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Computeruhr Apple Watch wird mit Spannung erwartet

Am Montag wird Apples erste Computeruhr präsentiert. Nun müssen die Nachfolger von Steve Jobs beweisen, dass sie mit der Apple Watch in der Lage sind, Branchen umzukrempeln.

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Zärtlichkeit per Bluetooth
FitbugDas Armband "Fitbug" misst sowohl die Aktivität als auch den Schlaf des Trägers. Die Aktivität wird in normales Gehen und Sport unterschieden. Per Knopfdruck lassen sich die Daten an eine dazugehörige App auf dem Smartphone schicken, wo die gesammelten Daten ausgewertet und visualisiert werden. Der Fitbug des gleichnamigen Startups geht mit einem Kampfpreis von 45 US-Dollar in den Markt. Quelle: dpa
Guard2MeDas Startup Guard2Me hat eine Datenuhr für demenzkranke Menschen im Gepäck. Die Uhr lässt sich per GPS und über Mobilfunknetze finden und auf einer Karte anzeigen. Die Bewegungssensorik misst außerdem, ob eine Person gestürzt ist oder längere Zeit auf dem Boden liegt. Außerdem ist die Uhr mit einer SOS-Taste ausgestattet, über die der Träger Hilfe rufen kann. Zudem sind in der Uhr Name, Adresse, Blutgruppe und wichtige Informationen zu Medikamenten gespeichert. Quelle: dpa
Sony CoreDas "Core" speichert unterschiedliche Lebensgewohnheiten auf einer Android-App namens Lifelog. Gemeint sind die Schritte, die am Tag gegangen werden, die Zeit des Musikhörens, die Schlafstunden und so weiter. Lifelog wandelt die Daten, die per Funk an die App übertragen werden, in Grafiken und Tabellen um. Quelle: AP
E309 von Ares Über einen Zugang zum Google Play Store und einen Steckplatz für eine Mikro-SIM-Karte verfügt diese Uhr, die gleichzeitig wie ein Smartphone eingesetzt werden kann. Das Angebot umfasst dabei auch Karten- und Navigationsdienste, Spiele und Whats App. Wie andere Smartwatches ist sie mit 47,5 mal 42 mal 13 Millimetern recht groß, verfügt dabei aber auch - durch die Mikro-SIM-Karte über die Möglichkeit des Telefonierens. Offenbar hat Ares eine eigene Benutzeroberfläche entwickelt, die aber an die Kacheloptik von Windows 8 erinnert. Quelle: Screenshot
Lifeband TouchLG stellte in Las Vegas das Lifeband Touch vor. Der Fitness-Tracker misst zum Beispiel die tägliche Bewegung und die Kalorien, die am Tag konsumiert wurden. Die Informationen werden sowohl auf einer speziell programmierten App angezeigt, als auch auf dem Armband selbst. Quelle: dpa
TaptapMit dem Taptap Armband lassen sich Berührungen übertragen. Wer den Sensor auf seinem Armband antippt, erzeugt damit automatisch eine Vibration auf dem Armband des Partners. Die Entfernung der Armbänder voneinander spielt dabei keine Rolle, da das Signal über das Internet übertragen wird. Als Brücke dient eine Bluetooth-Verbindung auf dem Smartphone. Die Signale werden dann über eine App an das andere Armband weitergeleitet. Das Partnerarmband kann allerdings auch zu anderen Zwecken eingesetzt werden - zum Beispiel als Vibrationsalarm am Körper, oder beim Sport, um Laufzeiten zu messen. Entwickelt wurde das Produkt von einem internationalen Entwicklerteam, dass unter dem Namen Woodenshark agiert. Für ihr Produkt suchen sie gerade Investoren über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Quelle: kickstarter.com Quelle: Screenshot
Nike Fuel SEDer Sportartikel-Hersteller Nike hat die zweite Generation seines Fuel-Band vorgestellt. Und anders als der Vorgänger, soll das Gadget auch in Deutschland in den Handel kommen. Das Unternehmen hat vor allem an der Verbesserung des Algorithmus gearbeitet. Das Display besteht aus hundert weißen und 20 farbigen LEDs. Der Akku hält nach Herstellerangaben etwa vier Tage durch. Außerdem ist das Armband einigermaßen wasserdicht. Duschen und einen Schauer hält es angeblich aus, beim Schwimmen sollten Sportler es allerdings abnehmen. Auch das Fuel SE stellt per Bluetooth eine Datenverbindung zum Smartphone her. Dabei setzt Nike voll auf Apple. Eine Android-Version ist zum Verkaufsstart am 6. November nicht geplant. Kosten soll das Armband 139 Euro. Quelle: Screenshot

Apple wagt sich mit seiner ersten Computeruhr auf eines seiner größten Abenteuer. Es geht nicht einfach nur um den Eintritt in eine neue Gerätekategorie. Der iPhone-Konzern hat sich auch das Ziel gesetzt, sinnvolle Szenarien für die Nutzung eines Mini-Computers am Handgelenk zu erfinden. Schließlich ist einer der Gründe dafür, dass Computer-Uhren trotz einer Auswahl an Modellen diverser Hersteller immer noch ein Nischengeschäft sind, die Tatsache, dass viele Smartphone-Nutzer schlicht keine Verwendung dafür im Alltag sehen.

Laut letzten Berichten vor dem Event am Montag, von dem die Präsentation der noch unbekannten Details zur Apple Watch erwartet wird, scheint das Konzept des Konzerns einen Nerv zu treffen. „Leute, die die Watch getragen haben, sagen, dass sie ihre Telefone viel, viel seltener als früher aus der Tasche holen“, schrieb etwa das Technologie-Blog „Techcrunch“. Einige sagten sogar, dass sie ihre iPhones tagsüber so gut wie gar nicht mehr nutzten. Eine zentrale Hilfe dabei sei „persönliche Assistentin“ Siri, mit der man sich unterhalten kann - was auf der Uhr „unglaublich gut“ funktioniere.

Einige Marktforscher wie James McQuivey von der Analysefirma Forrester Research erwarten, dass Apple in diesem Jahr mehr Uhren verkaufen werde als alle Anbieter von Technik fürs Handgelenk bisher insgesamt von ihren Geräten absetzen konnten. Die Latte liegt - zumindest für Apple-Verhältnisse - nicht sonderlich hoch. So wurden im vergangenen Jahr nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Canalys insgesamt 4,6 Millionen „smarte“ Armbänder verkauft. Darunter seien nur 720.000 Computeruhren mit dem von Google im Sommer vorgestellten Betriebssystem Android Wear gewesen.

Die Rivalen beeilten sich, kurz vor dem bisher für April angekündigten Marktstart der Apple Watch nachzulegen. So stellte der südkoreanische Konzern LG auf dem Mobile World Congress in Barcelona Uhren mit Mobilfunk-Anschluss vor, die im Gegensatz zur Apple Watch ohne eine Verbindung zum Smartphone ins Netz gehen können. Der chinesische Hersteller Huawei versprach eine runde Computeruhr mit „zeitlosem“ Design. Der aktuelle Marktführer Samsung hat schon seit Herbst die vierte Generation seiner Uhren im Handel, ein Modell mit Mobilfunk-Anbindung. Und der französische Elektronikhersteller Withings erzielte einen Achtungserfolg mit seiner smarten Armbanduhr Activité, die zwar nur wenige Aktivitäten aufzeichnen kann, deren Batterie aber auch acht Monate lang durchhält.

Apple setzt auf Modell mit Luxus-Artikeln

Bei der Apple Watch sind noch vor allem zwei große Fragen offen: Wie teuer werden die beiden hochwertigeren Ausführungen? Und wie lange genau hält die Uhr mit einer Akkuladung durch? Bei den Batterielaufzeiten habe Apple seit der ersten Ankündigung im September einige Fortschritte gemacht, berichtete der hervorragend vernetzte Technologieblogger Mark Gurman von „9to5Mac“ am Wochenende. So halte die Uhr nun bis zu fünf Stunden bei ständiger aktiver App-Nutzung durch. Bei einem typischen Nutzungsszenario reiche die Akkuladung locker vom Morgen bis zum Abend. Dennoch müsse man die Uhr jede Nacht aufladen, was vier bis fünf Stunden dauere. Andere Blogs berichten, dass die Watch bereits in zwei Stunden wieder aufgeladen werden könne.

Apple-Produkte, die leider nie entstanden
In seinem Buch "Genial Einfach" berichtet Hartmut Esslinger von seiner Zusammenarbeit mit Steve Jobs und wie dieser das Potential des Designs erkannte. Das Buch zeigt hunderte Skizzen und Bilder von den Ursprüngen der Designs. Im Folgenden eine kleine Übersicht. Hier im Bild: Der Charme von 1982 spricht aus dieser Macintosh-Studie, die aus Faserstoffplatten gebaut wurde. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Diese Studie zeigt das MacBook 1, wie die Designer es sich 1982 vorstellten. Es erscheint aus heutiger Sicht als ein ziemlich dicker Brummer - im Vergleich zu anderen tragbaren Computern der Achtziger ist es aber schon ein zartes Pflänzchen. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Waren Computer damals meist in einem Grau-Beige-Ton gehalten, entstand ab 1982 in der Zusammenarbeit zwischen Steve Jobs und Hartmut Esslinger das neue, moderne Farb- und Designkonzept "Snow White" (der englische Name des Märchens "Schneewittchen"). © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Der Entwurf des Apple IIc von 1983 erinnert noch stark an eine Schreibmaschine. Bei diesem Modell wurde erstmals das neue Weiß eingesetzt, was den Computer kompatibler für Wohnräume machen sollte. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Schlanker kommt da schon dieser Entwurf des Macintosh SE von 1983/84 daher. Die Vision eines modernen Keyboards und der Maus zur Eingabe. © Hartmut Esslinger & frog team, Foto: Dietmar Henneka Quelle: Presse
Mobiltelefone waren in den 80er Jahren noch halbe Telefonzellen. Wie unpraktisch, dachte sich schon damals das Apple-Design-Team, und entwarf 1983 etwa diese frühe Version eines Klapp-Handys. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Eine frühe Vision eines Tablet-Macs. Dieses Design stammt von 1982. Die Bedienung sollte über einen großen, klobigen Eingabestift funktionieren. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse

Bei den Preisen sickerte dagegen bis zuletzt gar nichts durch, es gibt nur Vermutungen. Apple selbst erklärte im September nur, dass die günstigste Sport-Version ab 349 Dollar zu haben sein werde. Sofort setzten die Spekulationen ein, was die Konzern für die „Edition“-Ausgabe mit einem Gehäuse aus 18-Karat-Gold verlangen werde. Die Schätzungen von Analysten und Apple-Experten liegen inzwischen in der Spanne zwischen 5000 und 10.000 Dollar - was eindeutig auf die Käufer teurer Schweizer Uhren zielen würde.

Aber wie will Apple das Problem lösen, dass die Technik einer Smartwatch im Gegensatz zu einer klassischen Uhr nach wenigen Jahren veraltet sein dürfte? Und wie teuer wird die mittlere Edelstahl-Version? Apple-Kenner John Gruber vermutet hier das größte Potenzial für einen Aufschrei nach Ankündigung der Preise. Er hält für möglich, dass die Edelstahl-Uhr nicht unter 749 Dollar verkauft wird. Denn: „Apple setzt die Preise nicht danach, was die Leute zahlen wollen, sondern danach, was sie bereit sind, zu bezahlen.“

In Arbeit
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Mit den teuren Modellen der Uhr wagt sich Apple auf ein neues Spielfeld: Das Geschäft mit Luxus-Modeartikeln. Der Vorstoß wurde generalstabsmäßig vorbereitet. Die Chefin der Modemarke Burberry, Angela Ahrendts, leitet jetzt die Apple Stores. Der Top-Manager des Pariser Nobelhauses Saint Laurent, Paul Deneve, verschwand in Cupertino in einer Rolle für „Spezialprojekte“, die Europachefin folgte. Aus der Luxus-Uhrenindustrie kam ein Verkaufsmanager der Marke TAG Heuer dazu, Patrick Pruniaux. Bei den Schweizer Uhrmachern ist der Weckruf inzwischen angekommen. Nachdem sie zunächst die Kompetenz von Apple in Frage gestellt haben, arbeiten sie nun verstärkt daran, „smarte“ Funktionen in ihre Uhren zu integrieren.

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