Drohnen für jedermann: Fliegende Kameras erobern den Himmel
Drohnen mit Kamera
Parrot AR.Drone 2.0
Ein großer Quadrokopter mit HD-Kamera (720p). Die Steuerung erfolgt über Smartphone oder Tablet. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei maximal 50 Metern. Während des Flugs werden Fotos oder Videos per Livestreaming auf das Mobilgerät übertragen. Die Aufnahmen werden bei Bedarf auch auf einem mitfliegenden USB-Stick gespeichert. Im "Regiemodus" lassen sich Flugbewegungen für die Kamera programmieren.
Sensoren wie Gyroskop, Beschleunigungsmesser, Magnetometer und Ultraschallentfernungsmesser und Bodenkamera sorgen für eine präzise Steuerung und Stabilisierung der Flugbewegungen. Die AR.Drone ist in verschiedenen Versionen erhältlich, das Spitzenmodell, die GPS-Edition, ist mit einem USB-Stick ausgestattet, der als GPS-Modul und gleichzeitig Speicher für Flugaufnahmen dient.
Preis: circa 340 Euro
Foto: PRBlade 180 QX HD
Ein kompakter Quadrokopter mit eingebauter HD-Kamera und Fernsteuerung. Für den Flug lassen sich unterschiedliche Neigungswinkel einstellen, sodass die Blade-Drohne entweder besonders ruhige Kameraflüge oder besonders kühne Flugmanöver vollführt. Der Blade 180 QX HD ist gut geeignet für Anfänger oder Anwender, die keine allzu hohen Ansprüche an die Kamera stellen.
Preis: circa 140 Euro
Foto: PRNine Eagles Galaxy Visitor 6
Ein Quadrokopter mit HD-Kamera für Einsteiger. Bilder und Videos werden per Wi-Fi auf ein Smartphone oder Tablet (iOS oder Android) übertragen. Fortgeschrittene Piloten können auch die Wendigkeit des Fluggeräts erhöhen und damit spannende Flugmanöver erproben.
Preis: circa 170 Euro
Foto: PRBlade 350 QX2 AP Combo
Der Blade 350 QX2 AP Combo ist ein komplett ausgestatteter Quadrokopter mit HD-Kamera (1080p) und GPS. Er überträgt das Live-Bild auf iPhone oder Android-Geräte. Die 2-achsige Kameraaufhängung (Gimbal) gleicht Luftturbulenzen aus, um sanfte und unverwackelte Aufnahmen zu ermöglichen. Beruhigend für Anfänger: Mit "Return Home" kehrt der Quadrokopter automatisch zum Startplatz zurück.
Preis: ab 390 Euro
Foto: PRParrot Bebop Drone
Ein anspruchsvoller Quadrokopter für Hobbyflieger mit Full-HD-Kamera und GPS. Das Digicam-Modul knipst Fotos mit 14 Millionen Pixel und Superweitwinkel (180 Grad, Fisheye). Videos werden auf dem acht Gigabyte großen Flash-Speicher abgelegt. Gesteuert wird die Bebop-Dohne über Smartphone oder Tablet. Die entsprechende App ist neben iOS und Android auch für Windows Phone erhältlich, eine Seltenheit. Die Reichweite bei der Smartphone-Steuerung liegt laut Hersteller bei maximal 50 Metern. Als optionales Zubehör gibt es einen Skycontroller, der die Reichweite auf etwa 2000 Meter vergrößern soll. Beschleunigungsmesser, Gyroskop, Magnetometer, Ultraschallsensoren und eine Bodenkamera helfen, die Flugbewegungen präzise zu steuern und Turbulenzen auszugleichen.
Daneben ist die Parrot zu FPV-Brillen (First Person View) von Zeiss oder Sony kompatibel. Die maximale Flugdauer liegt bei elf Minuten.
Preis: 499 Euro (mit Skycontroller: 899 Euro)
Foto: PRHubsan X4
Die Kamera des Quadrokopters Hubsan X4 hat eine Auflösung von 720 x 480 Pixeln und ist daher weniger für anspruchsvolle Luftaufnahmen geeignet. Immerhin hat der preiswerte Hubsan mit der Fernsteuerung eine Reichweite von bis zu 100 Metern. Durch den abnehmbaren Schutzring kann man das Fluggerät auch in geschlossenen Räumen ausprobieren. LEDs machen die Drohne nachtflugtauglich.
Preis: circa 80 Euro
Foto: PRYuneec Q500 Typhoon
Der Q500 Typhoon gehört zu den Spitzenmodellen unter den Hobbyfliegern. Er arbeitet mit einer Full-HD-Kamera, die 60 Bilder pro Sekunde schafft und damit auch schnelle Bewegungen erfasst. Die Kameraaufhängung (Gimbal) gleicht Wackler oder Luftturbulenzen auf drei Achsen aus.
In die Fernsteuerung ist ein Videobildschirm integriert, in dem man die Aufnahmen live verfolgen kann. Die Flugzeit liegt bei ansehnlichen 20 bis 25 Minuten. GPS ist ebenfalls an Bord.
Preis: circa 1200 Euro
Foto: PRHubsan X4 Pro
Der brandneue X4 Pro bietet satte 40 Minuten Flugzeit und sogar einen Fallschirm für Notlandungen. Der Quadrokopter hat auch sonst interessante Features an Bord, darunter GPS, eine Kameraaufhängung (Gimbal) mit 3 Achsen und eine programmierbare Flugroute. Die Route lässt sich auf dem großen Touchdisplay des Tablets per Fingertipp eingeben. Die Reichweite des Fernsteuerung liegt 1000 Metern. Die Kamera filmt nur mit HD-Auflösung (1080p).
Preis: noch keine Angabe
http://www.hubsan.com/productinfo_14.ht ml
Foto: PRRevell Quadcopter X-Spy
Ein Miniatur-Flieger, der auf die Handfläche passt. Trotzdem ist der Revell Quadcopter X-Spy mit einer Kamera ausgerüstet, die ihr Bild direkt auf Smartphone oder Tablet streamt (iOS oder Android). Die Reichweite beträgt maximal 50 Meter. Gesteuert wird der X-Spy über die Smartphone-App oder die Fernbedienung.
Preis: noch keine Angabe
Foto: PRWalkera QR X350 Pro
Ein komplett ausgestatteter Quadkopter mit GPS und Halterung für eine Actionkamera. Die Videoaufnahmen beim Flug werden direkt auf den Monitor in der Fernsteuerung übertragen. Features wie GPS-System und Höhenmesser helfen beim Stabilisieren des Schwebeflugs und sollen wackelfreie Videos ermöglichen. Die Auto-Landing-Funktion unterstützt unerfahrene Piloten bei der Rückkehr zum Startpunkt.
Preis: ab 280 Euro (ohne Kamera)
Foto: PRDJI Phantom I
Die Phantom gehört inzwischen schon zu den Klassikern der Szene. Die Drohne ist für den Einbau einer Gopro-Kamera vorbereitet. Wird per Fernsteuerung kontrolliert, die maximale Flugzeit liegt bei 15 Minuten. Kehrt auf Knopfdruck zum Startpunkt zurück.
Preis: circa 420 Euro
Foto: PRAlign Hexacopter M690L Super Combo
Ein großer Multikopter mit einer Spannweite von 90 Zentimetern und sechs Armen. Die Drohne erlaubt auch den Einsatz guter Digicams mit Full-HD-Unterstützung. Damit ist der M690L auch für semi-professionelle Anwendungen geeignet. Mehr als 800 Gramm darf die Nutzlast aber nicht betragen. Schwere Spiegelreflexkameras trägt er also nicht. GPS ist ebenfalls vorhanden, die Fernsteuerung wird mitgeliefert. Als Zubehör sind spezielle Kameraaufhängungen (Gimbals) für Digicams von Panasonic und Canon erhältlich.
Preis: 1620 Euro
Foto: PRSimulus RC-Drohne MF-100.LV
Ein Modellflugzeug mit HD-Kamera (1280 x 720 Pixel) und Live-Streaming auf das Display der Fernsteuerung. Die Reichweite beträgt maximal 600 Meter. Die Simulus RC-Drohne MF-100.LV erlaubt richtige Kunstflugmanöver, aber natürlich keinen Schwebeflug. Sie fliegt bis zu zwölf Minuten.
Preis: 290 Euro
Foto: PRAirdog Auto-Follow Drohne
Die Airdog-Drohne ist eine Art fliegende Selfie-Kamera für Sportler. Vor dem Start wird die Drohne mit einem kleinen Gerät ("Airleash") gekoppelt, das der Sportler mit sich führt. Dann folgt die Airdog dem Sportler in konstantem Abstand, während eine Gopro-Kamera filmt. Die Auto-Follow-Drohne ist das Ergebnis eines Kickstarter-Projekts. Die ersten zwei Lieferungen sind laut Hersteller bereits ausverkauft. Die nächsten Geräte sollen im dritten Quartal 2015 kommen. Für 1295 Dollar kann man die Airdog vorbestellen.
Preis: 1295 Dollar
Foto: PRSimulus Hubschrauber GH-307.Video+
Ein Hubschraubermodell mit Fernbedienung und integrierter Kamera. Der Rotor hat einen Durchmesser von 36,8 Zentimetern. Die Kamera filmt mit VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel). Die Bilder werden während des Flugs auf den kleinen Monitor in der Fernbedienung gestreamt und lassen sich auch auf einer Micro-SD-Karte speichern. Die Flugzeit beträgt 6 bis 8 Minuten. Beim Nachtflug kann man Positionsleuchten zuschalten.
Preis: circa 130 Euro
Foto: PRRevell Multikopter Hexatron
Ein Multikopter mit sechs Propellern und einer Spannweite von 80 Zentimetern. Der Hexatron trägt keine Kamera, ist also nur als Modellflieger gedacht. Die Geschwindigkeit ist in vier Stufen einstellbar. Eine Funkfernsteuerung und Ersatz-Rotorblätter sind im Preis enthalten, die Reichweite liegt bei maximal 50 Metern.
Preis: 129 Euro
Foto: PRHobbyzone Faze
Ein extrem kleiner Quadcopter ohne Kamera. Er ist ideal zum Ausprobieren und Fliegen lernen. Die Drohne beherrscht Flips und fliegt auch im Wohnzimmer ohne Probleme. Im Lieferumfang befindet sich auch ein Extra-Satz Rotorblätter.
Preis: circa 27 Euro
Foto: PRDJI Inspire 1
Ein Quadrokopter, der mit GPS und dem russischen Navigationssystem GLONASS arbeitet. Er kehrt auf Knopfdruck zum Ausgangspunkt zurück. Ein 6-Achsen-Gyroskop und ein Beschleunigungsmesser sollen die Drohne stabil halten und für exakte Flugbewegungen sorgen. Gesteuert wird die Drohne mit der Fernbedienung, zusätzlich kann man sich die laufende Videoaufnahme über eine App auf sein Smartphone oder Tablet streamen lassen.
Das Digicam-Modul des Multikopters beherrscht bereits den neuen 4K-Standard (30 Bilder pro Sekunde) und filmt in Full HD mit 60 Bildern pro Sekunde. Der Gimbal arbeitet mit drei Achsen und wird vom Flightcontroller mit Daten gespeichert, sodass er jede Schwankung oder Bewegung des Fluggeräts ausgleichen kann. Während des Flugs kann der Pilot die Kamera horizontal und vertikal schwenken.
Preis: ab circa 2900 Euro
Foto: PRDJI Spreading Wings S1000+
Ein Oktokopter für professionelle Nutzung oder sehr ambitionierte Hobbyfilmer. Insgesamt acht Rotoren gewährleisten einen stabilen und vor allem ausfallsicheren Flug. Die Spreading Wings trägt eine Nutzlast von mehr als sechs Kilogramm. So kann man auch einen stabile Kameraaufhängung (Gimbal) und eine professionelle Vollformat-Spiegelreflexkamera in die Luft schicken. Die Flugzeit liegt bei 15 Minuten.
Preis: circa 3660 Euro
Foto: PRDie gefühlte Freiheit ist grenzenlos, wenn Rolf Venz in den Wald stapft und seine Datenbrille aufsetzt. Dann lässt der 37-Jährige seinen Quadrokopter aufsteigen – und steuert den Modellflieger schnell wie einen Falken durchs Unterholz. Venz, Kfz-Meister aus Bexbach im Saarland, ist Vorreiter einer neuen Szene, die sich First-Person-View-Drone-Racer nennt. Die Hobbysportler treffen sich in Wäldern, Parkhäusern oder Büroetagen, um sich Rennen mit Drohnen zu liefern.
Mit ihren vier Propellern und jeder Menge Sensoren an Bord sind die Flieger viel wendiger, kompakter und schneller als herkömmliche Modellflugzeuge. Vor allem aber haben sie eine Kamera an Bord. Mit seiner Videobrille sieht Venz, was die Drohne filmt – und fühlt sich, als schösse er selbst mit bis zu 100 Kilometer pro Stunde durch die Luft, dicht vorbei an Baumkronen, Zäunen, Hausdächern. „Du musst dich hinsetzen“, sagt er, „sonst fällst du um.“
Ferngesteuerte Flugroboter, ähnlich wie Venz sie benutzt, flogen noch vor wenigen Jahren allenfalls über Kriegsgebiete, um Feinde auszuspähen. Doch plötzlich tauchen kleine, handliche Fluggeräte über Stadt, Land, Fluss auf – und sind zu einem der derzeit angesagtesten Technikspielzeuge geworden.
Es gibt sie inzwischen in jedem guten Elektronikmarkt, Einsteiger-Modelle kosten nur 70 Euro. Der Traum vom Fliegen wird für jedermann erschwinglich – zumindest durch den Blickwinkel der Bordkamera.
Und so erobern diesen Frühling Schwärme brandneuer Drohnenmodelle den Himmel über Deutschland. Gerade erst haben die beiden schärfsten Konkurrenten, DJI aus China und 3D Robotics aus den USA, High-Tech-Flieger der neuesten Generation vorgestellt, die hollywoodreife Luftaufnahmen schießen. Später im Jahr heben winzige Drohnen ab, die sich in der Handtasche überallhin transportieren lassen. Sie fliegen per Knopfdruck in die Höhe und filmen automatisch ein Selfie-Video oder knipsen Gruppenfotos.
Flugroboter-Start-ups wie 3D Robotics oder Ehang aus China haben im Jahr 2014 so viel Wagniskapital eingesammelt wie nie: 29 Investments über insgesamt 108 Millionen Dollar hat der Venture-Capital-Marktforscher CB Insights gezählt. Und für die Experten von Marketsandmarkets in den USA steht fest: Der weltweite Umsatz mit Hobbydrohnen wird steil steigen. Setzten die Hersteller 2014 gerade 15 Millionen Dollar um, sollen es im Jahr 2020 schon 1,3 Milliarden Dollar sein. „2015 wird das Jahr, in dem Drohnen den Massenmarkt erobern“, trommelt Martin Brandenburg, Marketingchef Europa bei DJI.
Filmen wie Steven Spielberg
Für Hobbyfilmer, Outdoorsportler und Weltenbummler bricht eine aufregende Zeit an. Mit neuen High-Tech-Kameradrohnen können sie die Erde aus der Perspektive der Vögel erkunden – und spektakuläre Videos drehen: Luftaufnahmen von malerischen Landschaften, Verfolgungsjagden bei Mountainbike-Touren, Kamerafahrten über die steilsten Klippen hinweg.
Derlei Drehs waren noch vor Kurzem Regisseuren mit dem Budget eines Steven Spielberg vorbehalten. Jetzt soll eine DJI-Drohne zum Preis von knapp 1400 Euro die gleichen Ergebnisse liefern: Phantom 3 Professional heißt der neue Quadrokopter des Herstellers aus China, der in jeden halbwegs geräumigen Rucksack passt. Er hat eine Videokamera an Bord, die in vierfacher High-Definition-Auflösung filmt – so scharf, dass kleinste Details am Boden noch erkennbar sind.
Eine spezielle Aufhängung gleicht zumindest bei schwachem Wind Wackler aus. Die Kamera wirkt so, als gleite sie wie auf Schienen über die Landschaft.
Per Fernsteuerung lässt der Pilot die Drohne die gewünschten Manöver fliegen – bis zu zwei Kilometer weit reicht die Funkverbindung. Videobilder sendet sie live aufs Handy, das in der Fernbedienung steckt – und streamt sie auf Wunsch sogar live auf YouTube.
Im Jahr 2006 von dem chinesischen Ingenieur Frank Wang gegründet, hat sich DJI zu einem der agilsten und innovativsten Elektronikunternehmen in China entwickelt. 3000 Mitarbeiter arbeiten heute für den Hersteller, davon allein 600 in Forschung und Entwicklung.
Berichten zufolge verhandelt DJI mit Investoren aus dem Silicon Valley, die den Hersteller bei der nächsten Finanzierungsrunde mit bis zu zehn Milliarden Dollar bewerten könnten. Schon heute boomen im Internet Drohnenvideos, am häufigsten dürften künftig die Filme auf privaten Facebook-Seiten und virtuellen Fotoalben auftauchen, um exotische Urlaube oder die jüngste Gartenparty mit Freunden und Bekannten zu teilen. Denn nach dem Selfie-Stick für das Selbstporträt per Handy kommt im Juli die erste Selfie-Drohne für die Jackentasche in den Handel. Der Flieger namens Zano vom britischen Start-up Torquing wiegt nur 55 Gramm und ist so klein, dass er auf den Handteller passt. Sein Cockpit besteht aus einer Smartphone-App: Neigt der Besitzer das Handy nach links, rechts, vorne oder hinten, fliegt die Drohne in die entsprechende Richtung.
Boomerang am Arm
Sie ist nicht nur klein, sondern auch klug, denn sie orientiert sich mithilfe einer Reihe von Sensoren, darunter einem Gyroskop für die Lagebestimmung, einem GPS-Empfänger für die Orientierung und einem Barometer für die Höhenbestimmung. So kann sie präzise die Position halten – und wie ein künstlicher Kolibri auf der Stelle fliegen. Per Funk mit dem Smartphone verbunden, folgt der Winzling dem Nutzer auf Schritt und Tritt und hält dabei stets die gleiche Distanz. Mountainbiker etwa können so ihre Abfahrt an einem Berghang aus der Luft filmen.
Noch weiter geht die Erfindung des ehemaligen Stanford-Physikers Christoph Kohstall und der Ex-Google-Managerin Jelena Jovanovic: Die beiden Start-up-Gründer haben die Drohne Nixie entwickelt, die der Besitzer als Armband tragen kann. Auf Knopfdruck entfaltet es sich und teilt sich in vier Arme, an deren Enden sich kleine Propeller drehen. Computergesteuert surrt der Zwergflieger ein paar Meter in die Luft, filmt ein Selfie-Video – und kehrt wie ein Bumerang wieder zum Arm zurück. Der Prototyp sorgte im Januar auf der Technikmesse CES in Las Vegas für Furore. Einen Termin für den Verkaufsstart haben die Gründer noch nicht genannt.
Der Trend aber ist absehbar: Hobbypiloten müssen sich bald nur noch aufs Filmen konzentrieren – das Fliegen übernehmen die Drohnen selbst. So analysiert die Phantom 3 von DJI stetig ihren Batteriestand und kehrt automatisch zum Startpunkt zurück, bevor ihr der Saft ausgeht. Um sich in Gebäuden, wo GPS-Signale nicht durchdringen, auf Position zu halten, filmt sie mit einer Kamera den Boden. Eine Software erkennt so, ob der Quadrokopter zur Seite driftet, und steuert dagegen.
Die Solo von 3D Robotics wiederum fliegt auf Handybefehl vorprogrammierte Manöver ab. So kann der Nutzer etwa den Start- und Zielpunkt und die gewünschte Flughöhe festlegen, die Drohne folgt der Strecke so präzise, als wäre sie eine Gondel einer Seilbahn. Im Orbit-Modus umkreist sie wie ein Satellit eine Stelle und nimmt eine perfekte Rundum-Ansicht auf.
Mit solchen intelligenten Funktionen und immer ausgefeilteren Sensoren wollen die Hersteller auch vermeiden, was Flugaufsichtsbehörden und besorgte Bürger fürchten: Drohnen könnten unkontrolliert vom Himmel stürzen und Unfälle auslösen. In Internet-Foren häufen sich Beiträge über Flieger, die sich plötzlich verselbstständigen. DJI hat seinen Drohnen inzwischen Flugverbotszonen einprogrammiert, damit sie etwa Flughäfen nicht zu nahe kommen.
Aber auch die Sicherheitsbehörden rüsten auf. Sie sind alarmiert, seit Drohnen über französischen Atomkraftwerken kreisten, beim japanischen Premier auftauchten und Drogen in Gefängnisse schmuggelten; im Januar stürzte eine sogar auf dem Gelände des Weißen Hauses ab. Beim Boston-Marathon am 20. April galt erstmals ein Flugverbot. Ein Warnsystem des US-Start-ups Drone Shield überwachte den Luftraum mit Mikrofonen, die das Geräusch herannahender Flugroboter erkennen. Wäre einer nahe der Laufstrecke aufgetaucht, hätten 40 Polizeibeamte sofort eine Textnachricht auf ihr Handy erhalten.
Auch das Start-up Dedrone aus Lohfelden bei Kassel arbeitet an einem Warnsystem – und hat gerade 2,7 Millionen Euro Wagniskapital eingesammelt. Künftig sollen die Sensoren der Hessen Drohnen orten, die sich Fabriken, Gefängnissen oder Flughäfen nähern, und Alarm auslösen.
Drohne geht Gassi
Die Hersteller werkeln unterdessen längst an der nächsten Evolutionsstufe ihrer Flugroboter: Künftig sollen sie Hindernisse erkennen und ausweichen. Der Chiphersteller Intel und das Start-up Ascending Technologies aus Krailling bei München stellten auf der CES einen solchen smarten Flieger vor. Ausgestattet mit Intels neuer 3-D-Kamera RealSense, die Objekte im Raum erfassen kann, wich die Drohne auf der Bühne Menschen aus und durchflog einen Hindernis-Parcours, ohne anzuecken. Ein Video auf YouTube zeigt, wie sich die Drohne sogar in einem dichten Wald zurechtfindet. „Unsere Drohne kann fast alle Arten von Hindernissen erkennen“, sagt Matthias Beldzik, Marketingchef bei Ascending Technologies. „Nur stark glänzende und reflektierende Flächen bereiten noch Schwierigkeiten, etwa Fensterscheiben und Spiegel.“
Aber auch das Problem dürfte sich lösen lassen: Andere Hersteller testen Sonarortung und Infrarotsensoren, um Hindernisse aufzuspüren.
Vielleicht werden sogar Visionen wahr, die heute noch wie ein Aprilscherz klingen: Drohnen, die Hunde an der Leine ausführen – oder beim Joggen als Tempomacher vornewegfliegen. Das haben Forscher am Royal Melbourne Institute of Technology in Australien ausprobiert. Die Probanden, so das Fazit, fühlten sich durch ihre Flugbegleiter stark motiviert. Jetzt wollen die Forscher herausfinden, was die Sportler mehr antreibt: Drohnen, die ihnen vorwegfliegen – oder die hinter ihnen herjagen.