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Flinke Finger Wie das Smartphone unser Gehirn verändert

Chatten, Surfen, Spielen: Wir tippen und wischen täglich auf unserem Smartphone. Das geht nicht spurlos an unserer Schaltzentrale vorbei: Wie eine Studie eines Schweizer Forscherteams zeigt, zeigen sich langfristig Veränderungen in der Struktur unseres Gehirns, wenn wir uns viel mit unserem Smartphone beschäftigen.

Das können die aktuellen Smartphones
LG G4LG Electronics hat am 28. April sein neues Flaggschiff G4 vorgestellt. Punkten wollen die Koreaner etwa mit einer innovativen Kamera, die 80 Prozent mehr Licht auf den Bildsensor leitet als beim Vorgänger-Modell. 16 Megapixel Auflösung und ein weiterentwickelter Bildstabilisator sollen für hochwertige Fotos sorgen. Für gute Selfies ist eine acht MP Frontkamera verbaut. Damit dafür auch genügend Speicherplatz zur Verfügung steht, kommt das LG 4 mit 32 GB internem Speicher daher, der durch eine MicroSD-Karte auf bis zu zwei Terabyte erweitert werden kann. Der Bildschirm ist 5,5 Zoll groß und soll deutlich heller und kontraststärker sein, als das Vorgängermodell, zudem bietet er laut LG eine bessere Farbtreue und Berührungsempfindlichkeit. Pluspunkt: Der Akku ist austauschbar, er bringt 3000 mAh Leistung. Als Prozessor ist ein 808 Snapdragon an Bord. Das Gerät wird in verschiedenen Materialien erhältlich sein: Es gibt eine Leder-Variante und eine Ceramic-Version (hier im Bild) jeweils in mehreren Farben. Ein Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. Quelle: Presse
Sony Xperia Z4 Quelle: REUTERS
Huawei P8Ein neues Design und eine leistungsstarke Kamera - mit diesen Features kann das neue P8 von Huawei die Kritiker überzeigen. Es ist billiger als die Konkurrenz von Apple und verspricht in etwa die gleiche Leistung. Das Smartphone gibt es in Grau, Champagner, Weiß und Gold. Jedes zweite Smartphone in Deutschland ist aktuell ein Samsung-Gerät. Nur jedes vierte Smartphone in Deutschland ist derzeit ein iPhone. Geräte der Hersteller Sony, Nokia, HTC, LG und Huawei hingegen spielen unter deutschen Smartphone-Nutzern kaum eine Rolle. Quelle: Presse
Xiaomi Mi Notes Der chinesische Smartphonehersteller Xiaomi hat am 15. Januar die Oberklasse-Smartphones Mi Note und Mi Note Pro vorgestellt, die dem iPhone 6 in den USA Konkurrenz machen sollen. Das Display des Mi Note schlägt das iPhone 6 mit 5,7 Zoll zu 5,5 Zoll, der Bildschirm hat eine Pixeldichte von 386 ppi und ein LCD-Panel für einen höheren Kontrast. Die Kamera an der Rückseite verfügt über 13 Megapixel, die an der Vorderseite über vier Megapixel. Der interne Speicher fasst 16 GByte und lässt sich nicht per microSD-Karte erweitern. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 319 Euro. o Das Mi Note Pro kostet 458 Euro, ist aber auch noch etwas besser ausgestattet: Die Pixeldichte beträgt 515 ppi, das Speichervolumen 64-GByte. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy A7Samsung hat mit dem A7 ein superflaches und nur 141 Gramm schweres Smartphone in Alu-Gehäuse vorgestellt. Mit 6,3 Millimetern ist es noch dünner als das aktuelle iPhone 6 mit 6,9 Millimetern. Es sei eines der flachsten Samsung-Smartphones aller Zeiten, teilte der Hersteller in seinem Blog mit. Das Handy hat ein 5,5 Zoll großes Super Amoled Display. Als Betriebssystem ist Android KitKat (4.4) an Bord. Samsung verspricht mit acht leistungsstarken Prozessoren flüssiges Surfen und Nutzen von Apps, vor allem für den Austausch in den Sozialen Medien. Eine 5-Megapixel-Frontkamera sorgt für Selfies in ordentlicher Qualität, deutlich stärker ist die Kamera an der Rückseite mit 13 Megapixeln. Für bessere Selfies ist der "Auto Selfie"-Modus da, mit dem per Sprachbefehl oder einem Wink mit der Hand die Kamera ausgelöst werden kann. Ein 2600 mAh starker Akku soll für Ausdauer sorgen. Wie bei Samsung üblich, wurde sich über Preis und Marktstart noch ausgeschwiegen. Händler und IT-Portale vermuten, dass das Smartphone gegen Ende des ersten Quartals für um die 500 Euro in die Läden kommen wird. Quelle: Samsung
Samsung Galaxy Note 4 LTE-A Quelle: AP
Samsung Galaxy A5 und A3Samsung hat die neue A-Serie vorgestellt. Die Smartphones haben ein Metallgehäuse; beide sind mit einer 5-Megapixel-Frontkamera ausgerüstet, um gute Selfies machen zu können. Passend dazu ist die neueste Kamera-Software an Bord, die mit dem Galaxy Note 4 eingeführt wurde und verschiedene spezielle Selfie-Einstellungen ermöglicht. Das A5 (im Bild) ist das größere, es kommt einem 5-Zoll-Display, 2 GB Arbeitsspeicher, einer 13-Megapixel-Kamera an der Rückseite und einem 2300 mAh starken Akku in den Handel. Der kleine Bruder A3 ist die abgespeckte Version mit einem 4,5-Zoll-Display, 1 GB Arbeitsspeicher, 6-Megapixel-Rückkamera und einem nur 1900 mAh starken Akku. Beide Smartphones laufen auf Android KitKat (4.4) und bringen NFC und LTE mit. Preis: noch unbekannt. Ab November sollen die Smartphones in Weiß, Schwarz, Silber, Pink und Blau verfügbar sein. Quelle: Samsung

Das Smartphone ist für die meisten Menschen längst zu einem ständigen Begleiter geworden. Das ständige checken von E-Mails, sozialen Netzwerken, Surfen und dergleichen hat schon den Begriff der "Generation Kopf unten" geprägt. Und abseits von Problemen wie einem steifen Nacken oder wunden Daumen verändert das häufige Tippen und Wischen sogar unsere Gehirnstruktur. Das hat eine Gruppe von Schweizer Forschern unter Leitung des Neurophysiologen Arko Ghosh nun herausgefunden.

Die sieben Smartphone-Sünden

Für die Untersuchung wurden aus 37 Testpersonen zwei Gruppen gebildet. Über einen Zeitraum von zehn Tagen sollten 26 Versuchspersonen ein Smartphone verwenden, die übrigen Teilnehmer bekamen ein normales Handy ohne Touchscreen. Im Anschluss wurden mit Elektroden die Hirnströme der Probanden gemessen, während die Fingerkuppen gereizt wurden.

Bei den Smartphone-Nutzern stellten die Forscher eine deutlich veränderte Gehirnaktivität fest, wenn Daumen, Zeige- und Mittelfinger berührt wurden. Konkret zeigten sich Veränderungen im sogenannten somatosensorischen Cortex: Dieses Areal ist dafür zuständig, die Signale aller Körperbereiche zu verarbeiten - also auch die der Finger.

Veränderungen in diesen Hirnbereichen kennt man etwa von geübten Geigenspielern: Hier ist das Areal, das für den instrumentführenden Finger verantwortlich ist, stärker ausgeprägt. Die schnellen und präzisen Bewegungen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger  prägten sich offenbar ähnlich ein wie das Üben eines Geigenspielers.

Gosh und sein Team wollten nun herausfinden, ob sich eine solche Veränderung auch bei Smartphone-Nutzern ausprägt. Und tatsächlich konnten die Wissenschaftler in ihrem Versuchsaufbau zeigen, dass die Areale, die für die Bewegungen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger zuständig sind, aktiver sind als bei Nutzern herkömmlicher Handys.

Der Daumen reagiert am heftigsten

Auch die Häufigkeit der Smartphone-Nutzung hat Auswirkungen: Hier sind die Hirnaktivitäten noch stärker gesteigert.

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Je intensiver die Probanden ihr Smartphone im Zehn-Tages-Zeitraum nutzten, desto stärker waren auch die messbaren Hirnsignale. Dabei habe es auch keine Rolle gespielt, wie lange die Versuchspersonen zuvor bereits ein Smartphone besessen hätten.

Dies sei ein Unterschied zu den Gehirnveränderungen, die man bei Violinisten kennt: Bei Letzteren hängt die Signalstärke davon ab, wie lange sie das Instrument schon spielen. Am deutlichsten zeigte sich der Zusammenhang beim Daumen und dem zugehörigen Hirnbereich. Je kürzer die letzte Smartphone-Nutzung zurücklag, umso stärker ließ sich das zuständige Gehirnareal durch eine Reizung der Daumenspitze aktivieren.  

In einer Mitteilung zur Veröffentlichung der Studie teilte Ghosh mit, das Ausmaß der Veränderungen sei unerwartet hoch gewesen: "Die digitale Technik, die wir im Alltag nutzen, prägt die Sinnesverarbeitung in unserem Gehirn. Vom Ausmaß der Unterschiede war ich wirklich überrascht." Welche Mechanismen genau dahinterstecken, soll nun weiter erforscht werden.

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