Google Glass Was kann die Datenbrille wirklich?

Bisher gab es sie nur für ausgewählte Kunden, einen Tag lang konnten alle zuschlagen - nun verkauft Google seine Datenbrille regulär, unbegrenzt und an Jedermann. Was leistet das High-Tech-Spielzeug?

Google Glass für alle erhältlich Die Computerbrille Google Glass gibt es nun in den USA regulär für alle - allerdings hat sie weiterhin den Status Betatest. Sie kostet 1500 Dollar und kann online bestellt werden, ist aber mengenmäßig begrenzt. Google hat keine Angaben dazu gemacht, wie viele Brillen für den Verkauf bereit stehen. Aktuell gibt es vier unterschiedliche Gestelle und drei Sonnenbrillen. Google hat außerdem Korrekturgläser eingeführt. Somit können auch Menschen mit eingeschränkter Sehstärke die Brille nutzen. Seit April 2014 funktioniert die Datenbrille mit Android 4.4 alias Kitkat. Das soll eine längere Akkulaufzeit und eine bessere Bedienung bringen. Die Videotelefonfunktion wurde erst einmal entfernt. Quelle: dpa
Es ist ein Marktstart auf Raten: Zuerst mussten sich Interessenten bei Google bewerben, um ein Exemplar seiner Datenbrille Google Glass zu ergattern. Am Dienstag nun macht der Internet-Konzern ein neues Angebot: Für 1500 Dollar kann Jedermann über eine Internetseite ein Exemplar der Cyberbrille kaufen. Freilich nur in den USA. Und nur einen Tag lang. Exklusiver werden höchstens noch Luxus-Handys mit Edelsteinbesatz verkauft. Aber die Technik der Datenbrille verspricht einen ganz anderen Luxus: Erstmals lässt sich damit unterwegs freihändig im Internet surfen. Über einen kleinen Bildschirm vor dem rechten Auge spielt Google Glass dazu einen virtuellen Computerbildschirm ins Blickfeld. Per Sprachbefehl oder Fingertipp auf den rechten Brillenbügel lassen sich Programme bedienen. Töne spielt die Brille über einen Knopf im Ohr ein. So revolutionär das Interface sein mag: Was kann die teure Datenbrille wirklich? Für welche Zwecke gibt es heute schon Glass-Apps? Ein Überblick darüber, was Glass-Nutzer in ihrem Cyber-Alltag alles schon erleben können. Quelle: AP
Das Training im Blick behaltenEine virtuelle Trainingsuhr hat das US-Startup Strava für Google Glass programmiert. Das Display der Brille spielt Radfahrern und Joggern einen virtuellen Tacho ins Blickfeld: Gefahrene Distanz, aktuelles Tempo, Dauer des Trainings. Kleine Pfeile zeigen an, ob der Sportler auf der Strecke schneller oder langsamer unterwegs ist als beim letzten Training. Quelle: Reuters
Sich nie wieder verlaufenAuch Googles-Kartendienst Maps ist auf der Datenbrille präsent. Wer etwa den Weg zur nächsten Tankstelle sucht, kann per Stimme danach fragen. Google Glass sucht daraufhin im Internet nach der schnellsten Route – und blendet sie auf einer Karte ein. So können auch Radfahrer den Weg durch die Stadt finden, ohne zwischendurch absteigen und auf die Karte schauen zu müssen. Quelle: REUTERS
Ich-Perspektive live ins Internet streamenEs klingt wie aus dem Film Being John Malkovich: Glass-Nutzer können bald – eine Mobilfunkverbindung vorausgesetzt - ihre Sicht auf die Welt live ins Internet streamen – ob beim Joggen, beim Fallschirmspringen oder im Konzert. Möglich machen es die eingebaute Kamera und eine neue App des Streaming-Dienstes Livestream.com. Die Zuschauer können dem Brillenträger Textnachrichten schicken, die dieser wiederum per Stimme beantworten kann. Quelle: dpa/dpaweb
Schilder übersetzenDie App Word Lens verwandelt die Brille in einen Übersetzer: Fotografiert der Nutzer ein Hinweisschild, eine Werbeanzeige, eine Speisekarte oder andere kurze Texte, dann übersetzt die App die Worte in eine gewünschte Fremdsprache. Das Ergebnis blendet Word Lens in das echte Bild ein, wobei sogar die Schrift dem Original ähnelt. Das Programm unterstützt derzeit Französisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, italienische und Russisch - übersetzt wird immer ins Englische. Quelle: dpa/dpaweb
Eine Stadttour machenOb auf Geschäftsreise oder im Urlaub - wer wünscht sich nicht hin und wieder einen privaten Stadtführer, der einem die lokalen Sehenswürdigkeiten vorstellt? Googles App Field Trip verspricht genau das: Anhand der GPS-Positionsdaten des Nutzers blendet sie passende Infokarten ein mit Informationen über historische Bauten, Denkmäler, Landmarken und mehr. Quelle: dpa
Den Alleswisser spielenManchmal wäre man ja gerne so wie Justus Jonas, der erste Detektiv der Drei Fragezeichen, der auf alles eine Antwort weiß und mit einem geradezu lexikalischen Gedächtnis ausgestattet ist. Mit der Cyberbrille lässt sich die Genialität zumindest simulieren: Per Sprachbefehl kann der Nutzer dem großen Google-Orakel alle möglichen Fragen stellen – und bekommt häufig die passende Antwort. Wie groß ist der Eifelturm? Wie heißt die Frau von Barack Obama? Die Brille flüstert die Antworten ins Ohr. Quelle: dpa
Ein Fahrrad ausleihenLeihfahrräder sind in hunderten Städten schon zu einem beliebten Transportmittel geworden. Nur die Suche nach der nächsten Abgabestation ist oft lästig. In New York erleichtert eine Glass-App für den Verleih Citi Bike die Recherche: Auf einen Sprachbefehl hin blendet das Programm NYVCycle eine Routenbeschreibung zum nächsten Fahrradstand ein. Dabei zeigt die App auch an, ob dort noch Stellplätze frei sind und wie viele Leihfahrräder dort bereit stehen. Ein Countdown informiert zudem darüber, wann die Leihfrist für das Fahrrad abläuft. Quelle: dpa
Shoppen im VorbeigehenEinkaufen mit einem Augenzwinkern: So ähnlich soll es mit der Glass-App Glashion funktionieren. Das Programm nutzt einen Bilderkennungs-Algorithmus, um Objekte aller Art zu identifizieren. Gefällt dem Nutzer die Handtasche einer Passantin oder einen Schuh im Schaufenster, dann reicht der Sprachbefehl: „Ok glass, I want this“, schon macht die Brille ein Foto und sucht im Netz nach einem Online-Shop oder einem nahegelegenen Geschäft, wo es das gewünschte Produkt zu kaufen gibt. Findet die Software keinen Treffer, dann zeigt sie Waren an, die dem Original in Form und Farbe ähneln. Quelle: REUTERS
Kochrezepte ausprobierenKochbücher: Zuerst in Hochglanz gedruckt, dann mit Bolognese-Sauce versaut. Wenn Sie das von daheim kennen, sollten Sie die Glass-App KitchMe testen. Sie sucht auf einen Sprachbefehl hin nach Rezepten, blendet dann Schritt für Schritt eine Kochanleitung ein und zeigt an, wie viele Minuten es noch dauert, bis sich alle gemeinsam an den Tisch setzen können. Quelle: dpa
Seinen Tesla Model S überwachenSie haben das Glück, sich ein Model S von Tesla leisten zu können? Dann sind Ihnen 1500 Dollar für eine Google-Brille wahrscheinlich auch nicht zu teuer. Die App GlassTesla zeigt Ihnen auf einen Blick, wie viel Saft der Akku noch hat oder wie lange er noch lädt. Auf Wunsch erinnert Sie die Brille auch daran, wo Sie Ihren Luxuswagen zuletzt geparkt haben – und wenn Sie möchten, öffnet Ihnen die Brille auch per Sprachbefehl die Türen Ihres Elektroschlittens. Quelle: AP
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