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Apple-Event Tim Cooks große Parade

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Tim Cook bricht kühn mit Regeln von Steve Jobs

Beim iPad Pro besteht hingegen keine Gefahr, dass sich das neue Gerät zu wenig abhebt. Schon allein wegen seines 12,9 Zoll großen Displays, das mit ausgewachsenen Notebooks konkurriert. Nicht nur bei der Größe des Bildschirms, sondern auch der Rechenleistung, geliefert von Apples eigenem A9X Prozessor.

Die laut Apple-Marketingchef Phil Schiller derzeit 80 Prozent aller derzeitigen Notebooks überlegen ist. Eine Quelle lieferte er nicht. Zwar ist das mit Sicherheit übertrieben. Aber dürfte für Unruhe bei Intel sorgen, das Apples Macbooks mit Prozessoren ausstattet. Ein prestigeträchtiger Auftrag für den Halbleitergiganten aus dem Silicon Valley. Bislang galten Apples eigene Prozessoren als nicht leistungsfähig genug für den Einsatz in Notebooks. Das scheint sich nun geändert zu haben.

Das sind die Neuheiten von Apple
iPhone 6s Quelle: REUTERS
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Die neue Funktion "Live" Quelle: dpa
iPhone 6s Quelle: dpa
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iPad Quelle: AP

Ebenso wie die Strategie von Apple. Beim iPad Pro bricht Cook kühn gleich mit mehreren Regeln, die noch auf Konzerngründer Steve Jobs zurückgehen. Der sah Tablets als Ergänzung, nicht als Ersatz für Notebooks. Schon allein um die Verkäufe von Macbooks nicht zu gefährden. Beide Produktkategorien waren deshalb bewusst einschränkt. Bis heute gibt es deshalb im Gegensatz zu Windows-Notebooks keine Macbooks mit berührungsempfindlichen und drehbaren Displays. Beim iPad Pro fallen nun diese selbst gesetzten Grenzen, die sich ohnehin nicht länger halten ließen.

Nicht nur, dass es für das Tablet nun eine eigens entwickelte Tastatur gibt, die gleichzeitig als Schutzhülle fungiert. Apple bietet als Zubehör sogar einen extra für das iPad Pro entwickelten Stift an. Ein besonderer Frevel, hatte Jobs doch den Stiften den Kampf angesagt. „Der Finger ist das natürlichste Instrument. Außerdem hat man ihn immer bei sich“, spottete der Apple-Gründer.

Aber wahrscheinlich hätte Jobs inzwischen seine Meinung geändert. Denn der Finger ist nicht immer präzise, vor allem für die Arbeit an Fotos und Grafiken oder die Eingabe von Daten. Vor allem aber gibt es nun Displays, die unterschiedlichste Druckstärken erkennen können, im Apple-Jargon 3D Touch.

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Das macht einen gewaltigen Unterschied. Die Apple-Tastatur konnte mich beim Test nicht überzeugen, zu lasch und ungenau der Anschlag. Logitech bietet schon seit Jahren externe Tastaturen für iPads an, die sich besser anfühlen. 170 Dollar will Apple für das sogenannte Smart Keyboard haben.

Umso mehr überzeugte mich der Stift, für den Apple ebenfalls einen stolzen Aufpreis von 100 Dollar verlangt. Er fühlt sich wie ein normaler Bleistift an, liegt gut ausbalanciert in der Hand und erlaubt flüssiges Schreiben und Zeichnen. Er ist mit Bluetooth mit dem iPad Pro verbunden. Im Gegensatz zu externen Lösungen wie dem JotScript, den ich seit längerem benutze, klinkte er sich nicht zwischendurch aus.

Das iPad Pro ist eine späte Genugtuung für den ehemaligen Microsoft-Chef Steve Ballmer. Denn das von ihm vorangetriebene Tablet Surface Pro hob erstmals die Grenzen zwischen Laptop und Tablet auf, ist ebenfalls mit Stift und Tastatur ausgestattet.

Das iPad Pro wiegt mit 713 Gramm zwar weniger als das Macbook mit seinen 920 Gramm. Aber es fühlt sich merkwürdigerweise schwerer an - wahrscheinlich weil man es instinktiv mit anderen iPads vergleicht.

In Arbeit
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Das neue Spitzenmodell soll die Absätze von iPads wieder beflügeln, vor allem in Unternehmen. 280 Millionen seiner Tablets hat Apple seit Markteinführung vor fünf Jahren verkauft. Doch der Verkaufsrekord von 26 Millionen Stück im Weihnachtsquartal 2013 wurde bislang nie wieder erreicht.

Die Absätze sinken. Aber auch hier ist fraglich, ob Apple die Trendwende herbeiführen kann. 799 Dollar verlangt Apple in den USA für das günstigste iPad Pro mit 32 Gigabyte. Dafür gibt es schon gute Notebooks. Aber IBM, mit dem Apple ein Bündnis zum Fördern von iPads in Unternehmen geschlossen hat, braucht ja nur selber ein paar zehntausend Stück abnehmen. Dann stimmt die Bilanz fürs erste wieder.

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