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Film und Foto in Schnee und Eis Welche Action-Cam für Ihren Winterurlaub die richtige ist

Der Winter war früher einmal fotofreie Zeit. Zu dunkel, zu nass, zu kalt. Die Lage hat sich gründlich geändert. Mit kälteresistenten und wasserfesten Outdoorkameras kann heute jedermann tolle Videos und Fotos in Schnee und Eis produzieren. Welche Kameras für welchen Zweck taugen – und wer überhaupt keine Kamera braucht.

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Die besten Outdoor-Kameras für den Winter
GoPro Hero 3+ Quelle: PR
GoproHero3 White Edition
Sony AS30 Quelle: PR
JVC Adixxion Quelle: PR
EasypixXtasy Quelle: PR
Easypix GoXtreme Wifi Quelle: PR
X7 ActionPro Quelle: PR

Die Hightech-Industrie hält doch immer wieder Überraschungen bereit. Wer hätte gedacht, dass so langweilige Kleinteile wie Brustgurt, Klebepad, Winkelgelenk oder Saugnapfhalter plötzlich zu gesuchten Accessoires von technikaffinen Lifestyle-Fans werden. Genau dies ist aber in den letzten zwei Jahren passiert. Möglich macht es der Boom bei wetterfesten Action-Kameras, die mit den genannten Kleinteilen an passender Stelle befestigt werden: am Körper, auf dem Snowboard oder am Autofenster.

Pionier in dieser Kameragattung ist der nordamerikanische Hersteller Woodman Labs, besser bekannt unter dem Namen Gopro. Dessen ultrakompakte Kleinstkamera Hero ist zum Kultgerät der Sport- und Action-Szene avanciert. Inzwischen tummeln sich eine ganze Reihe von Fotoherstellern auf diesem Markt. Die Begeisterung für die Action-Cams hat selbst Traditionsherstellern wie Rollei enorme Umsätze beschert. Der Umsatz von Rollei hat sich in diesem Bereich 2013 gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Das Unternehmen hat mehr als 150.000 Stück ausgeliefert.

Auch die Anbieter und Hersteller von Zubehörteilen freuen sich. Der Photoindustrie-Verband etwa spricht in einer Mitteilung von einem "weitreichenden Zubehörmarkt, der, entsprechend der Nutzung der Kameras, im Sekundentakt an Vielseitigkeit gewinnt".

Zwei Irrtümer

An dieser Stelle gilt es zwei Irrtümer aufzuklären. Irrtum Nummer eins: Action-Cams sind nur was für technikverliebte Sportkanonen. Vielmehr kann jeder, der gerne bei Wind und Wetter fotografiert, mit den sportlichen Kameras, spannende Videos oder Fotos mit dem gewissen Extra machen.

Einige Kamerahersteller bieten spezielle Kits für das Fotografieren im Winter an. Im Bild eine Pentax WG3. Quelle: PR

Irrtum Nummer zwei: Action-Cams sind was für den Sommer. Gerade beim Skifahren, Snowboarden oder auch bei der winterlichen Bergtour bewähren sich die wetterfesten Kameras. Hersteller wie Sony, Pentax  oder Rollei bieten spezielle Winter-Kits, bei denen die Kamera mit Halterungen geliefert wird, die für den Wintersport geeignet sind. Dazu gehören beispielsweise Helmgurte, Klebepads oder auch der oben erwähnte Brustgurt.

Allerdings ist die Produktvielfalt inzwischen so groß und der Markt so unübersichtlich geworden, dass man sich vor dem Kauf darüber klar werden sollte, was die Geräte eigentlich können.

Wer sich eine Outdoor-Kamera für den Winter kaufen möchte, sollte sich vorher vier Fragen stellen.

Erstens: Wie sportlich wird es?

Wie sportlich wird es genau? Wie intensiv ist das sportliche Geschehen, das man mit der Kamera festhalten möchte? Wer in ein Wellnesshotel am Tegernsee eincheckt und sich ab und zu draußen die Füße vertritt, der braucht keine Action-Cam. Er braucht maximal seine klassische Digicam, die er auch im Sommerurlaub benutzt. Oder gar keine Kamera.

Wer dagegen längere Spaziergänge macht, bei einsetzendem Schneefall nicht sofort umkehrt und die Kinder bei der Schneeballschlacht knipsen möchte, für den ist eine Outdoor-taugliche und wetterfeste Digicam das Richtige. Diese Kameras lassen sich bedienen wie eine "ganz normale" Digicam, sie sind lediglich besonders robust, kälteresistent und mit Dichtungen gegen Wasser geschützt. Beispiele hierfür sind die Kameras der Fujifilm XP-Serie.

Eine echte Action-Kamera wie Gopro oder Rollei Bullet wäre auch hier die falsche Wahl.

Es muss keine Action-Cam sein

 Der Boom bei den Actionkameras freut auch die Zubehör-Industrie. Die meisten Hersteller legen ihren Kameras nur wenig Befestigungsteile bei. Die hier abgebildete Easypix Xtasy ist vergleichsweise gut ausgestattet. Quelle: PR

Zweitens: Wer wird gefilmt?

Wollen Sie sich selbst beim Wintersport filmen oder wollen Sie nur Sie nur anderen beim Aufnehmen? Nur, wer sich selbst filmt, benötigt eine echte Action-Cam, eine Kamera also, die sich mit speziellen Halterungen am Körper, auf dem Helm oder auf den Skiern befestigen lässt und die jede Schussfahrt auf der Piste mit Superweitwinkel filmt. Wer dagegen lieber andere Menschen bei Spiel und Sport ablichtet, landet auch wieder bei der wetterfesten Outdoor-Kamera.

Zumal die reinrassigen Action-Cams für solche Zwecke gar nicht geeignet sind. Sie haben entweder kein oder nur ein sehr kleines Display und bieten wenig Einstellmöglichkeiten. Einschalten und losfahren ist die Devise. Diese Action-Cams sind ideal für die Action, aber weitgehend ungeeignet für sonstige Aufnahmen

Drittens: Filmen oder fotografieren?

Im Prinzip ist das kein Problem, da alle Geräte fotografieren und filmen können. Allerdings setzen die einzelnen Modelle unterschiedliche Schwerpunkte. Die Panasonic WAX-30 beispielsweise ist eine digitale Filmkamera, die zwar auch gute Fotos macht, aber von der Handhabung her den Schwerpunkt auf Videos liegt. Die Olympus Tough TG-2 hingegen ist von den Einstellmöglichkeiten und der Handhabung her eine Fotokamera, auch wenn sie recht passable Videos dreht.

Viertens: Wie wichtig ist die Bildqualität?

Mal ehrlich, da Fotos und Videos heute zumeist auf Monitoren angesehen werden, wird es immer schwieriger, die Bildqualität wirklich zu beurteilen. Für die meisten Anwender genügt die Bildqualität einer Digicam aus der 250-Euro-Klasse.

Allerdings gibt es immer noch viele Menschen, die beim Fotografieren auf viele Einstellmöglichkeiten und beste Bildqualität Wert legen. Für diese Zielgruppe gibt es neuerdings auch wetterfeste und wintertaugliche Systemkameras wie die Olympus OM-D EM-1 oder Spiegelreflexkameras wie die Pentax K3. Gerade im Winter schaffen die reflektierenden Schneeflächen sehr schwierige Lichtverhältnisse. Da ist eine hochwertige Kamera mit Spotmessung und präzisem Autofokus genau das Richtige. Wer also im Winter bei der Bergtour, beim Langlauf oder bei der Wanderung rund um den vereisten See richtig schöne Fotos machen will, sollte eine hochwertige wetterfeste System- oder Spiegelreflexkameras in Betracht ziehen.

Etwas anders liegen die Dinge bei Camcordern. Gut aussehende Videoclips mit rasanter Action können sie alle produzieren. Doch gerade die schnelle Bewegung fordert den Bildprozessor einiges ab. Wer rasante Action nicht nur hochauflösend, sondern auch flüssig und in jeder Sekunde scharf sehen will, benötigt eine besonders leistungsfähige Kamera.

Ein aussagekräftiger Indikator ist hier die Bildrate bei Full-HD-Videos. Je mehr Bilder die Kamera pro Sekunde schafft, desto schärfer und flüssiger laufen Bewegungen bei der Wiedergabe ab. Wenn im Datenblatt steht, Full HD (1980 x 1020) mit 60 fps (Frames per Second), dann ist alles gut.

Bei den einfacheren Geräten muss man für die 60 fps zumeist auf HD-Modus (1280 x 720) schalten. Auch das ergibt noch eine tadellose Bildqualität, solange man die Videos nicht auf einem riesigen TV-Bildschirm betrachtet.

Vorgängermodelle reichen meist aus

Pfiffige Lösung: Skibrillen sind in der Regel sowieso ein bisschen klobig und schwer, da fällt der integrierte Camcorder im rechten Bügel gar nicht mehr auf. Quelle: PR

Bei Sportvideos wird auch das Thema Zeitlupe interessant. Wer gerne Zeitlupenaufnahmen produziert, sollte unbedingt ins Datenblatt schauen, was die jeweilige Kamera hier leistet. Spitzenmodelle schaffen bis zu 240 Bildern pro Sekunde, allerdings bei reduzierter Auflösung.

Hat man die hier erwähnten Fragen für sich beantwortet, sollte klar sein, welche Art von Kamera man benötigt.

Unter Umständen benötigt man nicht unbedingt die Top-Qualität, die Kameras wie die aktuelle Rollei Bullet 5S oder die Gopro Hero 3 liefern. In den meisten Fällen erzielt man auch mit den Vorgängermodellen sehr schöne Ergebnisse. Diese sind im Handel auch wesentlich billiger. So kostet der Vorgänger der aktuellen Rollei Bullet 5S, die 4S, in Onlineshops nur 149 Euro – inklusive Fernbedienung und Befestigungsmaterial. Die Gopro Hero 3, Vorgänger der Hero 3+, ist schon für gut 200 Euro zu haben. Die Vorgängermodelle sind in der Regel von den äußeren Abmessungen her gleich und lassen sich daher auch mit dem aktuellen Befestigungszubehör verwenden.

Auf das Zubehör achten

Gerade bei Zubehör wie Klebepads, Saugnapfhaltern und Gurten langen die Anbieter ordentlich zu. Unter 25 Euro ist normalerweise keine Halterung zu haben. Eine Saugnapfhalterung für die Action-Cam AS30 von Sony kostet beispielsweise 35 Euro.

Vielfilmer könnten hier auf die Idee kommen, zusätzlich zum aktuellen Spitzenmodell das günstigere Vorgängermodell anzuschaffen. Dann hat man nicht nur eine zweite Kamera, die aus einer anderen Perspektive filmt, sondern kann auch mit Befestigungszubehör und Akku jonglieren – falls der Hersteller nicht so gemein war, den Akku beim neuen Modell zu verändern.

In Arbeit
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Generell ist es sinnvoll, sich vor dem Kauf der Kamera anzusehen, ob andere Hersteller nicht vielleicht mit denselben Halterungen und Adaptern arbeiten. Das ist vielfach der Fall. Dem Augenschein nach sind beispielsweise die Halterungen für die Action-Cams von Hama dieselben wie die für die Rollei Bullet. Sollte die Kamera irgendwann mal kaputtgehen, könnte man das Befestigungsmaterial mit einem anderen Gerät weiterverwenden.

Wem das jetzt zu kompliziert wird, der kann sich einfach durch die Marktübersicht von Wiwo.de klicken. Diese bietet für jeden Einsatzzweck und für jeden Geldbeutel ein passendes Modell.

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