Wo lag der Fehler? US-Pflegerin infiziert sich trotz Schutzanzug mit Ebola

Zum ersten Mal hat sich in den USA ein Mensch mit Ebola angesteckt. Es handelt sich um eine Pflegerin, die einen Ebola-Patienten betreut hatte. Noch ist rätselhaft, wie sie sich trotz Schutzmaßnahmen infizieren konnte.

In Dallas sind Spezialisten mit der Desinfizierung der Wohnung der an Ebola erkrankten Pflegerin beschäftigt. Quelle: AP

Im US-Bundesstaat Texas hat sich eine Klinikmitarbeiterin bei der Behandlung eines Ebola-Patienten mit dem Virus infiziert. Ein zweiter Test habe den Verdacht auf die Infektion der Frau bestätigt, teilte die Seuchenschutzbehörde CDC am Montag mit. Es ist das erste Mal, dass sich ein Mensch in den USA infiziert hat.

Die Seuche wurde von dem Liberianer Thomas Eric Duncan nach Texas eingeschleppt. Die nun erkrankte Frau betreute den Mann, der am Mittwoch verstorben war. Damit nimmt die Sorge zu, dass sich Ebola auch außerhalb der bislang betroffenen Länder ausbreiten könnte. Personen aus dem Umfeld der Infizierten stehen nun unter Beobachtung.

US-Präsident Barack Obama wies die zuständige Behörde an, den Vorfall so schnell wie möglich zu untersuchen, wie das Weiße Haus mitteilte. Gleichzeitig versuchte er, die Besorgnis in seinem Land zu beschwichtigen. Die Gefahr eines Ausbruchs der gefährlichen Infektionskrankheit in den Vereinigten Staaten sei „extrem gering“, sagte Obama.

Die wichtigsten Infos zur Ebola-Ansteckung in Texas

Eine Einschleppung des gefährlichen Ebola-Virus auch nach Deutschland hält der Vize-Präsident des Berliner Robert Koch-Instituts, Lars Schaade, für möglich. „Es gibt ein Risiko, das Risiko ist gering, aber wir müssen natürlich damit rechnen“, sagte Schaade am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Die Behörden seien aber gut vorbereitet. „Wir haben entsprechende Übungen gemacht und haben bei den vergangenen Verdachtsfällen gesehen, dass diese Kette sehr gut funktioniert.“

Beunruhigend an dem Fall ist, dass die Krankenschwester eine vollständige Schutzausrüstung getragen haben soll, als sie Duncan bei seinem Aufenthalt im Texas Health Presbyterian Hospital in Dallas betreute. Dies bestätigte Daniel Varga vom Krankenhaussystem Texas Health Resources. Dazu gehören unter anderem eine Maske und Handschuhe.

Das ist das Ebola-Virus

Notaufnahme nimmt keine Patienten mehr auf

Den Angaben zufolge hatte die Krankenschwester am Freitagabend im Rahmen einer vorgeschriebenen Selbstkontrolle über Fieber berichtet. Die Frau befand sich am Sonntag in stabilem Zustand. Varga sagte, es werde noch eine weitere Person isoliert. Die Notaufnahme der Klinik Texas Health Presbyterian nimmt inzwischen keine neue Patienten mehr auf.

Die örtlichen Gesundheitsbehörden haben auch knapp 50 Personen unter Beobachtung gestellt, die möglicherweise Kontakt zum verstorbenen Thomas Eric Duncan hatten. Nach seinem Tod wollen die Behörden nun untersuchen, ob sein Leben hätte gerettet werden können. Duncan war trotz Symptomen der tödlichen Seuche zunächst von der Klinik wieder nach Hause geschickt worden.

Von den bisherigen sechs Ebola-Patienten in den USA war Duncan der einzige, der nicht in einer der Spezialkliniken für ernsthafte Virusinfektionen behandelt wurde. Thomas Frieden, Leiter der CDC, sagte beim Fernsehsender CBS, die jüngste Ebola-Diagnose zeige, dass es einen eindeutigen Bruch des Sicherheitsprotokolls in der Klinik gegeben habe.

CDC sucht nach Fehlerquelle

Die Fachkräfte, die sich um Duncan gekümmert hatten, waren angewiesen worden, ein CDC-Protokoll zu befolgen, das unter anderem das Tragen von Schutzausrüstung vorsieht. Die CDC will jetzt untersuchen, wie die Arbeiter diese Ausrüstung auszogen - ein falsches Vorgehen dabei kann eine Kontamination zur Folge haben. Ein kritischer Punkt sei das Abnehmen des Gesichtsschutzes. So soll sich etwa die infizierte Pflegehelferin in Spanien beim Ausziehen des Schutzanzugs mit einem Handschuh versehentlich ins Gesicht gefasst haben.

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