiert: Wer pro Tag 50 Gramm Wurst isst, steigert sein Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um rund 20 Prozent. Absolut gesehen ist das nur eine Trivialität. Denn bisher erkrankten von 100 Menschen sechs Personen an diesem Krebs. Essen alle 100 täglich ein Schinkenbrötchen, steigt die Zahl auf sieben Betroffene.

Jetzt vor Wurst zu warnen ist Panikmache. Die Veröffentlichung der WHO reiht sich aber nahtlos ein in vergangene Kampagnen gegen Glyphosat und Pflanzenschutzmittel aller Art, in denen ebenfalls Minigefahren aus einem riesigen Universum von Gesundheitsrisiken willkürlich herausgegriffen worden sind. Es ist traurig, aber wie es aussieht, verkommt die Weltgesundheitsorganisation immer mehr zu einem billigen Propagandakanal radikalgrüner Weltverbesserungsfantasien.

Zur Person

Denn die Analyse der WHO ist nur so viel wert wie die Ausgangsstudien, auf denen sie beruht. Und hier sind durchaus Zweifel angebracht. Die Wissenschaftszeitschrift „Science“ hat einmal Alarmmeldungen wie diese auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht: Cholesterinreiche Diät erhöht das Darmkrebsrisiko bei Männern um 65 Prozent. Der Verzehr von Joghurt mindestens einmal im Monat verdoppelt das Risiko für Eierstockkrebs bei Frauen. Und wer mehr als drei Liter Flüssigkeit gleich welcher Art pro Tag trinkt, verdoppelt sein Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken. Die zugehörigen Ausgangsstudien sind alle in Fachzeitschriften erschienen.

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Aber eine ist laut „Science“ so falsch wie die andere; kein einziges dieser Ergebnisse ließ sich replizieren. Meist hatten die Autoren wichtige weitere Variablen einfach vergessen. Dass diese Möglichkeit auch bei den Studien zur Krebsgefahr durch Wurst besteht, räumt die WHO in der bisher veröffentlichten zweiseitigen Zusammenfassung ihres Berichtes ein.

Der wichtigste der oft übersehenen Krebserreger ist das Alter. Ab 65 steigt das Krebsrisiko in Deutschland alle fünf Jahre um mehr als 40 Prozent. So sterben etwa hierzulande von 1000 Frauen im Alter zwischen 65 und 70 rund 47 an Krebs, im Alter zwischen 70 und 75 dagegen schon 65. Wann endlich fordern die Grünen nicht nur einen Veggieday, sondern verbieten gleich das Älterwerden? Die Rentenversicherer würde es auch freuen.

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