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Galaxy S4-Präsentation Apple zittert vor Samsungs Riesen-Event

Samsung will in der Nacht zu Freitag das Galaxy S4 vorstellen. Das Mega-Event des koreanischen IT-Riesen scheint der Konkurrenz ordentlich Respekt einzuflößen.

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Phil Schiller, Vize-Marketing-Chef bei Apple attaktiert Google Betriebssystem Android. Quelle: REUTERS

Nicht ohne Grund gab Apples Vize-Marketing-Chef Phil Schiller kurz vor der großen Show in der Radio Music Hall am Rockefeller Center dem Wallstreet Journal ein ausführliches Interview, in dem er die Vorzüge des Apple-Betriebssystems iOS angepriesen hat. Und hat dabei vor allem gegen Googles überaus erfolgreiches Betriebssystem Android geschossen. Das System sei fragil und von vielen Herstellern zusammengestückelt worden. Dadurch würden die verschiedenen Dienste auf den Geräten nicht problemlos ineinandergreifen. Außerdem würden nicht wenige Benutzer veraltete Versionen einsetzen. Eigentlich sei Android so verbreitet, weil das Google-Betriebssystem von etlichen Mobilfunkbetreibern als kostenloser Ersatz für normale Handys zu bekommen sei.

Googles freies Android-System ist im Smartphone-Geschäft schon lange der klare Marktführer. Auf rund 70 Prozent der abgesetzten Geräte soll das System installiert sein. Den Erfolg hat Googles Plattform nicht zuletzt der starken Verbreitung der Samsung Smartphones zu verdanken.

Das sind die Apple-Zwillinge
Samsung Galaxy IIDer Smartphone-Verkaufsschlager aus dem Hause Samsung ist millionenfach verkauft worden und der stärkste Konkurrent von Apples iPhone. Das Handy ging mit einem größeren Display, aber ebenfalls mit den für Apple typischen abgerundeten Ecken auf den Markt. Quelle: dpa
Samsung ChromeboxAls das Ende der großen Computertower eingeläutet wurde, kamen immer mehr kleine Boxen auf den Markt, in denen ein kompletter Rechner komprimiert enthalten war. Die abgerundeten Ecken der Samsungs Chromebox erinnern stark an ein ähnliches Produkt aus dem Hause Apple. Quelle: Presse
Mac MiniApples Mac Mini wurde 2005 on Steve Jobs vorgestellt und ähnelt dem Samsung-Produkt extrem. Quelle: AP
iPhone 4Die Ähnlichkeit zu Apples iPhone 4, das vorher auf dem Markt war, ist sehr auffällig. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy Ace PlusAuch das Galaxy Ace Plus erinnert stark an die Produkte aus dem Hause Apple. Sogar der Klingelknopf auf dem Display ähnelt das Smartphone aus Amerika. Entsprechend gehört dieses Telefon auch zu den Exemplaren, bei denen das Gericht im Pantentstreit zwischen Apple und Samsung eine Verletzung sah. Quelle: Presse
iPhone G3Bei der zweiten iPhone-Generation wurde das Aussehen des Gerätes verändert. Die Ecken sind stärker abgerundet, wie eben auch bei der Samsung -Konkurrenz. Die Aluminium-Rückseite wurde durch eine schwarze Abdeckung ersetzt und das Gerät insgesamt dünner. Quelle: AP
Samsung ChromebookDas edle Design des Samsung Chromebooks mit runden Ecken und dem zentralen Trackpad wirkt wie eine Apple-Kopie. Quelle: Presse

Schillers Schüsse gegen Android kommen also kurz vor dem Samsung-Event zu einem durchaus interessanten Zeitpunkt. Einerseits tritt bei Google gerade der der neue Android-Chef Sundar Pichai seinen Dienst an. Er löst Andy Rubin ab, der die Software eins mitentwickelt hatte. Andererseits reden seit Wochen reden Experten und Tech-Fans von dem neuen Gerät der Koreaner. Die Vermutungen darüber, was das neue Flaggschiff aus dem Hause Samsung alles können soll, überschlagen sich regelrecht.

So horcht die Fan-Gemeinde auf, weil Samsung laut Angaben des Blogs „Patent Bolt“ gerade das Patent für eine 3-D-Kamera beantragt hat. Vermutungen tauchen auf, dass das neue Smartphone bereits mit dieser Kamera ausgestattet sein könnte.

Außerdem scheint bereits jetzt klar zu sein, dass das Galaxy S4 über einen fünf Zoll großen Riesenbildschirm, einen leistungsstarken Achtkern-Prozessor und eine Kamera mit 13 Megapixeln verfügen wird. Angebliche Bestellungen von Zulieferern und erste Bilder im Netz befeuern die Gerüchteküche. Das Geheimnis um den S3-Nachfolger wird Donnerstagnacht endgültig gelüftet.

 

Samsung holt auf

So viele Geräte verkauft der Elektroriese Samsung
Samsung ist die Nummer eins auf vielen Märkten. Als heimliche Holding des Mischkonzerns gilt der Freizeitparkbetreiber Everland, der zu 54 Prozent der Familie Lee gehört, die direkt und indirekt Anteile an den einzelnen Unternehmen hält. Zahlen zur Samsung Group: Umsatz (2011): 196 Milliarden Euro Nettogewinn: 16,1 Milliarden Euro Mitarbeiter (Ende 2011): 369.000 Gegründet: 1938 als Handelshaus Einzelunternehmen: 79 Schwerpunkt: rund 75 % Elektronik Quelle: REUTERS
Laptops: Verkauft (2011): 13,2 Millionen Marktanteil: 5 Prozent Quelle: REUTERS
Flachbildschirme/ TV-Geräte:weltweit Nr. 1 Marktanteil: 27 Prozent Quelle: dpa
Laserdrucker: Verkauft (2. Quartal 2012 laut IDC): 7,0 Millionen Marktanteil: 5 Prozent Quelle: Presse
Beistellkühlschränke:weltweit Nr. 1 (2011) Marktanteil: 33 Prozent Quelle: Presse
Smartphones: weltweit Nr. 1 (2. Quartal 2012 laut IDC) Marktanteil: 31 Prozent Quelle: dapd
Digitalkameras:weltweit Nr. 4 (2011) Marktanteil: 13 Prozent Quelle: REUTERS

Apple hingegen hatte bereits zum Weihnachtsgeschäft 2012 das iPhone 5 herausgebracht. Laut der Marktforschungsfirma Strategy Analytics verkaufte es sich im Schlussquartal fast doppelt so gut wie das Galaxy S3. Dessen Nachfolgemodell soll den Spieß wieder umdrehen. „Die Latte liegt hoch für Samsung“, sagt Analyst Michael Gartenberg vom Marktforscher Gartner. „Das iPhone 5 gilt als der Maßstab unter den Smartphones.“ Außerdem wabern in alter Apple-Tradition schon wieder neue unbestätigte Gerüchte über einen möglichen Nachfolger durch das Netz.

Trotzdem zeigt das Verhalten Phil Schillers, das Apple die Konkurrenz durchaus fürchtet. Und das zu Recht. Denn neue Studien zeigen, dass der koreanische Elektro-Riese nicht nur bei den Smartphone-Einsteigern, sondern auch bei den erfahrenen Nutzern klarer Favorit ist. Das zumindest hat die quartalsweise erscheinende Studie „Smartphone Mobile Internet eXperience (SMIX) des Marktforschungsinstituts YouGov ergeben. Danach benutzen bereits 33 Prozent der erfahrenen Smartphone-Nutzer ein Samsung, 29 Prozent 29 von Apple.

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Bei den Einsteigern punktet Samsung aktuell sogar noch mehr. In dieser Gruppe haben 40 Prozent der Befragten angegeben, dass ihr hauptsächlich genutztes Mobiltelefon ein Samsung sei – gefolgt vom iPhone mit 17 Prozent. Platz drei und vier belegen Nokia und HTC.

Ein Großteil des Samsung-Erfolgs schreiben die Marktforschungsexperten der geringen Anbindung an Provider zu. Apple bindet sich bei seinen neuen Produkten in der Regel an einen Anbieter – in Deutschland bisher an die Telekom. „Rund die Hälfte aller Kunden haben ihr Samsung-Smartphone ohne Vertragsänderungen oder Providerwechsel erworben“, sagt Bastian Morasch, Berater im Bereich Telekommunikation bei YouGov. „Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil für Samsung, denn die Marke kann flexibel agieren und ist deutlich unabhängiger von Vertragslaufzeiten.“

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