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Gadgets, Big Data und Co. Diese Technik-Trends kommen 2013

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Big Data, Social Media und die Privatsphäre

Mit Daten gegen Stau und Krebs
Big Data gegen den Stau: Forscher arbeiten an Systemen, die Verkehrsdaten in Echtzeit auswerten. Ziel ist es, dank intelligenter Steuerung das tägliche Stop and Go auf den Autobahnen zu vermeiden. Die Informationen liefern Sensoren in den Autos und am Straßenrand. Ein Pilotprojekt läuft derzeit beispielsweise in der Rhein-Main-Region, allerdings nur mit rund 120 Autos. Langfristig ist sogar das vollautomatische Autofahren denkbar – der Computer übernimmt das Steuer. Quelle: dpa
Es waren nicht nur gute Wünsche, die US-Präsident Barack Obama zur Wiederwahl verholfen haben: Das Wahlkampf-Team des Demokraten wertete Informationen über die Wähler aus, um gerade Unentschlossene zu überzeugen. Dabei griffen die Helfer auch auf Soziale Netzwerke zurück. Quelle: dpa
Was sagen die Facebook-Freunde über die Bonität eines Nutzers aus? Das wollten die Auskunftei Schufa und das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Sommer 2012 erforschen. Doch nach massiver Kritik beendeten sie ihr Projekt rasch wieder. Dabei wollten die beiden Organisationen lediglich auf öffentlich verfügbare Daten zugreifen. „Die Schufa darf nicht zum Big Brother des Wirtschaftslebens werden“, warnte etwa Verbraucherministerin Ilse Aigner ( CSU). Auch andere sind mit Big-Data-Projekten gescheitert. Quelle: dapd
Bewegungsdaten sind für die Werbewirtschaft Gold wert. Der Mobilfunk-Anbieter O2 wollte sie deswegen vermarkten und sich damit neue Einnahmequellen erschließen. Dafür gründete er Anfang Oktober die Tochtergesellschaft Telefónica Dynamic Insights. In Deutschland muss die Telefónica-Tochter allerdings auf dieses Geschäft verzichten: Der Handel mit über Handys gewonnenen Standortdaten sei grundsätzlich verboten, teilte die Bundesregierung mit. Quelle: AP
Welches Medikament wirkt am besten? Die Auswertung großer Datenmengen soll dabei helfen, für jeden Patienten eine individuelle Therapie zu entwickeln. So könnten die Mediziner eines Tages die Beschaffenheit von Tumoren genau analysieren und die Behandlung genau darauf zuschneiden. Quelle: dpa
Damit die Energiewende gelingt, müssen die Stromnetze intelligenter werden. Big-Data-Technologien können helfen, das stark schwankende Stromangebot von Windrädern und Solaranlagen zu managen. Quelle: dpa
Welche Geschenke interessieren welchen Kunden? Und welchen Preis würde er dafür zahlen? Der US-Einzelhändler Sears wertet große Datenmengen aus, um maßgeschneiderte Angebote samt individuell festgelegter Preise zu machen. Dabei fließen Informationen über registrierte Kunden ebenso ein wie die Preise von Konkurrenten und die Verfügbarkeit von Produkten. Die Berechnungen erledigt ein Big-Data-System auf der Grundlage von Hadoop-Technik, an dem der Konzern drei Jahre gearbeitet hat. Quelle: dapd

3. Big Data

Der US-Wahlkampf 2012 hat vor allem eines gezeigt: Mit vielen Informationen über die Wähler lässt sich ein Wahlkampf gewinnen. Barack Obama und sein Team haben nicht nur Unmengen an Daten gesammelt, sie wussten die gewonnenen Informationen auch für sich zu nutzen.

Die Frage, wie man Daten nutzbar machen kann, wird das Jahr 2013 prägen. Die Menge an Informationen über jeden einzelnen Bürger wird durch den verstärkten Gebrauch mobiler Endgeräte wie Tablets und Smartphones immer stärker wachsen. Wie mit dieser Masse umgegangen werden kann, bleibt eine der ganz großen Herausforderungen. Denn nur 23 Prozent der weltweit gesammelten Daten können derzeit überhaupt nutzbar gemacht werden. Und nur drei Prozent davon sind verschlagwortet, noch weniger werden analysiert.

Hier liegt bares Geld brach. Das haben auch Unternehmen und Marketingleute erkannt. Sie werden immer mehr Informationen über ihre Kunden und Zielgruppen sammeln und sowohl Werbung als auch Produkte aufgrund der Datenanalyse möglichst genau an die Bedürfnisse der Kunden anpassen. Sogar Wettervorhersagen, Wahlergebnisse und der Energieverbrauch lassen sich künftig auf diesem Weg deutlich präziser vorhersagen.

Dafür wird nicht nur Rechenleistung sondern auch Manpower benötigt. Entsprechend werden Menschen, die programmieren, Statistiken lesen und erstellen sowie gut kommunizieren können, 2013 gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

4. Social Media: Weniger Anonymität, mehr Selbst-Marketing

Während das Internet lange Zeit der Ort für "anonyme Meinungen" war, geht der Trend zum "Klarnamen". Immer mehr Portale – ganz vorne dabei ist Facebook – fordern ihre Mitglieder dazu auf, sich mit eindeutigem Namen anzumelden und entsprechend transparent zu ihren Statements zu bekennen. Sogenannte "Trolls" werden 2013 entsprechend immer weniger werden. Als "Troll" bezeichnen netzaffine Menschen Personen, die Kommunikation im Internet destruktiv behindern. Sie kommentieren nicht sachbezogen, sondern fallen vor allem durch Pöbeleien auf. Pöbeleien werden 2013 sicher nicht aufhören, aber die Masse derer, die das Internet als Bühne verstehen, wird wachsen. Sie stehen mit echtem Namen zu ihren Äußerungen. Und sie nutzen ihr Netzwerk auf Facebook, Twitter und Co. zur Selbstdarstellung und -vermarktung.

5. Tools zum Schutz der Privatsphäre

Wer sich im Internet zu seinem vollen Namen bekennt, gibt auf der anderen Seite immer mehr die eigene Privatsphäre auf. Dazu kommt das verstärkte Sammeln von Daten, dass den Kunden für Unternehmen und Behörden immer durchschaubarer macht. Doch wo auf der einen Seite Klarnamen gefordert werden, stoßen sich auf der anderen Seite immer mehr Menschen an der Transparenz im Netz. Gerade in Deutschland ist die Skepsis vor Sozialen Netzwerken im Vergleich zu anderen Ländern besonders hoch.

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