WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Inszenierung der Produkte perfektioniert Die fünf Geheimnisse des Apple-Kults

Seite 4/4

Von Apple-Boys und Kirchenjüngern

Wenn Apple ein neues Produkt auf den Markt bringt, stehen die Kunden Schlange. Am 21. September kommt das iPhone 5 voraussichtlich in die deutschen Geschäfte. Zum Verkaufsstart rechnen Analysten mit bis zu 10 Millionen verkauften Exemplaren weltweit. Quelle: dapd

Durch das Anstacheln der Gerüchte sorge Apple für die nötige Neugier bei Analysten und Fans. So ist es kein Wunder, dass selbst der legendäre Prototyp des iPhone 4G als vermeintlich geplanter Leak erschien. Zu kurios war auch die Geschichte des Ingenieurs Gray Powell, der das supergeheime Gerät 2010 ausgerechnet auf einem Barhocker liegen ließ.

Später stellte sich heraus, dass es sich bei der Episode wohl wirklich um ein Missgeschick gehandelt hat. Und auch manche Produktionsdetails, die von asiatischen Zulieferern nach außen dringen und auf Neuheiten schließen lassen sind nicht immer geplant und gesteuert.

Trotzdem nutzen selbst diese Informationspannen dem vermeintlich so perfekten Konzern, indem sie die Gerüchteindustrie befeuern.

5. Geniale Vermarktung

Apple-Präsentationen wirken immer etwas wie Gottesdienste, schon oft genug ist die Ähnlichkeit der Apple-Fanboys mit Kirchenjüngern beschrieben und der beinahe sektenhafte Apple-Kult persifliert worden.

Doch genau diese extreme Kundenbindung aufzubauen ist die eigentlich geniale Leistung von Steve Jobs.   

Entscheidend dafür ist die besondere Vermarktung, durch die Produkte emotional aufgeladen und zu Objekten der Begierde gemacht werden.

Exemplarisch zeigt sie sich im Werbespot zum  ersten Macintosh, der während des Super Bowl 1984 Premiere hatte. Starregisseur Ridley Scott (Blade Runner, Alien) inszeniert darin Apple-Nutzer als Inkarnation der Rebellion gegen eine Orwellsche Big Brother Welt.

Auch nach seiner Rückkehr startete Jobs eine ähnlich spektakuläre Kampagne, als einfach Porträts großer Persönlichkeiten wie Albert Einstein und Martin Luther King gezeigt wurden. Dazu das Apple-Logo und der Slogan "think different".

Auch wenn Apple längst Mainstream geworden ist und den Tablet-Markt so beherrscht, wie lange das Geschäft mit Smartphones oder Musikspielern, lebt Apple vom Ruf, Produkte für Individualisten, Kreative und Rebellen zu machen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Wer Apple kauft ist etwas Besonderes lautet die Botschaft und wer den entsprechenden Preisaufschlag bezahlt, will – neben der Qualität der Produkte – auch genau das darstellen. So kommt es zur selektiven Wahrnehmung der Apple-Kunden, die Kritik gern einmal ausblenden und auch wenn nur die sechste Version eines Smartphones mit ein paar Verbesserungen präsentiert wird, wieder ganz genau erklären können, warum es das beste und wichtigste Produkt auf dem Markt ist – zumindest bis zur nächsten Apple-Präsentation.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%