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Foursquare, Qype & Co. Das Milliardengeschäft mit dem lokalen Internet

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Welche Altersgruppen unterwegs ortsbezogene Internet-Dienste nutzen möchten Quelle: TNS Emnid, 12/2010

Zwar veröffentlicht keiner der Anbieter Nutzerzahlen für Deutschland. Doch knapp 60 Prozent der Deutschen kennen die Angebote bereits. Das ergab eine im Januar veröffentlichte Studie von Microsoft. Rund jeder fünfte Bundesbürger unter 50 Jahren, so eine Umfrage von TNS Emnid, ist interessiert, sie auch zu nutzen. Bei 20- bis 30-Jährigen liegt die Quote gar bei gut 35 Prozent (siehe Grafik).

Was sie treibt, ist wohl eine Mischung aus Spieltrieb, der Lust, Freunde oder Gleichgesinnte in der Nähe zu finden, und der Bereitschaft, Privatsphäre einzutauschen, etwa gegen Rabatte beim Einkauf. Denn für den Check-in gibt es Punkte, digitale Medaillen oder Sonderangebote.

Die Technik sei nur Instrument, sagt Crowley. "Es geht darum, rauszugehen, etwas zu unternehmen." Foursquare helfe mit Tipps, Fotos und Check-ins von Freunden. Die scheinbar wertlosen Ehrenbezeugungen veränderten das Nutzerverhalten, behauptet Crowley. Menschen spielten gern: "Wenn wir Check-ins nutzen, um Empfehlungen zu geben, und die Spielmechanik, um Menschen an einen Ort zu bewegen, ist das ein Volltreffer."

So eine Mechanik ist der Mayor-Status. Wer sich bei Foursquare am häufigsten an einem Ort anmeldet, wird dessen Mayor, der Bürgermeister. Symbol ist eine Comickrone im Nutzerprofil. Die Krone ziert auch Crowleys T-Shirt in Austin. Er ist so was wie der Mayor der SXSW, ein Großteil der Teilnehmer nutzt seinen Dienst.

Wiedergeburt einer alten Idee

Nur wie lange noch? Im Technik-Treibhaus Silicon Valley sprießen neue Dienste mit Bezug zum lokalen Geschehen, die den Erfolg von Foursquare kopieren wollen. Sequoia Capital – einst früh bei Apple, Google und Paypal an Bord – etwa steckte Ende März 41 Millionen Dollar in das Unternehmen Color Labs – noch bevor dessen LBS-Software zum Austausch von Digitalfotos auf dem Markt war.

Das spiegelt die immensen Erwartungen der Branche an die Angebote wider. Und Milliardenumsätze bei der Vermarktung mobiler, ortsgebundener Werbung. Sie ist das neue Klondyke des Internets. Checken sich Verbraucher zum Beispiel in der Nähe eines Supermarktes ein, kann der ihnen Sonderangebote aufs Telefon schicken und so Impulskäufer ködern.

 Die Idee wabert seit mehr als zehn Jahren durchs digitale Marketing. Doch erst der Boom von Smartphones und mobilen Internet-Zugängen lässt sie Realität werden.

Dank ortsbasierter Dienste mutiert das Telefon zur digitalen Rabattkarte, bei deren Gebrauch regelmäßige Besucher Sonderangebote erhalten. Handys, die Werbung verbreiten? Das scheint Konsumenten weniger zu stören, als mancher denkt: Nach Umfragen der Marktforscher Jiwire unter US-Konsumenten würden 53 Prozent diese Art von Werbung akzeptieren.

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