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IBM "Vom IT-Unternehmen zum globalen Hightech-Dienstleister"

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Wodurch zeichnet sich die interne Unternehmenskultur bei IBM aus?

Im Grunde genommen lässt sich alles auf drei Grundwerte zurückführen. Orientierung am Erfolg des Kunden, Innovationen, die für uns und für die Welt wichtig sind und schließlich ethische Werte wie Vertrauen und Verantwortung.

Klingt ein bisschen wolkig und allgemein …

Wir haben 2003 eine Online-Diskussion im Intranet durchgeführt, um zu sehen, ob diese Werte noch aktuell sind. Tausende von "IBMern" haben sich beteiligt. Die Werte sind bei IBM noch intakt, wir haben sie dann nur zeitgemäß formuliert. Ich denke, das macht auch unseren Erfolg über die Jahrzehnte hinweg aus. Es geht im Kern nicht um Technik und Features, es geht darum ein Unternehmen auf Basis bestimmter Werte zu führen.

Welche Geschäftsteile von IBM sind am erfolgreichsten?

In den letzten Jahren hat sich die Ausrichtung auf Software und Service immer stärker bemerkbar gemacht, ebenso Consulting. Wir leben aber von einer ausbalancierten Struktur vieler Geschäftsbereiche, die in unterschiedlichen Wirtschaftsphasen und Märkten ihre jeweiligen Stärken ausspielen können.

Was war der größte strategische Fehler IBMs in den letzten Jahrzehnten?

Das war die Krise von 1990/91. Da hatte sich der Markt verändert. Die Entwicklung ging vom Mainframe zum Personal Computer, da haben wir nicht schnell genug reagiert. Dieser Umbruch war schmerzhaft für uns.

Herausforderungen der Zukunft

Welche großen Trends - außer Cloud Computing – wollen Sie in den nächsten Jahren verfolgen?

Eindeutig Smarter Planet. Das bedeutet, dass die Welt mit intelligenten Systemen und Abläufen versehen wird, über die Dienstleistungen erbracht, Güter entwickelt, hergestellt, erworben und verkauft werden.

Spielen Computer da noch eine Rolle?

Rechenleistung ist heute praktisch überall vorhanden und so kostengünstig, dass Gegenstände damit ausgestattet werden, die von außen nicht wie Computer wirken: Fahrzeuge, Haushaltsgeräte, Straßen, Stromnetze und Bekleidung genauso wie globale Prozess- und Lieferketten. Selbst in der Landwirtschaft oder an Wasserwegen wird heute bereits Informationstechnologie in Form von Sensoren eingesetzt. All diese digitalen Einheiten, von denen es bald Billionen geben wird, werden über das Internet miteinander vernetzt.

Das vielzitierte Internet der Dinge …

Das ist keine abgehobene Vision, sondern ein ganz pragmatischer Ansatz. Es geht darum mit Technologie die Herausforderungen der Zukunft in Angriff zu nehmen: Erhalt von Arbeitsplätzen, die Zukunft der Energieversorgung, Umweltfragen bis hin zu offenen Fragen rund um unser globales Finanzsystem.

Mit IT im klassischen Sinne hat das aber nichts mehr zu tun.

Richtig. Wir entwickeln uns gerade vom IT-Unternehmen zu einem globalen Hightech-Dienstleister.

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