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Gigantische Displays Bratpfanne am Ohr - Größenwahn bei Smartphone-Herstellern

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Unauffällig telefonieren, das war einmal


ZTE Grand Memo Quelle: REUTERS


Kehrseite des Strebens nach Größe ist, dass - mindestens - das ZTE- und das LG-Gerät das Format des unauffällig benutzbaren Smartphones eindeutig sprengen. Wer mit den Bildschirmriesen telefoniert, könnte sich genauso gut eine kleine Bratpfanne ans Ohr halten. Er würde nicht weniger Aufsehen erregen. Insofern ist gut beraten, wer mit so einem Smartphone unterwegs ist, besser ein Bluetooth-Headset mit dem Telefon zu koppeln und das Super-Phone unauffällig in der Hand zu halten. Was übrigens den positiven Nebeneffekt hat, dass man gleichzeitig telefonieren und auf dem Telefon Informationen nachschlagen oder Notizen machen kann.

Ein Smartphone für 7900 Euro
Mit dem Ti hat Vertu sein erstes Luxus-Smartphone mit Android vorgestellt. Das handgefertigte Gerät besteht aus einer Mischung aus Titan, Keramik sowie Leder und wird zum stolzen Preis von 7.900 Euro verkauft. Das Mobiltelefon besteht aus 184 Einzelteilen und wird von einer einzelnen Person zusammengesetzt, die das Gerät in der SIM-Kartenhalterung signiert. Es werden spezielle Materialien verwendet, die dem Gerät einen besonders hochwertigen Eindruck vermitteln sollen. Das Gehäuse besteht aus gebürstetem und poliertem Titan, polierter Keramik und schwarzem Leder. Das Display soll mittels einer Saphirkristallschicht vor Beschädigungen geschützt sein, die viermal widerstandsfähiger als bei anderen Smartphones sein soll. Technisch erfüllen die Vertu-Modelle auch künftig keine hohen Anforderungen, sondern entsprechen denen von Mittelklassegeräten. Quelle: Presse
Der Touchscreen mit einer Bilddiagonalen von 3,7 Zoll und einer vergleichsweise geringen Auflösung von 800 x 480 Pixeln hat eine Pixeldichte von 252 ppi. Eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus und doppeltem LED-Licht auf der Gehäuserückseite ist für Foto- und Videoaufnahmen gedacht. Auf der Displayseite ist eine 1,3-Megapixel-Kamera vorhanden, die für Videokonferenzen vorgesehen ist. Als Prozessor kommt ein Dual-Core-Prozessor der Snapdragon-S4-Serie von Qualcomm zum Einsatz, der mit einer Taktrate von 1,7 GHz läuft. Intern gibt es 1 GByte Hauptspeicher und 64 GByte Flash-Speicher. Ein Steckplatz für Speicherkarten ist nicht vorhanden. Quelle: Presse
Das Ti wird mit dem stark veralteteten Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich mit einer angepassten Bedienoberfläche ausgeliefert. Derzeit ist offen, ob das Gerät einmal ein Update auf Android 4.1 oder 4.2 erhalten wird. Beide Jelly-Bean-Versionen bringen interne Optimierungen für eine flüssigere Bedienung. Als Besonderheit hat das Ti an der Seite einen Concierge-Knopf, dem eine Servicerufnummer zugewiesen ist, die etwa bei der Restaurantsuche helfen soll. Das Mobiltelefon mit UMTS- und GSM-Technik unterstützt Dual-Band-WLAN nach 802.11a/b/g/n sowie Bluetooth 4.0. LTE-Technik ist nicht vorhanden. Außerdem sind ein NFC-Chip und ein GPS-Modul samt Kompassfunktion enthalten. Quelle: Presse
130,4 x 58,9 x 12,8 mm misst das Ti und kommt damit auf ein vergleichsweise hohes Gewicht von rund 200 Gramm. Das Mobiltelefon soll keinen Schaden nehmen, wenn es von einem Lieferwagen überrollt wird. Mit einer Akkuladung soll eine Sprechzeit von etwas über 7 Stunden möglich sein, aber es ist nicht bekannt, unter welchen Bedingungen das erreicht wird. Im Bereitschaftsmodus wird eine Einsatzdauer von 8 Tagen mit einer Akkuladung versprochen. Neben dem Ti-Modell für 7.900 Euro gibt es das Modell auch in einer Ausführung mit etwas höherwertigeren Materialien. Dann steigt der Gerätepreis auf 9.500 Euro. Das Smartphone wird nur in 500 Läden verkauft. Dazu zählen 70 spezielle Vertu-Boutiquen, wovon vier in Deutschland zu finden sind. Je einen Shop gibt es in Berlin und Frankfurt am Main sowie zwei in München. Quelle: Presse
Im Gespräch mit der BBC hatte der Vertu-Chef Perry Oosting erklärt, dass sich das Unternehmen ganz bewusst für Android entschieden hat, weil es eine etablierte und weit verbreitete Plattform sei. Im Vorfeld wurde auch überlegt, das Gerät mit Microsofts Windows-Phone-Betriebssystem zu entwickeln. Aber die geringe Verbreitung habe dann den Ausschlag zugunsten von Android gegeben. Mit der Markteinführung des Ti verabschiedet sich Vertu von der Symbian-Plattform. Bisher wurden in einem Zeitraum von zehn Jahren etwa 326.000 Vertu-Geräte verkauft. Bis Oktober 2012 gehörte Vertu zu Nokia und ist nun im Besitz des schwedischen Finanzinvestors EQT. Nokia hält noch einen Anteil von 10 Prozent an Vertu. Quelle: Presse
Erst mit dem Ti können Vertu-Kunden die weite Welt der Android-Apps erkunden. Mit dem Symbian-System, auf dem alle Vertu-Handys vor dem Ti funktionierten, gab es nur eine sehr beschränkte Anzahl an Zusatzprogrammen. Quelle: Presse
Die bisherigen Mobiltelefone von Vertu zeichneten sich nicht gerade durch den Reichtum an Funktionen aus. Es zählten Stil, exklusive Materialien und eine makellose Verarbeitung. Mehr als zu telefonieren oder eine SMS zu schreiben war mit einem Vertu nicht möglich. Quelle: Presse


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    Etwas weniger augenfällig ist der Nutzer zumindest mit Sonys Xperia Z und Asus PadFone unterwegs, deren Gehäuse sich dank der etwas kompakteren Displays sich zumindest in ausladenderen Männerhänden noch einigermaßen verbergen lassen. Aber auch hier empfiehlt sich der Gebrauch eines Headsets. Denn tatsächlich wird ermöglicht es die Größe des Displays, auch diese Geräte beim Telefonieren als kompakte, digitale Notizbücher zu verwenden. Was zumindest den Nutzen als Business-Tool erklärte. Ansonsten empfehlen sich die Riesen-Telefone insbesondere als mobile Video-Abspielmaschinen, denn auf den Displays lässt sich komfortabel im Zug oder im Flieger ein Kinostreifen verfolgen, ohne dass die optischen Feinheiten dabei verloren gingen.

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    Limitierender Faktor ist dann allenfalls noch die Stromversorgung, denn die Displays sind natürlich umso größere Stromschlucker, je größer sie ausfallen. Um dennoch einigermaßen brauchbare Standzeiten liefern zu können, packen die Hersteller reichlich Akku-Power in die Gehäuse. Mit 3200 beziehungsweise 3140 Milliamperestunden (mAh) tragen ZTE und LG bislang am dicksten auf. Wenn aber das Huawei Ascend Mate im zweiten Quartal 2013 in Deutschland auf den Markt kommt, soll es mit einem 4050 mAh-Riesenakku ausgestattet sein - und nur rund 450 Euro kosten. Ein absoluter Kampfpreis! Sony verbaut nur einen 2330-mAh-Akku, verpasst dem aber eine intelligente, Stamina genannte, Energiesteuerung, die die Laufzeit auf das Vierfache verlängern soll.

    Was von den Versprechen zu halten ist, muss sich in der Breite indes erst noch zeigen, denn als einziges der Geräte ist das Sony Xperia Z bereits in Deutschland erhältlich. Der Verkauf startete am 21. Februar im Sony Store in Berlin, bei den verschiedenen Netzbetreibern wird es folgen. Die Telekom bringt die Geräte - ohne Vertrag - für knapp 600 Euro in die Läden. 

    Der Marktpreis für das Asus PadFone wird sich, wenn es im zweiten Quartal auf den Markt kommt, vermutlich etwas darunter einpendeln. ZTE schweigt sich noch gänzlich zu Preisen für das Grand Memo aus, und bei LG ist noch nicht einmal entschieden, ob die Koreaner ihre kommunikative Bratpfanne in Deutschland überhaupt auf den Markt bringen. Zunächst beliefern sie damit erst einmal die Technikfans in ihrem Heimatmarkt.

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