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DVB-T2 HD Wie Zuschauer den Blackout verhindern

Die Werbung klingt wie eine Drohung: Wer nicht bald aufs neue Antennenfernsehen DVB-T2 HD umstellt, bei dem bleibt der Bildschirm schwarz. Tatsächlich sollten sich Zuschauer Gedanken machen – auch über Alternativen.

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In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Quelle: dpa

In diesen Tagen bleiben viele Fernseher schwarz – zumindest für ein paar Sekunden. „Ihr Bild ist bald weg“, warnt ein Werbespot: „DVB-T wird abgeschaltet!“ Die Firma Freenet fordert damit die Zuschauer auf, möglichst schnell auf DVB-T2 HD umzurüsten, den neuen Standard fürs Antennenfernsehen, der in vielen Regionen ab Ende März ausgestrahlt wird.

Es besteht kein Grund, in Panik zu verfallen. Mit der dramatischen Botschaft will die Firma das Geschäft ankurbeln – gerade in der Weihnachtszeit sitzt das Geld für Elektronik locker. Dennoch ist es sinnvoll, dass sich Zuschauer, die über Antenne fernsehen, bald Gedanken machen.

Denn wer zu lange wartet, könnte nach der Umstellung tatsächlich kurzzeitig ohne Bild dastehen: „Wir befürchten, dass es im März nicht genügend Geräte gibt“, sagt Wolfgang Breuer, Chef der Firma Media Broadcast, die seit März zu Freenet gehört. Gedanken machen bedeutet aber auch, über Alternativen nachzudenken, ob Satellit, Kabel oder Internet.

Was sich 2017 für Verbraucher ändert

Der Name deutet es an: DVB-T2 HD ist eine Weiterentwicklung des digitalen Antennenfernsehens DVB-T. Mit dem neuen Standard ist es möglich, Bilder im hochauflösenden HD-Format zu übertragen – anders als bei Satellit, Kabel und Internet-TV geht das per Antenne bislang nicht. Zudem werden künftig mehr Programme angeboten. Auch etliche Privatsender sollen verfügbar sein, wenn auch gegen Gebühr.

Die Einführung des neuen Standards steht schon länger fest. Bereits vor der Fußball-Europameisterschaft im Sommer begann in etlichen Ballungsräumen der Testbetrieb, seitdem können Zuschauer dort mit den richtigen Geräten das Antennenfernsehen scharf stellen. Am 29. März erfolgt in vielen Regionen die vollständige Umstellung, weitere Standorte sollen später folgen. „In der Ausbaustufe sollen 80 Prozent der Deutschen DVB-T2 HD gucken können“, verspricht Media-Broadcast-Manager Breuer – beim alten Standard sind es rund 67 Prozent. Genauere Informationen stellt der Betreiber auf der Website www.dvbt2hd.de zur Verfügung.

Doch wie die Werbung schon sagt: Ohne neue Receiver bleiben die meisten Bildschirme schwarz. Denn alte Geräte kommen in der Regel nicht mit dem effizienten Komprimierungsstandard HEVC (H.265) klar, der bei DVB-T2 HD die Datenmenge so schrumpfen lässt, dass trotz weniger Bandbreite eine bessere Bildqualität möglich ist. Millionen von Empfangsboxen werden deswegen bald zu Elektroschrott.

Was also sollten Zuschauer tun?

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