WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Hightech beim Grillen So grillt der Profi im 21. Jahrhundert

Seite 2/3

Deutsche zahlen fürs Grillen Milliarden

Solche Summen sind nicht allzu außergewöhnlich. Beim Grillen greifen viele Verbraucher tief in den Geldbeutel – egal ob es um Hightech oder Essensqualität geht. „Es herrscht ein Umdenken. Der Grill ist nicht nur eine Feuerstelle, sondern ein Spaßfaktor: Mit ihm kann ich ein richtig gutes Essen zubereiten und dafür bin ich durchaus dazu bereit etwas mehr Geld auszugeben“, sagt Grillexperte Christ.

Laut der Studie „Grillen in Deutschland“ gibt rund jeder Zehnte durchschnittlich mehr als 100 Euro für Grillgut und –zubehör pro Monat aus. Mit dem Grillen werden in Deutschland Milliarden gemacht.

Davon will auch Martin Unger einen Bissen. Der Österreicher hat den „Active Grill“ entwickelt, einen Kohlegrill, der per Touch und App bedient werden kann. „Mit unserer digitalen Unterstützung wird Kohlegrillen zum Kinderspiel“, verspricht Entwickler Unger. „Die Temperatureinstellungen sind von 80 bis 400 Grad einfach einzustellen und auf Knopfdruck kann zwischen direkter und indirekter Grillmethode gewählt werden.“

Über das Smartphone ist auch eine Fernüberwachung möglich. Während der Party kann also auch der Grillmeister so den vorheizenden Grill aus dem Auge lassen. Wird die gewünschte Temperatur erreicht, schlägt das Smartphone Alarm.

Zehn Tipps für gesundes Grillen
Keine Marinade übergießenEgal ob im Park oder auf dem Balkon: So eine Rauchwolke sollte möglichst nicht zu sehen sein. Denn das stinkt nicht nur den Nachbarn, es ist auch ungesund. Vermeiden Sie, dass Säfte aus Fleisch und Marinaden in die Glut tropfen, und übergießen Sie das Grillgut erst recht nicht mit Saucen. Denn der blau-graue Rauch, der dabei aufsteigt, ist krebserregend. Quelle: dpa
Elektrogrill bevorzugenManch einer schwört noch immer auf den guten alten Holzkohlegrill - doch aus Gesundheitsgründen sollten Sie lieber einen Elektrogrill verwenden. Das geht nicht nur schneller, als das Brutzeln über offenem Feuer, es vermeidet auch die krebserregenden Giftstoffe im Rauch. Auch hier sollte man darauf achten, dass keine Marinaden auf die Heizstäbe tropfen. Wer auf rauchigen Geschmack nicht verzichten will, sollte lieber auf spezielle Barbecue-Saucen setzen. Quelle: ZB
Aluschalen nutzenDamit die leckere Marinade an Fleisch oder Gemüse bleibt, kann man Aluschalen oder Alufolie nutzen. Das Grillgut bekommt trotzdem genug Hitze ab, bleibt aber saftiger und ungesunder Rauch wird vermieden. Quelle: Fotolia
Vor Hitze schützenGerade wenn gefeiert wird und das ein und andere Bier fließt, vergisst man gerne welche Hitze beim Grillen entsteht. Verwenden Sie stets Grillwerkzeug wie Zangen oder Wender, um Verbrennungen zu vermeiden. Auch eine gute Grillschürze schützt vor unangenehmer Hitze an Beinen und Bauch - dann müssen Sie nicht hektisch vor dem Grill herumtanzen oder eine verrenkte Haltung annehmen wie der Herr im Bild, um der Hitze zu entgehen. Quelle: dpa
Auch Gemüse und Meeresfrüchte ausprobierenNeben Würstchen und Co. lassen sich auch leckere Gemüsespieße, zum Beispiel mit Pilzen, Zucchini oder Paprika, Maiskolben oder Scampi grillen. Experimentieren Sie ein bisschen herum und bringen Sie Farbe auf den Grill. Quelle: Fotolia
Vorsicht beim Grillen mit GasBesonders leicht können hier Verletzungen entstehen, wenn unnötig Gas austritt. Stellen Sie sicher, dass alles dicht ist, der Grill auf einem stabilen Untergrund steht und nutzen Sie ihn nur im Freien. Quelle: Fotolia
Kräuter schützen vor krebserregenden StoffenKräuter wie Rosmarin, Thymian oder Oregano, aber auch Knoblauch, können die Entstehung von krebserregenden Stoffen im Grillgut verhindern. Eine Studie um den US-Forscher J. Scott Smith zeigte, dass Marinaden, die reichlich Antioxidantien enthalten, die Entstehung von krebserregenden Stoffen im Grillfleisch um bis zu 87 Prozent reduzieren können. Quelle: Fotolia

Der „Activegrill“ kommt mit innovativer Technik im Kern: Er enthält eine Vorrichtung, die „Heatflap“ genannt wird. Sie funktioniert wie ein Ventil und soll die benötigte Hitze exakt dosieren können. „Im Vordergrund stand immer, einen perfekten Kohlegrill zu entwickeln und kein Billigprodukt", sagt Unger.

Enstprechend stolz ist der Preis. Er liegt je nach Ausstattung zwischen 5.800 und 7.400 Euro.

Erst Holzpellets, dann Kohle, jetzt auch Gas

Brandneu kommt in diesem Sommer der „Smart Grill“ vom US-Hersteller Lynx auf den Markt. Optisch mutet er wie ein ganz normaler Gasgrill an. Aber für rund 8.500 Euro hat auch dieses Modell deutlich mehr zu bieten: Der Grill hat eine WLAN-Funktion und sendet eine Push-Mitteilung aufs Smartphone sobald das Fleisch auf dem Rost gar ist.

Zudem lässt er sich per Sprachsteuerung bedienen. Er gilt damit als der erste Gasgrill, der ebenfalls mit einer intelligenten Steuerung funktionieren.

Tipps für gutes Grillvergnügen

Damit gibt es - egal, ob man der Kohle-, Holz- oder Gasgrill-Typ ist - für alle Geschmäcker das fast vollautomatische Grillvergnügen in Form eines Smart-Grills. Technisch seien die Geräte häufig auch einwandfrei und so sehr vieles möglich, so Grillmeister Christ, „viele Leute sagen aber auch, dass sie schon noch selbst Hand anlegen wollen - bitte nicht zu viel Automatik!“

Grill-Gadgets

Trotzdem treffen die Grills einen Nerv der Zeit – sie sind modern, hipp, interessant – und ein bisschen Spielerei. Ebenso wie viele Gadgets, die immer mehr Grillshops erobern und preislich deutlich erschwinglicher sind als die Hightech-Grillanlagen.

Ein Beispiel dafür ist der iGrill – ein intelligentes Bluetooth-Thermometer, das per Funk aufs Smartphone meldet, wenn das kontrollierte Fleisch gar ist. Für diese Funktion muss es also gar nicht direkt der neue Grill sein. Ganz preiswert ist das Produkt aber immer noch nicht – für das US-Modell sind rund 75 Euro fällig.

Es gibt aber auch vergleichbare europäische Modelle, die schon für ab 25 Euro zu haben sind – etwa den Ultranatura BBiQ oder das oneConcept Meatmaster. Sie alle kommen mit Thermometer, Bluetooth und App.

Ein Grill-Thermometer im Großformat ist das CyberQWiFi für das knapp 200 Euro. Damit lässt sich gleich die ganze Großfamilie versorgen, denn drei Grillauflagen kann das Gerät gleichzeitig im Blick haben. Der WLAN-fähige Grillserver funktioniert erstmal nach dem gleichen Prinzip wie der iGrill: Die Temperatur des Fleischs wird kontrolliert, sodass die Gasflamme beizeiten reduziert werden kann, damit das Fleisch schön gar wird.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%