IFA 2015 Mit scharfen Fernsehern auf Kundenfang

Flachbildfernseher gehören zur IFA in Berlin wie die Butter aufs Brot. Und es gehört zur Tradition, dass die großen Hersteller ihre Flaggschiffe auf der Messe ins beste Licht rücken.

Wie der Fernseher smart wird
In dieser Box steckt das Gerät, mit dem Google die Wohnzimmer erobern will: der Chromecast. Es ist nicht Googles erster Vorstoß in das Fernsehgeschäft. 2012 kam Google-TV als Software-Plattform für diverse Settop-Boxen auf den Markt, konnte sich aber nicht durchsetzen. Jetzt versucht es Google mit einer eigenen Hardware – und einem leicht anderen Konzept. Quelle: Sebastian Schaal
Der Chromecast (rechts im Bild) dient lediglich als Streaming-Verbindung zwischen der Videoquelle und dem TV-Gerät. Die Video-Daten selbst werden von einem Smartphone, Tablet oder Laptop per Wlan über den Stick auf den Fernseher übertragen. Das hat zwei Vorteile: Die Bedienung erfolgt über die gewohnten Apps auf dem eigenen Endgerät. Und wegen der schlanken Hardware liegt der Preis bei gerade einmal 35 Euro. Auf eine gedruckte Anleitung verzichtet Google übrigens, aber auf der Innenseite der Verpackung (links) sind drei Schritte zur Einrichtung abgedruckt. Quelle: Sebastian Schaal
Mit dem Chromecast-Stick sind noch ein USB-Kabel, ein kurzes HDMI-Verländerungskabel sowie ein Netzteil in der Verpackung. Quelle: Sebastian Schaal
Das Netzteil wird nicht jeder Chromecast-Nutzer brauchen: Da der Stick über den HDMI-Anschluss nicht mit Strom versorgt werden kann, muss dies über ein USB-Kabel geschehen. Wenn am Fernseher noch eine USB-Buchse frei ist, reicht das zur Stromversorgung aus. Quelle: Sebastian Schaal
Wenn am Fernseher die hinteren HDMI-Eingänge belegt sind, muss der Chromecast an die Seite weichen – und dort ragt er allen Mühen zum Trotz etwas hinter dem Bildschirmrand hervor. Quelle: Sebastian Schaal
Sobald der Chromecast eingesteckt und mit Strom versorgt ist, kann die Einrichtung beginnen. Der angegebene Link führt beim iPhone direkt... Quelle: Screenshot
... in den App Store, wo die kostenlose Chromecast-App geladen werden muss. Über diese erfolgt dann die restliche Einrichtung: Den Chromecast auswählen, ihm einen Namen geben (falls es einmal mehrere Sticks im Haushalt geben wird), das Wlan-Passwort eingeben. Den Rest macht der Stick von alleine. Quelle: Screenshot

Riesige Bildschirme mit Größen weit über einem Meter Diagonale, gebogene Displays und leuchtende Farben bis zum tiefsten Schwarz - die IFA in Berlin ist wieder traditionell die Bühne für die neuesten Flachbild-TV-Modelle. Die Hersteller hoffen nach einem Umsatzeinbruch um 16,5 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr in Deutschland auf einen Schub für ihr Geschäft.

Unter den Top-Geräten gehört die Bildschirmtechnologie Ultra-HD für besonders scharfe Bilder derzeit zum Standard. Doch auch an der nächsten Generation von Displays wird bereits intensiv gearbeitet.

Die wichtigsten Infos zur IFA 2015

Organische Displays (OLED) werden ebenfalls auf der IFA zu sehen sein. Lange stand es in den Sternen, wann erste Fernseher in ausreichender Größe zur Marktreife kommen. Aber der südkoreanische Hersteller LG hat ehrgeizige Ziele. Mindestens 1,5 Millionen OLED-Fernseher will LG Electronics im kommenden Jahr in den Handel bringen.

Das Unternehmen sieht in der Bildschirmtechnik die Zukunft und erhofft sich einen großen Schub für das Geschäft mit Displays. LG dürfte das einzige Unternehmen sein, das in Berlin große, serienreife Flachbildfernseher mit dieser Technologie zeigen wird.

Die besten 4K-Produkte
Philips UHD 880 Media Player Der Mediaplayer hat eigentlich nur eine Funktion. Er schickt 4K-Videos, die mit HEVC codiert sind, an TV-Geräte der Modelljahre 2013 und 2014, die den Codec noch nicht unterstützen. Wer einen Philips UHD-TV der 8000er oder 9000er von 2014 hat, bekommt das Gerät kostenlos. Preis: 249 Euro Philips UHD 880 Media Player Quelle: Presse
Philips 55PUS8909C 4K Ultra HD-TVDer erste Philips UHD-Fernseher mit gekrümmtem Display. Die Bildschirmdiagonale des 55-Zoll-Geräts beträgt 139 cm. Der Fernseher ist mit Googles Android ausgestattet, so kann man sich passende Apps aus Googles Play Store herunterladen. Außerdem ist Philips´ raffinierte Hintergrundbeleuchtung Ambilight an Bord. Brandneu, deshalb noch keine Preisangabe. Preis: wir noch bekannt gegeben Philips 55PUS8909C 4K Ultra HD-TV Quelle: Presse
LG 77EC980V und 65EC970VLaut Hersteller die ersten UHD-Fernseher mit OLED-Technik (OLED, Organic Light Emitting Diode) und gekrümmtem Display. In zwei Größen erhältlich: in 65 Zoll (166 Zentimeter) und in 77 Zoll (196 Zentimeter). Preise und Verfügbarkeit stehen noch nicht fest. Die aufwendigen Displays mit selbstleuchtenden Dioden zeichnen sich durch ein besonders hohes Kontrastverhältnis, sehr natürliche Farben und sattes Schwarz aus. Preis: wird noch bekannt gegeben LG 77EC980V und 65EC970V Quelle: Presse
Sony S9005BUHD-Fernseher mit geschwungenem Display und LED-Technik. Erhältlich mit 164 oder 189 Zentimeter Bilddiagonale. Preis: 3.999 Euro Sony S9005B Quelle: Presse
Samsung Curved UHD TV HU8590Gewölbter LED-Fernseher mit 65 Zoll Diagonale (163 Zentimeter) und LED Technik. 3D wird auch unterstützt. Preis: 4.999 Euro Samsung Curved UHD TV HU8590
Sony AX100Sehr kompakter Camcorder mit 1-Zoll-Exmor-Sensor. Filmt in 4K mit 50 Bildern pro Sekunde. Hochwertiges Zeiss-Objektiv mit 18fach-Zoom (29 - 348 mm, bezogen auf Kleinbild). Preis: 1.999 Euro Sony AX100 Quelle: Presse
Panasonic Lumix GH4Anspruchsvolle Digicam mit Wechselobjektiven und hochwertiger Videoausstattung, die auch in UHD filmt. Allerdings "nur" mit 30 Bildern pro Sekunde. Wird auch für professionelle Videoprojekte genutzt. Preis: 1.499 Euro (Body) Panasonic Lumix GH4 Quelle: Presse

Die organischen LED-Displays ermöglichen es unter anderem, ein perfektes Schwarz wiederzugeben. Die Leuchtdioden benötigen keine zusätzliche Hintergrundbeleuchtung mehr, so dass die Farben deutlich brillanter - und zudem energiesparender - wiedergegeben werden können. Und die Dicke der Gehäuse orientiert sich im Prinzip nur noch daran, wie der Fernseher am besten einen guten Stand hat.

Bislang war die Produktion von OLED-Displays vor allem in Größen, die für Fernseher benötigt werden, besonders aufwendig und teuer. Pioniere wie Sony hatten sich deshalb schon vor Jahren aus der Forschung zurückgezogen. Auch Samsung fuhr sein Engagement zunächst zurück und produziert zur Zeit nur OLED-Displays in kleinerem Format.

Samsung sei zwar über alle Display-Größen hinweg gesehen einer der weltweit größten Hersteller von OLED-Bildschirmen, sagt Kai Hillebrandt, Manager der Unterhaltungselektroniksparte von Samsung Deutschland. Für das TV-Geschäft werde OLED aber auf der diesjährigen IFA kein Thema bei Samsung sein. Der Markt für Ultra-HD wachse derzeit sehr dynamisch. „Das entscheidende Kriterium beim Kauf eines Fernsehers ist die Bildschirmqualität“, sagte Hillebrandt. „Wir brauchen nicht mehr, sondern schönere Pixel.“ Die hauseigene Technologie SUHD etwa optimiert in aktuellen Ultra-HD-Displays die Farbqualität. Dabei soll die Technik Nano Crystal für bessere Farben sorgen - und nun auch in Mittelklasse-Geräten zur Verfügung stehen.

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