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Hip-Hop-Streit Bizarrer Kampf um die besten Kopfhörer

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Nach dem Vorbild der Apple-Stores

Name: Beats by Dr. Dre proPreis: 399 EuroEigenschaften: Von einem ehemaligen Apple-Designer entworfen, gefertigt in China, kräftiger Bass. Kritiker sprechen dem Modell bessere Hoch- und Mitteltöne zu als billigeren Modellen des Herstellers Beats Quelle: Pressebild

Vor wenigen Tagen eröffnete Beats nach dem Vorbild der Apple Stores gar einen eigenen Laden in New York – weitere sind bereits geplant. All das heizt das Geschäft an. Und das, obwohl Experten den Klang der Kopfhörer mitunter kritisch beurteilen: „Das ist nichts für Audiophile“, sagt die stellvertretende Chefredakteurin des Fachmagazins „Audio“, Christine Tantschinez. Man höre nicht alle Details, die Kopfhörer seien somit nichts für Klassik-Liebhaber. Für Pop und Hip-Hop aber seien sie perfekt. Der Bass sei klar, trocken und unkomprimiert.

Ziel der meisten Kopfhörerhersteller ist ein möglichst linearer Frequenzgang, bei dem alle Töne – von den Bässen bis zu den Höhen – gleich laut klingen. Im Falle der Hip-Hop-Hörer von Dr. Dre & Co. verpassen Spezialisten den Minilautsprechern aber ein Soundtuning: Sie versehen Bass oder Höhen mit einer Art akustischem Nachbrenner.

Design, Klang, Marketing

Nur die Verarbeitung, das lasse sich nicht wegdiskutieren, sagt „Audio“-Expertin Tantschinez, sei miserabel. Das gilt besonders für Einsteigermodelle. Teurere und neue Produkte von Beats immerhin bekommen mittlerweile bessere Noten.

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    Den Fans scheint das egal zu sein. Und so arbeitet, angestachelt vom Erfolg von Beats, auch Rapper 50 Cent an Kopfhörern. Der Star, dessen Vermögen das US-Magazin „Forbes“ auf 100 Millionen Dollar schätzt, kaufte dafür im Sommer Kono Audio, einen Produzenten von Edel-Kopfhörern. Den integrierte er in sein Startup SMS Audio, dessen Chef er ist. Kono-Audio-Gründer Brian Nohe kümmert sich nun bei SMS um Finanzen und Marketing. Von der Arbeit des Musikers ist er angetan: „50 Cent ist tief involviert“, sagt er, „in Design, Klang, Marketing.“ Das unterscheide ihn von denen, die nur ihren Namen lizenzieren lassen.

    Selbstdarstellung mit Kopfhörern

    Die Rapper wollen sich aber nicht nur gegenseitig attackieren, ihr Ziel ist, Branchengrößen wie den US-Audiospezialisten Bose vom Thron zu stoßen. Den Markt jedenfalls haben sie schon verändert: Der Erfolg der Newcomer „hat Auswirkungen auf unser Design, wie wir auf der nächsten Consumer Electronics Show in Las Vegas zeigen werden“, sagt Volker Bartels, Chef des deutschen Premiumherstellers Sennheiser. Käufern gehe es zunehmend darum, sich mit ihren Kopfhörern selbst darzustellen.

    Noch gibt es keine unabhängigen Produkttests der neuen in China gebauten 400-Dollar-Hörer von 50 Cent. Doch Nohe verspricht schon mal „grandiose Bässe, grandiose Höhen und einen mittleren Klangbereich, der genau richtig ist“. Eine neue Drahtlostechnik namens Kleer ermögliche, bis zu vier Kopfhörer an eine Audioquelle anzuschließen. Kleer sei besser als Bluetooth, sagt Nohe, spare Strom und liefere einen besseren Ton.

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