Amazon Kindle Matchbook bietet Gratis-E-Books beim Bücherkauf

Der Online-Händler Amazon startet im Oktober in den USA seinen Dienst Kindle Matchbook. Darüber sollen die Kunden für ihre gekauften Bücher eine kostenlose oder zumindest günstigere E-Book-Kopie dazu bekommen - rückwirkend bis 1995.

Das Imperium von Amazon
Viel Geld in der KasseIn den ersten sechs Monaten 2013 setzte Amazon 31 Milliarden US-Dollar um - gut fünf Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon blieben 75 Millionen Dollar Gewinn hängen (2012: 137 Millionen). 2012 setzte Amazon gut 61 Milliarden US-Dollar um (Vorjahr: 48 Milliarden), machte aber einen Nettoverlust von rund 30 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 631 Millionen Gewinn). Ein Überblick über Teile des Amazon-Imperiums... Quelle: dpa
Investitionen ins eigene UnternehmenMal als Nebengeschäft begonnen, ist der Buchhändler mittlerweile auch ein Riese im Cloud-Computing. Dabei vermietet Amazon Speicherkapazitäten seiner Großrechenanlagen, etwa eine halbe Milliarde Dollar pro Jahr bringt das nach einer Berechnung der Schweizer Investmentbank UBS. Und das Geschäft wächst rasant: Bis 2014 sollen sich die Einnahmen verfünffachen. Auch der hauseigene E-Reader Kindle liegt dem Unternehmen am Herzen. Mittlerweile wurden hier die Preise drastisch reduziert. Im Spätsommer 2011 begann Amazon mit der neuesten Version seines E-Readers einen Angriff auf den Branchenprimus Apple und präsentierte mit seinem Kindle Fire einen würdigen iPad-Herausforderer. Aber auch größere und kleinere Onlinehandelsplattformen verleibt sich Amazon gerne ein, so gerade aktuell den Filmaboservice Lovefilm… Quelle: AP
LovefilmDVDs kommen per Post ins Haus, mit dem „Lovefilm“-Player kann der Nutzer aber die aktuellen Hollywood-Streifen auch direkt auf seinem Rechner anschauen. Amazon hält schon länger eine Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen und wickelt seinen eigenen Film-Abo-Service direkt über Lovefilm ab. Simon Calver, Chief Executive von LOVEFiLM International, lobt die Übernahmepläne bei der Bekanntgabe am 20. Januar 2011. "Mit Amazons voller Unterstützung können wir entscheidende Verbesserungen für unsere Mitglieder in Europa umsetzen", hofft er. Fremd ist Amazon das Geschäft mit Filmen nicht… Quelle: Screenshot
IMDb… Amazon hatte 2008 sein Filmverleihgeschäft in Deutschland und Großbritannien mit Lovefilm zusammengelegt und war mit 42 Prozent größter Einzelaktionär geworden. Bereits 1998 verleibte sich Amazon die "Internet Movie Database" (IMDb) ein, die selbst zu diesem Zeitpunkt in ihren Ursprüngen bereits acht Jahre alt war, für das Internet also so etwas wie die Rolle des Urgroßvaters vom Web 2.0 spielt. IMB ist eine der größten Datenbanken über Filme, Fernsehserien, Videoproduktionen und Videospiele sowie über Personen, die daran mitgewirkt haben. Gerade im Kalenderjahr 2010 investierte Amazon wieder kräftig in Webunternehmen… Quelle: Screenshot
WootEinen gewissen Verkaufsdruck erzeugen will die E-Commerce-Plattform Woot. Nutzer bekommen nicht angezeigt, wie viele Bestände des nur einen Tag gültigen Angebots vorhanden sind. Der Preis ist niedrig, die Produkte stehen im Wettbewerb zu den Angeboten von Amazon.Woot verkauft auf dem amerikanischen Markt – und Mitte 2010 langte Amazon für einen unbekannten Preis zu. Quelle: Screenshot
BuyVIPNur ein paar Monate später, im Oktober 2010, griff sich Amazon ein weiteres Webunternehmen. BuyVIP ist eine geschlossene Shopping-Community. Die Mitglieder haben die Möglichkeit, auf persönliche Einladung an limitierten Verkaufskampagnen teilzunehmen. In diesen Kampagnen werden ausgewählte Produkte beliebter und bekannter Marken aus dem Lifestyle- und Fashion-Bereich angeboten. Entsprechend leer kommt die Startseite daher; ein bisschen Animation von neuer Mode und ein Anmeldeformular. 70 Millionen Euro blätterte Amazon dafür auf den Tisch – nachdem der Marktführer Vente-Privée mehrfach abgewunken hatte. Quelle: Screenshot
Diapers und SoapAmazon ist ein riesiger Onlinehändler, doch in bestimmten Nischen hat die Konkurrenz die Nase vorn. So wurde Diapers zum größten Versandhändler von Babywindeln. Ein lukratives Geschäft - Amzon blätterte im November 2010 mehr als eine halbe Milliarde Dollar auf den Tisch um Quidsi zu übernehmen. Das amerikanische Unternehmen Quidsi betreibt diapers.com, sowie den Drogeriespezialisten soap.com. 545 Millionen Dollar sind zwar nicht von Pappe, aber einmal bezahlte Amazon sogar noch deutlich mehr für eine Onlinehandelsplattform… Quelle: Screenshot

Schon seit einiger Zeit können Amazon-Kunden kostenlose digitale Kopien ihrer gekauften CDs erhalten - das will der Online-Händler nun auch auf Bücher ausweiten. Über Kindle Matchbook, das im Oktober in den USA anläuft, gibt es für jedes gekaufte Buch eine kostenlose oder rabattierte E-Book-Version dazu.

Die nachgekauften E-Books sollen zwischen 0,99 und 2,99 Dollar kosten, wenn sie nicht sogar gratis sind. Zum Vergleich: aktuell kostet ein Titel für Amazons E-Reader Kindle im Schnitt 11 Dollar. So entscheiden sich Käufer meist entweder für das E-Book, oder für die gedruckte Version - beides zum vollen Preis zu erwerben, kommt für die wenigsten in Frage. Das neue Matchbook-Programm soll den kombinierten Print- und Digitalkauf von Büchern anheizen.

Preiswerte E-Reader auf dem Vormarsch
TolinoNina Hugendubel (Geschäftsführende Gesellschafterin Buchhandlung H. Hugendubel GmbH & Co. KG) posiert mit dem eReader tolino. Die führenden deutschen Buchhändler Thalia, Weltbild, Hugendubel sowie Club Bertelsmann bündeln künftig ihre Kompetenzen im Hinblick auf das digitale Lesen. Die Partner setzen dabei auf die neue Marke tolino. Das neue Gerät verfügt über einen sechs Zoll großen Bildschirm und wiegt 183 Gramm. Der Akku läuft angeblich bis zu sieben Wochen. Die integrierte Beleuchtung ist stufenlos regelbar. Der eReader ist mit einem Zwei- und einem Vier-Gigabyte-Speicher erhältlich. Der Cloud-Speicher verfügt über 25 GB, wobei Einzeldateien in einer Größe von 500 MB geladen werden können. Das gerät läuft mit dem Google-Betriebssystem Android. Quelle: dpa
Drei Frauen lesen auf dem E-Reader 'txtr Quelle: Presse
Amazon gehört bei den elektronischen Lesegeräten zu den Vorreitern. Der US-Konzern bietet in Deutschland mittlerweile eine ganze Palette an. Die billigste Version ist ein Kindle für 80 Euro. Das Gerät ist sechs Zoll groß und greift per WLAN auf die Amazon-Website zu. Doch der US-Riese hat noch mehr im Angebot. Quelle: dpa
Kindle Fire Quelle: REUTERS
Die Buchhandelskette Thalia bietet das Cybook Odyssey vom französischen Hersteller Bookeen für 120 Euro an. Das Gerät hat einen Touchscreen und einen WLAN-Anschluss, über den Nutzer direkt zum vorinstallierten Online-Shop des Unternehmens gelangen. Weitere Geräte sollen zum Weihnachtsgeschäft herauskommen. Quelle: Presse
eBook Reader 4 Quelle: Presse
Auch Sony vertreibt in Deutschland Lesegeräte - etwa dieses Modell mit WLAN. Quelle: Presse

Das Angebot soll nicht nur für aktuelle Bücherbestellungen, sondern auch rückwirkend gelten - nämlich für alle Buchkäufe, die seit 1995, also seit Eröffnung von Amazon, getätigt wurden. Der Katalog für dieses Angebot soll zunächst 10.000 Werke umfassen. Amazon ließ noch offen, wie viele Verlage es bisher für das Programm an Bord hat. Die "New York Times" berichtet, das erst eine Handvoll großer Verlage dabei sind. Russ Grandinetti, der Verantwortliche für die Kindle-Inhalte bei Amazon, wollte nur HarperCollins namentlich nennen.

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Grandinetti schwächte aber ab, dass Amazon den meisten Verlegern noch gar nichts von Matchbook erzählt hätte, und dass man hoffe beim Start im Oktober würden mehr Verlage sich zu einer Teilnahme an dem Programm entscheiden. Er erwarte kaum Widerstand, da Matchbook eine "wachsende Einkommensquelle für Verleger und Autoren" darstelle.

Wie das IT-Portal "Heise" berichtet, gibt es derzeit aber keine Pläne, Kindle Matchbook auch auf dem deutschen Markt anzubieten. Die hierzulande gültige Buchpreisbindung würde der Rabattierung Steine in den Weg legen.

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