Die wichtigsten Fakten Wie realistisch Amazons Drohnenflug wirklich ist

Der Online-Lieferant Amazon will in den USA Pakete per Minihelikopter ausliefern lassen. Wir klären die wichtigsten Fragen.

An eine Mini-Drohne des Online-Händlers Amazon ist eine Paketkiste befestigt. Amazon will in einigen Jahren Bestellungen mit automatischen Mini-Drohnen zustellen. Quelle: dpa

Amazon will seine Pakete demnächst per Drohne ausliefern. Soll das ein Scherz sein?

Drohnen, die Amazon-Pakete ausliefern: Wer das Video des Internet-Versandhändlers anklickt, mag es zunächst für eine Parodie halten. Aber die Amerikaner sind nicht die einzigen, die einen solchen Luft-Lieferservice planen. So will die australische Buchhändler Zookal im kommenden Jahr zusammen mit dem Startup Flirtey in Sydney Bücher per Mini-Hubschrauber ausliefern. Das US-Startup Matternet arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einem Drohnennetzwerk für Entwicklungsländer, um etwa Medikamente in schwer zugängliche Dörfer zu transportieren. In Kenia startet gerade ein Millionen-Dollar-Wettbewerb rund um unbemannte Flugtransporter. Das Ziel des „Flying Donkey Challenge“: Teams sollen Drohnen bauen, die bis zu 60 Kilogramm schwere Pakete transportieren. Damit sollen sogar Landwirte ihre Ernte zu Märkten in der Region fliegen. Auch die Forschungsabteilungen von Transportfirmen wie etwa DHL beobachten die technische Entwicklung aufmerksam. Vom 9. bis 12. Dezember bringt der DHL-Paketkopter zu Testzwecken Medikamente an Kunden, die sich an der Aktion beteiligt haben.

Die zehn beliebtesten Produkte bei Amazon
Platz 10:Das "Samsung Star S5230" belegt den zehnten Platz im Ranking der meistgekauften Produkte auf Amazon. Das Handy hat einen 3,0-Zoll-Touchscreen mit "VibeTonz" Funktion (Vibrationsfunktion beim Berühren des Screens). Zusätzlich ist das Handy mit einer 3,2 Megapixel Kamera, MicroSD-Steckplatz, virtuelle QWERTZ- und 3x4 Tastatur, innovativer Bedienbarkeit dank Widgets, MP3-Player und UKW-Radio mit RDS-Funktion ausgestattet. Amazon-Preis: ab 80,99 Euro Quelle: PR
Platz 9:Der Lebensfreude Kalender hilft Lesern alle zehn Tage mit Tipps, die aufbauen und dazu anregen sollen, sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen positiver zu gestalten. 2013 wurden bereits 170.000 Exemplare verkauft, viele davon über den online-Händler Amazon. Amazon-Preis: 6,95 Euro Quelle: PR
Platz 8:Ein Netzteil schafft es auf den achten Platz. Das Amazon "PowerFast" ist ein Ladegerät für den Kindle-Tablet-PC. Das Kindle Fire HD 8.9 kann mit dem Netzteil in unter fünf Stunden, das Kindle Fire HD 7, das Kindle Fire und der eReader innerhalb von vier Stunden, aufgeladen werden. Amazon Preis: 14,99 Euro Quelle: PR
Platz 7: Die "SanDisk SDHC"-Speicherkarte mit 4 GB ist ideal als Speicherplatz für Bilder und Videos von Standard-Digitalkameras geeignet. Kompatibel ist die SanDisk Speicherkarte mit Kameras, Notebooks, Tablets und anderen Geräten. Amazon Preis: 7,50 Euro Quelle: PR
Platz 6:Speicherkarten sind beliebte Produkte auf Amazon. Die "Transcend Extreme-Speed SDHC 16 GB Class 10" sichert sich den fünften Platz der meist verkauften Produkte auf Amazon. Die 16 GB Speicherkapazität bietet Platz für über 3.200 hochauflösende Megapixel-Fotos. Amazon Preis: 11,08 Euro Quelle: PR
Platz 5:Das "Kindle Paperwhite" von Amazon belegt den fünften Platz. Mit dem "Kindle Paperwhite" lassen sich elektronische Bücher, Zeitschriften und Zeitungen lesen. Leserunfreundliche Spiegeleffekte bei hellem Sonnenlicht sind von gestern. Nach Angaben von Amazon kann auf dem Gerät 30% leichter gelesen werden als auf einem Apple Ipad und der Akku des Paperwhite soll wochenlang halten. Amazon Preis: 129,00 EuroLesen Sie " Praxistest - Wie gut ist der neue Kindle Paperwhite?" Quelle: REUTERS
Platz 4:Auch die Speicherkarte "Transcend Extreme-Speed SDHC 8 GB Class 10" ist bei Amazon sehr begehrt. Sie gilt als beliebteste Speicherkarte, die in den letzten 15 Jahren auf Amazon verkauft wurde. Auf ihr lassen sich 1.600 hochauflösende 10 Megapixel-Fotos abspeichern. Amazon Preis: 9,11 Euro Quelle: PR
Platz 3:Die Grundlage unseres allgemeinen Privatrechts ist das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Unterteilt ist es in einen Allgemeinen Teil, in das Recht der Schuldverhältnisse, Sachenrecht, Familienrecht und Erbrecht. Die ursprüngliche Fassung stammt aus dem Jahre 1896 und wurde bis heute viele Male umgeschrieben. Auf Amazon gilt es als das meist gekaufte Buch. Amazon Preis: 5,00 Euro Quelle: PR
Platz 2: Noch besser als das Paperwhite verkauft sich das Einsteigergerät "Kindle". Speichergröße und Akku-Kapazität sind bei dem Gerät reduziert. Auch das Audio-Teil und damit die Vorlesefunktion bietet das Kindle nicht, dafür ist es aber auch deutlich günstiger als das Kindle Paperwhite. Das Produkt wiegt nur 170 Gramm. Amazon bietet das Gerät sogar zu einem subventionierten Preis an. Amazon Preis: 49,00 Euro Quelle: dpa
Platz 1: Ein Amazon Produkt ist der Verkaufsschlager der vergangenen 15 Jahre. Platz eins belegt das "AmazonBasics Hochgeschwindigkeits-HDMI"-Kabel mit Ethernet. Das zwei Meter lange Kabel bietet High Definition für Filme, Fernsehen und Spiele und unterstützt währenddessen alle Vorteile des eigenen Home-Entertainment-Netzwerks. Zusätzlich bietet das Kabel die Möglichkeit Ihre Internetverbindung mit verschiedenen Geräten zu nutzen, ohne diese über ein zusätzliches Ethernetkabel anschließen zu müssen. Amazon Preis: 6,99 Euro Quelle: PR

Ist der Flug durch den Luftraum überhaupt gestattet? 

„Aus heutiger Sicht ist Amazons Vorhaben vollkommen unvorstellbar“, sagt eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS). Drohnen dürfen in Deutschland aktuell nur manuell gesteuert werden und müssen sich stets in Sichtweite des Piloten befinden. „Angeblich sollen die Amazon-Drohnen gerade im städtischen Bereich zum Einsatz kommen. Und hier sind auch andere Flugobjekte wie Rettungs- oder Polizeihubschrauber unterwegs“, heißt es seitens der DFS. So lange die Drohnen nicht in der Lage seien sich automatisch den Regeln des Luftverkehrs anzupassen, dürften sie in Deutschland nicht auf weiten Strecken eingesetzt werden.

Die größten Job-Schaffer in Europa
Platz 10: IBMDer Experte für Informationstechnologie generierte zwischen 2003 und 2012 genau 10.527 neue Arbeitsplätze und schafft es damit knapp in die Top Ten. Für IBM arbeiten weltweit 430.000 Menschen. Quelle: „European Investment Monitor“ von Ernst & Young, eine Datenbank, die die tatsächlichen ausländischen Direktinvestitionen in Europa analysiert. Wichtig: Die Zahlen zu geschaffenen Arbeitsplätzen basieren auf den Angaben der Unternehmen zum Zeitpunkt der Projektankündigung – spätere Aufwärts- oder Abwärtsentwicklungen werden nicht erfasst. Quelle: dpa
Platz 9: SiemensDer Münchener Industriekonzern steht derzeit wegen bisher nicht ausgelieferter Hochgeschwindigkeitszüge und Fehlinvestitionen in der Kritik. Ein Sparprogramm, das auch Stellenstreichungen vorsieht, ist bereits aufgelegt. In den vergangenen zehn Jahren schuf Siemens jedoch auch eine große Zahl von Arbeitsplätzen in Europa: 11.356. Außerdem ist der Technologieriese die Nummer eins unter den Investoren in Europa. Kein anderes Unternehmen hat in den vergangenen zehn Jahren mehr Investitionsprojekte („Foreign Direct Investments“, kurz FDI) durchgeführt. Siemens investierte zwischen 2003 und 2012 insgesamt 112 Mal im europäischen Ausland und gründete dort neue Forschungszentren oder Fertigungsstätten. Quelle: dpa
Platz 8: Robert Bosch GmbHDer baden-württembergische Autozulieferer- und Technikriese verabschiedete sich vor wenigen Monaten von seinem verlustreichen Solargeschäft - 3000 Stellen fallen weg. Auch im Kerngeschäft Automotive muss sich Bosch anstrengen, um die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Noch zehrt Bosch von der erfolgreichen Entwicklung der Vorjahre. Zwischen 2003 und 2012 schuf der Konzern europaweit 12.432 neue Arbeitsplätze. Quelle: dpa
Platz 7: Hyundai Motor CoDer koreanische Autobauer hat in den letzten zehn Jahren weltweit massiv expandiert und ist derzeit der sechsgrößte Hersteller. Gemeinsam mit Schwestermarke Kia verkaufte er 2012 mehr als 7,1 Millionen Autos. Wie stark Hyundai gewachsen ist, zeigt sich auch an der Zahl der Neueinstellungen. 13.020 neue Arbeitsplätze haben die Koreaner geschaffen. Quelle: AP
Platz 6: Renault Der französische Autobauer hängt derzeit am Tropf von Konzernschwester Nissan. Wegen der Krise in Südwesteuropa sind die Absatzzahlen des Herstellers in den vergangenen Monaten eingebrochen. Renault verzeichnet in den ersten fünf Monaten 2013 in Westeuropa einen Minus von fast 12 Prozent - Billigtochter Dacia konnte dafür um mehr als 20 Prozent wachsen. Werkschließungen soll es keine geben, auch wenn Kapazitäten brach liegen. Vor ein paar Jahren sah es bei Renault noch ganz anders aus. Der Autobauer schuf zwischen 2003 und 2012 genau 13.075 neue Arbeitsplätze. Vielleicht kann die Elektro-Offensive mit dem Flitzer Twizy (im Bild) und dem neuen Zoe das Blatt wieder wenden. Quelle: REUTERS
Platz 5: AmazonSpielend schafft es der Online-Händler unter die Top Ten der Unternehmen, die in den vergangenen zehn Jahren in Europa die meiste neuen Jobs geschaffen haben. Damit Pakete und Päckchen schnellstmöglich beim Kunden landen, hat der US-Konzern in Europa mehrere Verteilerzentren aufgebaut und 14.437 neue Arbeitsplätze geschaffen. Jetzt allerdings gerät das Geschäftsmodell ins wanken. Die Beschäftigten in Deutschland begehren auf, wollen mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Bisher weigert sich das Management, auf die Forderungen einzugehen. Quelle: dpa
Patz 4: EADSDer Luftfahrt- und Rüstungskonzern, zu dem auch die Hubschraubersparte Eurocopter gehört, schuf zwischen 2003 und 2012 genau 14.921 neue Jobs. Quelle: dpa
Platz 3: FordDer US-Autohersteller schuf in den vergangenen zehn Jahren 15.040 neue Arbeitsplätze in Europa. Im Frühjahr 2013 beschloss das US-Management allerdings, das Werk im belgischen Genk Ende 2014 zu schließen. Dort arbeiten derzeit noch rund 4000 Beschäftigte. Auch in Großbritannien stehen viele Arbeitsplätze auf der Kippe. Wegen der schwachen Nachfrage will Ford ein Fünftel seiner Kapazitäten in Europa kappen. Quelle: obs
Platz 2: LG GroupDer südkoreanischen Elektronikkonzern LG schuf in den vergangenen zehn Jahren 17.744 neue Stellen in Europa. Weltweit arbeiten rund 220.000 Menschen für das Unternehmen mit Sitz in Seoul. Quelle: REUTERS
Platz 1: VolkswagenVolkswagen hat die meisten Jobs in Europa geschaffen. Bei den Foreign Direct Investments-Projekten (kurz FDI) des Autokonzerns sind in den vergangenen zehn Jahren 30.537 Arbeitsplätze im europäischen Ausland entstanden. Über das gesamte Ranking betrachtet, haben die deutschen Konzerne in den vergangenen zehn Jahren insgesamt gut 261.000 Arbeitsplätze im europäischen Ausland geschaffen – mehr als britische, französische, niederländische und Schweizer Unternehmen zusammen. Doch damit nicht genug, die deutschen Unternehmen sind auch die aktivsten Investoren. Von den zehn Unternehmen, die in den vergangenen zehn Jahren die meisten Investitionsprojekte in Europa durchgeführt haben, kommen vier aus Deutschland: Siemens (Rang1), Volkswagen (4), Deutsche Bahn (7) und Deutsche Post (8). Neben den deutschen Unternehmen haben sich auch US-Konzerne stark in Europa engagiert: IBM, General Electric und Microsoft zählen ebenfalls zu den zehn aktivsten Investoren. Quelle: dpa

Drohnen als Postboten: Ist das technisch machbar?

Die Technik ist aus drei Gründen längst weit genug, um Kollisionen im städtischen Luftraum zu vermeiden. Erstens sind sogar Spielzeugdrohnen wie die AR Drone 2.0 des französischen Anbieters Parrot bereits mit GPS-Sensoren ausgestattet, die die Position der Fluggeräte jederzeit auf wenige Zentimeter genau bestimmen. Lieferdienste könnten also genaue Flugkorridore, etwa entlang von Straßen, bestimmen, durch die sich die Drohnen bewegen würden, ohne sie zu verlassen. Zweitens sind Computerchips und die Bildverarbeitung so weit entwickelt, dass Drohnen sich in der Luft gegenseitig Bälle zuwerfen können, in Formation fliegen können und sogar im Flug Dinge greifen wie ein Greifvogel. Drittens sind Drohnen heute schon in der Lage, ihre Umgebung mit Radarsensoren und Kameras zu scannen, Hindernisse zu erkennen und ihnen blitzschnell auszuweichen.

Wie schnell und weit können Drohnen fliegen?

Binnen 30 Minuten will Amazon Pakete per Drohne ausliefern. Technisch dürfte das möglich sein, denn handelsübliche Octocopter fliegen heute schon 80 Kilometer pro Stunde. Obendrein können die Flieger den direkten Weg nehmen – und sind damit Transportern weit überlegen, die an jeder roten Ampel halten, oft im Stau stehen und sich durch Einbahnstraßen auf Umwegen zum Ziel navigieren.

Nachteil allerdings ist die Reichweite: Amazon will bis zu 2,3 Kilogramm schwere Pakete bis zu 16 Kilometer weit transportieren.  Mit mehreren Hochleistungsakkus dürfte das möglich sein; weitere Strecken können heute nur benzinbetriebene Drohnen zurücklegen. Wenn Amazon nicht nur Haushalte in der Nähe seine Versandzentren beliefern will, müsste der Konzern also Umladestationen einrichten, an denen Drohnen entweder den Akku wechseln oder ihre Fracht an Flieger mit frischem Akku weitergeben.

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