IFA Wie Smartphones und Waschmaschinen zusammenwachsen

Jahrelang hat die IFA das Wort 'Funk' im Namen verschämt unterschlagen. Jetzt nennt sie es wieder, und das mit gutem Grund.

Das ist die Technik, die Ihr Haus steuert
Gigaset Elements Quelle: Screenshot
Locca Hund Quelle: Presse
Privat-FernsehenDer taiwanesische Elektronikhersteller Dlink hat eine Überwachungskamera mit Nachtsichtfunktion fürs Eigenheim auf den Markt gebracht: Die DCS-5222L überträgt Livebebilder aus der Wohnung aufs Handy, lässt sich per Smartphone schwenken und zeichnet auf Wunsch automatisch Videos auf, sobald der Bewegungsmelder eine Person erkennt. Preis: 189 Euro. Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
AVM Fritz Powerline Quelle: PR
Luesterklemme Quelle: PR
Enkey Quelle: PR
Enkey Quelle: PR

Als sich vor sechs Jahren erstmals Waschmaschinen und Bügeleisen in den Hallen der altehrwürdigen Internationalen FUNK-Ausstellung breit machten, wähnte sich so mancher Messebesucher mindestens im falschen Film: Fönen statt Fernsehen, Haushalt statt HiFi - was für ein Unsinn, so die verbreitete Reaktion.

In diesem Jahr wundert sich niemand mehr über das Nebeneinander von Haushalts- und Unterhaltungselektronik in den Hallen unterm Funkturm. Smart Home heißt eines der wichtigsten Schlagworte der Messe. Kaum ein Hersteller von traditionell 'brauner' (Unterhaltungselektronik) oder sogenannter 'weißer' (Hausgeräte) Ware ist in Berlin präsent, der nicht demonstriert, wie die einst getrennten Technikwelten nun tatsächlich zusammenwachsen.

Die Neuheiten der IFA 2013
Samsung UE55F9090Deutlich günstiger und etwas kleiner kommt mit 55 Zoll der UE55F9090 daher. Dennoch löst es mit das mit der vierfachen Full HD-Auflösung auf, also mit 3840 x 2160 Bildpunkten. Kosten: Etwa 5000 Euro Quelle: Presse
Samsung S9 TimelessDer Riesenfernseher von Samsung ist das aktuelle TV-Flaggschiff der Koreaner. Mit insgesamt 3840 × 2160 Bildpunkten erreicht das Display damit die Ultra HD-Auflösung nach dem sogenannten 4K-Standart, also das vierfach Niveau von Full HD. Die Bildschirmdiagonale beträgt 85 Zoll. Kosten: Etwa 35.000 Euro Quelle: Presse
Toshiba M9 und Cloud-TVToshiba ist ebenfalls gleich mit mehreren Ultra-HD-Geräten in Berlin auf der IFA dabei. Vorgestellt werden diverse M9-Modelle mi 58, 65 und 84 Zoll (Bildschirmdiagonale 2,13 Meter!). Inhalte, die nicht die native Auflösung von 3840x2160 Bildpunkten bieten, rechnen die Fernseher ins passende Format um. Dank Sechskern-Prozessor soll das besonders schnell klappen. Kosten: 4.499 Euro (58 Zoll), 6.999 (65 Zoll) und 84 Zoll (19.999 Euro)Außerdem will Toshiba pünktlich zur IFA den Dienst Cloud-TV an den Start bringen. In die Modelle L4, M6, L7 und M8 soll die Technik eingebaut werden und diverse Funktionen erhalten. Darunter eine Programmzeitschrift samt Film-Tipps, eine Suchfunktion, einen Kalender, den eigenn E-Mail-Posteingang, Twitter-Tweets und die Wetterprognose. Quelle: Presse
Samsung führte auf der IFA in Berlin wieder diverse Plasma-Geräte ins Rennen. Besonders heiß diskutiert wird das neue Flaggschiff der Serie F8590. Eingebaut ist ein Full-HD-Panel, das für satte Schwarztöne und eine beeindruckende Bildhelligkeit sorgt. Sprach- und Gestensteuerung sind zur App-Bedienung eingebaut. Ebenfalls integriert ist eine ausfahrbare Kamera sowie integriertes WLAN. Der F8590 wird in zwei Größen erhältlich sein. Als PS64F8590 in 64 Zoll und PS51F8590 mit 51 Zoll Diagonale. Er soll 2500 bis 3500 Euro kosten. Quelle: Presse
Bravia X9Fernseher in 4K-Aufläsung, also Ultra-HD, sind der eindeutige Trend der kommenden Jahre in der TV-Industrie. Entsprechend wird auch Sony UHD-Fernseher auf der IFA zur Schau stellen. Ein 84-Zoll-Gerät gibt es bereits seit Anfang 2013 im Handel. Seit Mitte Juni sind aus der X9-Serie auch 55- oder 65-Zoll-Modelle lieferbar. Kosten: 4500 Euro Quelle: Presse
Grundig Vision 7 und 9Mit diesen beiden Modellen will Grundig in Berlin punkten: Die Vision-7-Serie kommt in weiß und schwarz in den Handel. Wer mit dem Gerät spontan im Netz surfen will, kann das über einen integrierten Browser tun – und dabei weiter fernsehen.  Beim Grundig Vision 9  erstreckt sich der Bildschirm bis fast an den hausdünnen Rahmen. Erhältlich ist er in 42, 47 und 55 Zoll. Kosten: Etwa 780 Euro (Vision 7)und 1200 Euro (Vision 8) Quelle: Presse
Elevation Smart TV 60PFL8708SAmbilight nennt Philips eine Technik, bei der LED-Lampen die Wand hinter dem Fernseher mit zum laufenden Programm stimmigen Licht bestrahlen. Der neue Elevation Smart TV 60PFL8708S ist der erste Philips-Fernseher, mit der Technik "Ambilight XL". Damit scheint das Licht von 94 Leuchtdioden in vier Richtungen, so dass das Bild optisch größer wirkt. Mit 1,35 Millimeter Bautiefe ist er Philips-Fernseher das bislang dünnstes TV-Gerät am Markt. Für die Qualität der Bilder sorgt ein LC-Display mit LED-Hintergrundlicht, das 1920 x 1080 Pixel zeigt Kosten: noch unbekannt Quelle: Presse

Und dabei ist es - passend zum Messenamen - tatsächlich primär die Funktechnik, die die neue Co-Existenz der Elektrowelten möglich macht. Statt einer Vielzahl zumeist proprietärer (und in der Regel auf eine zusätzliche Verdrahtung im Haus angewiesener) Technologien, die Rolladen- und Heizungssteuerungen verbinden, Lichtschalter mit Alarmanlagen verknüpfen oder das Kamerabild von der Haustüre auf den Fernsehschirm bringen sollten hat sich der WLAN-Standard als fast universelle, schnurlose Verbindungstechnik etabliert.

Quasi als Abfallprodukt der bundesweiten Verbreitung schneller Breitband-Internetzugänge haben sich Deutschlands Haushalte mit den drahtlosen Computernetzen als Basistechnik - auch - für den vernetzten Haushalt ausgerüstet. Zugleich erschließen die schnellen UMTS- und LTE-Mobilfunknetze, gemeinsam mit der massenhaften Verbreitung von Smartphones den universellen und zunehmend flächendeckenden mobilen Zugriff auf die vernetzte Technik daheim.

Aber auch ein Spezialist wie etwa Miele verknüpft seine Wasch- und Kühlgeräte ausgesprochen pfiffig mit Informationen aus der realen und der digitalen Welt: Besitzer einer Solaranlage können einen Tel der Hausgeräte so programmieren, dass die selbstständig anlaufen, wenn der Solargenerator auf dem Dach den meisten Strom liefert, beziehungsweise den Wasch- oder Kühlvorgang erst mit Zeitversatz aktivieren, weil der Wetterfrosch im Internet erst für den Nachmittag verlässlichen Sonnenschein voraussagt.

Beide Trends vollzogen sich lange weit gehend außerhalb der Wahrnehmung der meisten (potenziellen) Nutzer und auch ohne nennenswerte Resonanz der Hardware-Hersteller. In diesem Jahr aber drängt der technische Wandel mit Vehemenz in die Öffentlichkeit. Quer durch die Hallen präsentieren die Hersteller in Berlin (!), wie zusammenwachst, was zusammen gehört. Auch, weil die Technik nun plötzlich zusammen funktioniert.

Ganz vorne dran sind - natürlich - Hersteller wie etwa Samsung, die von Smartphones bis Spülmaschinen und WLAN-Kameras bis Waschautomaten das komplette Produktportfolio vernetzbarer Geräte anbieten. Kein Wunder also, dass sich beispielsweise die neuen Waschmaschinen per Smartphone fernsteuern lassen.

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