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Fahrrad-Trend Liebe E-Biker: Wir müssen reden!

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E-Bikes bringen neue Hackordnung auf den Radweg

Ja, es gibt genügend Radfahrer, die die Verkehrsregeln nicht beachten. Aber keiner fährt mit Lichthupe auf dem Radweg und drängelt durch dichtes Auffahren einen anderen Radfahrer, damit der endlich Platz macht.

Das machen ein paar von euch E-Bikern. Sie übertragen ihr „Achtung, Platz da“-Gehabe von der linken Spur der A1 bis A9 von Flensburg bis Konstanz auf die mehreren tausend Kilometer Radwegenetz durch die schönsten Regionen Deutschlands. "Mein Motor hat ordentlich Watt, ich will hier durch, ich habe Vorfahrt", scheint ihre Haltung zu sein. Statt "Blinker raus" heißt es "Klingel an". Und falls es nicht schnell genug geht, fallen auch mal böse Worte.

Vom Rausch der Geschwindigkeit seid ihr ganz angestachelt! Die Hackordnung auf dem Radweg wird auf den Kopf gestellt. Wer heute in Alltagskleidung auf einem normalen Fahrrad einfach nur eine gemütliche Radtour macht, darf sich nicht wundern, wenn eine Truppe fideler Radler in Funktionskleidung von Kopf von bis Fuß sich mit orchestriertem Klingeln den Weg freimachen will.

Und Speed habt ihr. Bis zu 25 Kilometer pro Stunde schaffen eigentlich alle E-Bikes, einige schaffen es mit Trittkraftunterstützung auf bis zu 45 Kilometer pro Stunde. 25 Stundenkilometer sind eine anständige Durchschnittsgeschwindigkeit für einen Hobbyrennradfahrer. 45 Stundenkilometer erreichen nur die wenigsten Amateursportler in einem Jedermann-Radrennen – schon gar nicht ohne den Windschatten einer großen Gruppe. Das sind so hohe Geschwindigkeiten, dass der ADAC sich fragte, ob die Radtechnik dazu überhaupt ausgelegt sei. Immerhin – sie lobten die zupackenden Scheibenbremsen.

Auf dem Rad gibt es keine Knautschzone

Die Technik, lieber ADAC, die kann das. Das Problem ist oft der Mensch, der sie benutzt.

Die schmucken Antriebe beschleunigen nämlich auf Geschwindigkeiten, die einige von euch entweder noch nie gefahren sind – oder zuletzt als Kinder, als ihr noch todesmutig die Hügel hinabgeschossen seid.

Ihr kennt die Geschwindigkeiten natürlich aus dem Auto. Doch auf dem Rad gibt es keine Knautschzone, keine Airbags oder Bremsassistenten. Und dann zeigt sich, dass ein wenig verpflichtender Fahrunterricht nicht nur für 18-Jährige im Auto, sondern auch für deutlich ältere Menschen auf zwei Rädern sinnvoll wäre. Wenn ihr abspringt, um das Rad so zum Stehen zu bringen, wenn ihr aus den Kurven getragen werdet – dann ist das eben auch gefährlich, zumal die Räder mit einem Gesamtgewicht von selten weniger als 20 Kilogramm auch schwieriger zu fahren sind, als ihre unmotorisierten Brüder und Schwestern.

Teuer und elegant
Edles Schloss von Abus passend zum Rahmen. Quelle: PR
Oberrohrtasche mit Platz für das Smarthpone von Abus. Quelle: PR
Extrem leichter und Platz sparender Schlauch fürs Mountainbike von Schwalbe. Quelle: PR
Regendicht, optisch ansprechend und Platz für die Akten. Commuter Bag von Ortlieb. Quelle: PR
Wer sein teures E-Bike liebt, der trägt's in die Wohnung. Mit dem Modell Radius von Winora noch machbar dank kompakter Maße. Quelle: PR
Lack, der unter Strom leuchtet. Derzeit noch nicht serienreif, 2017 will Brompton das anbieten. Quelle: PR
Falscher Sport? Nein - für modische Mountainbiker bedient sich Giro bei der Optik von Skibrillen. Quelle: PR

Allein, um euch selbst zu schützen – ein Helm sollte Pflicht sein. Ist er auf dem Mofa schließlich auch. Und das darf nur 25 Stundenkilometer fahren.

Also, liebe E-Biker, die ihr dieses Jahr neu auf die Radwege kommt: Fahrt mit Freude, fahrt mit Rücksicht. Es ist Erholung, nicht die Tour de France. Nehmt mal das Tempo raus, wenn am Wochenende bei schönem Wetter alle raus wollen und es voll wird. Genießt die Fahrt, denn es gilt: Die Reise ist das Ziel.

Allzeit gute Fahrt,

ein Radfahrer

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