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Foursquare, Qype & Co. Das Milliardengeschäft mit dem lokalen Internet

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Auch in Deutschland: So lockt etwa das Berliner Web-Szene-Café St. Oberholz erfolgreich mit dem Angebot, dass der Foursquare-Mayor Kaffee bis zum Abwinken bekommt. Vorbild der mobilen Werber ist der Online-Dienst Groupon, der seinen Nutzern ein bis zwei E-Mails am Tag mit lokalen Sonderangeboten sendet. So gab es jüngst für 9,90 Euro einen 20-Euro-Gutschein für das Frankfurter Weinlokal Zum Lahmen Esel. Und für 19,90 statt 79 Euro konnten Potsdamer fünfmal im Fitnessstudio Ladys 1st trainieren.

Nur drei Jahre nach dem Start setzt Groupon schon geschätzt über eine Milliarde Dollar um. Bald soll ein LBS-Angebot starten. Dazu hat Groupon jüngst das Startup Pelago übernommen, zu dem der Foursquareartige Dienst Whrrl gehört.

Check-ins für alle: Die Marktlücke will das Unternehmen Wirelesswerx aus dem kalifornischen Anaheim mit einem Dienst schließen, über den jedes Unternehmen eigene Handyprogramme um Foursquareartige Funktionen erweitern kann.

An Selbstbewusstsein mangelt es den Neulingen im LBS-Markt nicht. "Wir lieben Foursquare – aber wir können es besser", brüsten sich auch Ralph Shao und Dave Bisceglia, die Gründer von Tap City.: "Wir wollen mobile Spiele auf eine neue Ebene bringen", sagt Shao. "Unsere Nutzer sollen um echte Plätze kämpfen."

Entscheidungshelfer

Das klingt martialisch – und ist doch ein zuckersüßes Monopoly-Spiel: Wer sich an einem Ort eincheckt, kann ihn mit Spielgeld kaufen und ein virtuelles Haus darauf bauen. Wer später kommt, zahlt Miete. Tun sich Freunde zusammen, können sie das Haus übernehmen. "Wir wollen beide Geschlechter ansprechen", erklärt Bisceglia weiblich-sanfte Comicoptik, gepaart mit der eher maskulinen Rangelei.

Oder Ditto: Hier geht es nicht darum, wer gerade wo ist – sondern was er dort tun will. Ditto-Gründer Jyri Engström möchte Nutzern bei der Entscheidungsfindung helfen: Wer in einer fremden Gegend ein Café sucht, gibt das bei Ditto ein – und Freunde, egal, wo sie sich befinden, oder Fremde in der Nähe geben ihm Tipps.

Wer schnell etwas braucht, kann dies beim LBS-Neuling Zaarly ausschreiben und den Preis nennen, den er dafür zahlt. Andere Nutzer können den Wunsch dann erfüllen. Nur 48 Stunden nachdem Zaarly-Gründer Bo Fishback die Idee erstmals präsentiert hatte, konnte er Investoren über eine Million Dollar präsentieren – darunter Schauspieler und Medienunternehmer Ashton Kutcher.

Weit in die analoge Welt reicht auch Viaplace. Im Laufe dieses Jahres will das Startup aus Baltimore TAG – das mobile Killerspiel auf den Markt bringen. In der realen Welt ist diese US-Variante von Räuber und Gendarm längst ein Renner: Die Spieler tun sich zu Gruppen zusammen, jeder erhält ein Foto eines anderen Teammitglieds – sein Ziel. Das muss beobachtet und per Wasserpistole zur Strecke gebracht werden. "Studenten lieben das", sagt Alex Hachey, der Designer von TAG. Via Handy können nun auch Fremde miteinander spielen. Jeder erhält ein Suchprofil und muss seinen Standort regelmäßig via Foursquare einchecken. Wer sein Ziel entdeckt, fotografiert es.

Das passt. Denn Bilderdienste mit Ortsbezug sprießen gerade, wie mit Extrem-Dünger begossen. Vorbild ist Instagram. Drei Millionen Anwender publizieren dort ihre Handyfotos im nostalgisch-quadratischen Format und mit Sepia-Effekten.

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