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Apple und HTC Verdeckter Schlag gegen Google

Der am Wochenende geschlossene Lizenz-Frieden zwischen Apple und HTC sieht nur vordergründig aus wie eine Entspannung im Patentkrieg der Smartphone-Riesen. Tatsächlich schwächt er vor allem Google.

Das sind die Apple-Zwillinge
Samsung Galaxy IIDer Smartphone-Verkaufsschlager aus dem Hause Samsung ist millionenfach verkauft worden und der stärkste Konkurrent von Apples iPhone. Das Handy ging mit einem größeren Display, aber ebenfalls mit den für Apple typischen abgerundeten Ecken auf den Markt. Quelle: dpa
Samsung ChromeboxAls das Ende der großen Computertower eingeläutet wurde, kamen immer mehr kleine Boxen auf den Markt, in denen ein kompletter Rechner komprimiert enthalten war. Die abgerundeten Ecken der Samsungs Chromebox erinnern stark an ein ähnliches Produkt aus dem Hause Apple. Quelle: Presse
Mac MiniApples Mac Mini wurde 2005 on Steve Jobs vorgestellt und ähnelt dem Samsung-Produkt extrem. Quelle: AP
iPhone 4Die Ähnlichkeit zu Apples iPhone 4, das vorher auf dem Markt war, ist sehr auffällig. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy Ace PlusAuch das Galaxy Ace Plus erinnert stark an die Produkte aus dem Hause Apple. Sogar der Klingelknopf auf dem Display ähnelt das Smartphone aus Amerika. Entsprechend gehört dieses Telefon auch zu den Exemplaren, bei denen das Gericht im Pantentstreit zwischen Apple und Samsung eine Verletzung sah. Quelle: Presse
iPhone G3Bei der zweiten iPhone-Generation wurde das Aussehen des Gerätes verändert. Die Ecken sind stärker abgerundet, wie eben auch bei der Samsung -Konkurrenz. Die Aluminium-Rückseite wurde durch eine schwarze Abdeckung ersetzt und das Gerät insgesamt dünner. Quelle: AP
Samsung ChromebookDas edle Design des Samsung Chromebooks mit runden Ecken und dem zentralen Trackpad wirkt wie eine Apple-Kopie. Quelle: Presse

Na also, es geht doch, mag man angesichts der am Wochenende veröffentlichten Meldung denken, dass Apple und der taiwanische Smartphone-Produzent HTC sich auf eine Lizenzvereinbarung geeinigt haben. Statt sich weiter vor Gericht zu zerren, räumen sich beide nach jahrelangem Patentstreit nun über zehn Jahre gegenseitig Nutzungsrechte für eigene Patente ein.

Das ist, auf den ersten Blick, ein deutliches Entspannungssignal in einem mit aller Härte geführten Kampf der Systeme. "Ich werde Android vernichten, weil es ein gestohlenes Produkt ist", zitierte Biograph Walter Isaacson den 2011 verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs. Die Flut von Patentklagenmit der sich Apple und die übrigen Smartphone-Produzenten seither überzogen haben macht das deutlich.

HTC und Apple können keine Streitigkeiten gebrauchen

Ist also der Friedensschluss vom Wochenende Beleg für eine strategische Kehrtwende? Setzt Jobs‘ Nachfolger Apple-CEO Tim Cook nun auf Kooperation statt Konfrontation? Ist die Lizenzvereinbarung gar Apples Eingeständnis, dass Googles Android mit juristischen Mitteln nicht mehr zu stoppen ist.

Nichts dergleichen!  Denn dass sich beide Kontrahenten weitere Scharmützel vor Gericht ersparen, mag im gegenseitigen Interesse liegen. Dennoch war die Verhandlungsmacht höchst unterschiedlich verteilt. Denn HTC hatte – jedenfalls im Vergleich zu Apples Patentportfolio – tendenziell schlechtere Karten. Zudem steht der taiwanische Konzern angesichts schrumpfender Marktanteile zusätzlich unter Druck und tut gut daran, sich auf die Entwicklung attraktiver Produkte zu konzentrieren, statt auf den Kampf vor Gericht.

Lizenzzahlungen an Apple pro Android-Gerät

Insofern verbirgt sich der Sprengstoff, der in der Einigung steckt, hinter dem knappen Satz aus der Pressemitteilung, dass die Konditionen der Vereinbarung vertraulich sind. Denn das verbirgt, dass der Deal wohl nicht bloß eine reine Lizenzen-Gegen-Lizenzen-Vereinbarung war, sondern HTC mit größter Wahrscheinlichkeit auch irgendeiner Form von Lizenzzahlungen an Apple zugestimmt hat, die pro verkauftem Android-Gerät fällig werden.

Genau so eine Vereinbarung hatte schon Microsoft 2010 mit HTC geschlossen – und übrigens 2011 auch mit Samsung. Die Strategie dahinter brachte Microsoft-Chef Steve Ballmer auf den Punkt: "Es ist eben nicht so, dass Android kostenlos ist."

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