Gefährliche Gadgets E-Zigarette explodiert im Mund

Rauchen kann töten. Das ist unbestritten. E-Zigaretten haben hingegen den Ruf, so schien es, wenigstens das Umfeld der Raucher zu schonen. Doch damit ist es vorbei. Einem Mann ist der E-Glimmstängel im Mund explodiert.

Ähnelt einem Mascarastift, könnte bei Gebrauch aber explodieren: die E-Zigarette Quelle: dpa

Es ist eine Szene, die man bisher nur aus Comics kennt. Im realen Leben ist sie aber nicht komisch und kann schlimmstenfalls mit einem Noteingriff beim Chirurgen enden: In den USA ist einem 57-jährigen Mann eine elektronische Zigarette im Mund explodiert. Das teilte die örtliche Feuerwehr auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.

Der Umfall ereignete sich am Montag. Der Mann aus Niceville in Florida wurde dabei so schwer verletzt, dass er mehrere Zähne und ein Stück seiner Zunge verlor. Zudem verursachte die Explosion, die durch eine defekte Batterie ausgelöst worden war, Verbrennungen im Mund und Gesicht. Nach dem Umfall kam der Familienvater für mehrere Tage in eine Spezialklinik. 

Die Technik der E-Zigarette wird nicht kontrolliert"

Die Detonation der E-Zigarette sei so stark gewesen, dass die Batterie aus der Röhre geschossen sei und einen Schrank in dem Haus des Mannes in Brand gesetzt habe, sagte Joseph Miller, Chef der städtischen Feuerwehr. Auch ein Sitzkissen habe Feuer gefangen; ein chemischer Stoff brannte sich zudem in den Teppich. „Das Gerät war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und geschmolzen“, sagte Miller.

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Die elektronischen Glimmstängel sind zunehmend ein beliebter Ersatz für traditionelle Zigaretten. Die Geräte sollen das Rauchen durch Aussehen, Sinnesempfindung und Geschmack simulieren. Laut der Lobbyorganisation TVECA nutzen 2,5 Millionen Menschen in den USA die E-Zigarette. Die Technik werde aber zurzeit nicht kontrolliert, weshalb sich auch minderwertige Produkte auf dem Markt befänden, sagte der TVECA-Geschäftsführer Ray Story.

„In dem vorliegenden Fall gehen wir von einer unsachgemäßen Nutzung der E-Zigarette aus", sagte ein Sprecher des deutschen Verbands des eZigarettenhandels (VdeH) der WirtschaftsWoche Online. Es handele sich hierbei wahrscheinlich um einen Unfall mit einem „Mod". Dabei werden zwei kleine 3,0 Volt-Akkus hintereinander in einen Akkuträger gesteckt. Das Ziel: eine höhere „Rauch-Leistung". „Das ist eine Bastelei", so der Sprecher, „die hierzulande absolut nicht gängig ist".

Und die sehr gefährlich ist, wie sich nun zeigt. Der VdeH rät, darauf zu achten, ob die E-Zigaretten das CE-Zeichen haben. Die E-Zigarette gilt dann als offiziell zugelassen. Das CE-Zeichen bekommen alle elektronischen Geräte in der Europäischen Union und garantiert einwandfreies Funktionieren, wenn das Gerät sachgemäß genutzt wird. Bei Geräten ohne dieser Kennzeichnung sollten die zwei Millionen Bundesbürger, die nach Händlerangaben in Deutschland mittlerweile zum E-Glimmstängel greifen, die Fingern lassen.

(maz, dpa)

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