Hype um Spielekonsolen Fans stehen für Playstation Schlange

Xbox One oder PS4 – das Duell um den Markt der Spielekonsolen ist vielleicht zum letzten Mal mit Vehemenz entbrannt. Sony kämpft mit der PS4 um seine Zukunft.

Was in der Playstation 4 steckt
Eine Spielkonsole mit moderner Technik und einem ganz neuen Controller für 399 Euro: Um diesen Preis halten zu können, hat sich Sony beim Design der Playstation 4 offensichtlich auf das Wesentliche konzentriert. Wer seine Konsole auch als Mediencenter nutzt, muss daher auf viele Funktionen verzichten - Spieler kommen dagegen voll auf ihre Kosten. Foto: Alles auf einen Blick: Beim Hochfahren zeigt die Playstation 4 zunächst das Menü "Neuigkeiten" an. Quelle: dpa
Größter Hingucker beim ersten Auspacken ist allerdings nicht die Konsole selbst, sondern der Controller. Den hat Sony nach dem nur mäßig beliebten Dualshock 3 für die Playstation 3 gründlich überarbeitet: Größer, schwerer und mit anderer Oberfläche liegt er nun deutlich besser in der Hand. Dazu kommt ein ganz neues Touchpad in der Mitte des Controllers. Das soll neue Kontrollmöglichkeiten eröffnen, wird von den bisher erhältlichen Spielen aber kaum genutzt ... Quelle: dpa
Anstatt des alten "Select"-Buttons hat der neue Controller nun einen "Share"-Knopf, der für eine der wichtigsten Neuerungen der Playstation 4 zuständig ist: Die Konsole zeichnet die Erlebnisse des Spielers permanent auf Video auf, ein Druck auf "Share" speichert die letzten 15 Videominuten ab und lädt sie ins Netz hoch. Außerdem lässt sich per Share-Funktion das aktuelle Gameplay live ins Internet übertragen. Das funktioniert im Test auch über eine langsamere Internetverbindung erstaunlich gut. Quelle: dpa
Das Herz der Playstation 4 bilden ein x86er Prozessor von AMD, der auch in PCs verbaut wird und zehn Mal so leistungsstark sein soll wie der Prozessor der Playstation 3, und eine 500 Gigabyte Festplatte für lokale Daten. Eine 3D-Kamera ist bei der Playstation 4 nicht inklusive, sie kostet rund 70 Euro extra. Ob sich die zusätzliche Investition lohnt, muss jeder Spieler selbst entscheiden, denn bisher sind Spiele, für die man wirklich eine Kamera braucht, rar gesät. Quelle: AP
Gut belüftet: Die Technik der Playstation 4 steckt in einem erstaunlich kompakten Gehäuse - Hitzeprobleme gab es im Test trotzdem nicht. Abseits des Spieleangebots gibt es auf der Playstation 4 aber nur wenig zu entdecken: Musik und Videos können Spieler aus dem Playstation Store, über die Sony-Dienste Music und Video Unlimited und einige andere Plattformen abrufen. Eigene Inhalte aus dem Heimnetzwerk zu streamen, ist nicht möglich, auch Dateien auf USB-Sticks und Festplatten spielt die Konsole nicht ab. Immerhin kann das Laufwerk Filme von DVDs und Blu-rays lesen und abspielen - Audio-CDs unterstützt die Playstation 4 dagegen nicht. Quelle: dpa
Die PS4 ist nicht grundlos mit einer 500-Gigabyte-Platte bestückt, denn die modernen Spiele installieren gewaltige Datenmengen. Killzone: Shadow Fall benötigt etwa knapp 40 Gigabyte, während sich Call of Duty: Ghosts satte 49 Gigabyte genehmigt. Wer Killzone im PSN-Store kauft, kann bereits loszocken, nachdem die ersten 7,5 Gigabyte heruntergeladen sind. Nach Angaben von Sony muss jedes auf Disk ausgelieferte Spiel auf PS4 installiert werden. Quelle: AP
Alte PS1, PS2- und PS3-Spiele laufen nicht auf der PS4. Nein, zumindest vorerst. Dafür wird es die Möglichkeit geben, bei einigen PS3-Games ein PS4-Upgrade zu kaufen. Für 2014 kündigte Sony den Gaikai an. Mit dem Streaming-Service lassen sich PS3-Spiele ohne Download auf PS4 zocken. Quelle: dpa
Neben dem Neuigkeiten-Menü werden alle installierten Apps und Spiele in einer Reihe eingeblendet, zuletzt genutzte zuerst. Darüber gibt es eine weitere Symbolreihe, über die Nutzer zum Beispiel die Einstellungen, ihre Freundesliste oder den Playstation Store aufrufen. Hier gibt es alle auf Blu-ray erhältlichen Spiele auch als digitalen Download. Wer nicht gerade mit VDSL oder einer ähnlich schnellen Leitung ins Netz geht, wird auf seine Downloads aber lange warten müssen: Einige Titel sind über 20, teilweise sogar über 30 Gigabyte groß. Schneller geht es beim Zocken von Disc. Foto: Angenehme Geräuschkulisse: Auch bei längeren Spielsitzungen macht die Playstation 4 nur wenig Krach. Quelle: dpa
In den Läden stehen zum Start der Playstation 4 zahlreiche Titel, die es auch auf anderen Konsolen gibt. Darunter sind zum Beispiel die "Lego Marvel Super Heroes", Rennspiel-Action bei "Need for Speed: Rivals", Sportspiele wie "Fifa 14" und die Shooter "Battlefield 4" und "Call of Duty: Ghosts". Exklusiv von Sony kommen der grafisch schöne, aber nicht jugendfreie Shooter "Killzone Shadow Fall" und das Hüpf- und Prügelspiel "Knack". Foto: Nicht nur für Spiele-Discs: Das Laufwerk der Playstation 4 schluckt auch Filme auf DVD und Blu-ray. Quelle: dpa
Selbst längere Spielesitzungen bringen die Playstation 4 im Test nicht ins Schwitzen - wärmer als ein reguläres Notebook wird die Konsole nie. Und das, obwohl die leistungsstarke Technik in einem vergleichsweise kleinen Gehäuse mit internem Netzteil steckt. Das lässt sich sowohl hinlegen als auch aufrecht hinstellen. Betriebsgeräusche sind beim Spielen nur zu hören, wenn das Blu-ray-Laufwerk arbeitet. Für 399 Euro bekommen Käufer eine überraschend kleine und ruhige, dabei aber leistungsfähige Spielmaschine. Welche grafischen und technischen Verbesserungen damit möglich sind, muss sich aber noch zeigen: Bisher sehen die Playstation-4-Spiele kaum besser aus als aktuelle PC-Spiele auf halbwegs leistungsfähigen Rechnern. Quelle: dpa
Der Einstiegspreis für Sonys Playstation 4 liegt bei 399 Euro, inklusive Bluray-Laufwerk und 500 GB-Festplatte. Microsofts Xbox One ist 100 Euro teurer, kommt aber mit mehr Grundausstattung. Quelle: dpa
Sony hat für das erste Jahr mehr als 100 PS4-Titel angekündigt, 40 davon exklusiv. Quelle: AP
Microsofts Xbox One ist eher ein multimedialer Alleskönner für die Wohnzimmer-Zentrale als ein Spezialgerät für Hardcore-Konsolieros. Sie startete bereits eine Woche vor Sonys neuer PS4 in den Verkauf. Quelle: AP

Playstation oder Xbox? Für Fans von Videospielen ist das eine Glaubensfrage – kaum minder umstritten als das Urteil, ob Windows-PC oder Mac-Rechner die besseren Computer sind. Für Sony und Microsoft aber, die Hersteller der Spielekonsolen, ist der Kampf um die Gunst der Gamer ein Zweikampf auf einem Milliardenmarkt. Jetzt geht er in die womöglich letzte Runde.

In Nordamerika hatte Sony die neue – kurz PS4 genannte – Konsolen-Generation schon Mitte November früher in die Läden gebracht. Sieben Jahre nach dem Launch der Playstation 3 und mit furiosem Erfolg: Eine Million abgesetzte Geräte in 24 Stunden machen die PS4 zur bis dato schnellstverkauften Konsole.

Seit Freitag nun können auch Europas Gaming-Enthusiasten die neue Playstation 4 kaufen. Und auch hier ist das Interesse groß: Schon am Vorabend hatten sich vor dem Sony-Center in Berlin Hunderte Interessenten in eine langen Warteschlange gedrängt, um eines der begehrten Exemplare zu ergattern. Denn in den Online-Stores von Versendern und auch bei Sony selbst war die neue Spielebox bereits seit Monaten durch Vorbestellungen ausverkauft.

Ähnlich sieht es beim Rivalen Microsoft aus, der den Launch seiner Xbox genau zwischen den PS4-Start in den USA und Europa platziert hat: Weltweit gleichzeitig vorgestellt, und acht Jahre nach dem Start der Xbox 360, zog auch die neue Xbox One rund eine Million Fans in die Läden. Zigtausende davon offenbar auch in Deutschland. Für den ersten Verkaufstag jedenfalls meldet Microsofts in Deutschland fürs Boxen-Geschäft verantwortlicher Geschäftsführer Oliver Kaltner im wiwo.de-Gespräch „Rekordabsatzzahlen sowohl bei Konsole als auch bei Games“.

Und er gibt sich überaus optimistisch, dass der Run anhält: „Der IT-Branchenverband Bitkom hat vor wenigen Tagen erst für 2014 ein Marktwachstum des Konsolengeschäfts in Deutschland um 24 Prozent auf 3,4 Millionen Geräte prognostiziert. Ganz ehrlich, ich glaube, dass sich das Geschäft mit den Konsolen sogar noch besser entwickeln wird.“

Weltweit geht es sogar um einen alleine 2013 rund 17 Milliarden Dollar schweren Markt, und die Branche fragt sich: Kann Microsoft mit der Xbox punkten, die Unterhaltungszentrale für die ganze Familie werden soll? Oder hat Sony mit der PS4 die Nase vorn, die auf Spieler setzt, die das letzte Quäntchen Leistung aus der Konsole kitzeln wollen?

Microsoft geht mit etwas mehr Arbeitsspeicher ins Rennen. Dafür hat Sony den Grafikprozessor der PS4 kräftig hochgedreht. Das könnte ihr Vorteile beim Bildaufbau bringen. Sonst unterscheiden sich die Wettbewerber wenig: Beide haben eine 500-Gigabyte-Festplatte, ein Blu-ray-Laufwerk und die Fähigkeit, Videos mit vierfacher HD-Auflösung, Ultra HD genannt, wiederzugeben. Letzteres ist vor allem ein Versprechen für die Zukunft, denn solche Displays werden sich frühestens in ein paar Jahren am Markt etablieren.

Mit 499 Euro ist die Xbox einen Hunderter teurer als die PS4. Grund ist die mitgelieferte Sprach- und Gestensteuerung Kinect. Sie ermöglicht es Nutzern, Spiele mit Körperbewegungen zu steuern oder das TV-Programm per Sprache zu wechseln.

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