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Interview mit Dov Moran Was der Erfinder des USB-Sticks heute macht

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"Das was ich über Berlin höre, klingt gut"

Die neuen Web-Fernseher
Philips 42PFL6907K Quelle: Presse
LG 42LM670S Quelle: Presse
Samsung UE40 ES8090 Quelle: Presse
Panasonic TX-P50 VT50E Quelle: Presse
Loewe Connect ID 40 Quelle: Presse
Sony KDL-40 HX855 Quelle: Presse

Und in diesem Markt glauben sie, dass es noch was zu holen gibt?

Natürlich. Es kommen neue Player auf den Markt. Mobilfunkanbieter wollen unbedingt auch gute Inhalte anbieten, vor allem TV-Inhalte übers Internet. Wir befinden uns da noch am Anfang - Inhalte, die gestern und heute noch nicht die Endgeräte erreichen, werden das in Zukunft auf jeden Fall schaffen. Im Over-The-Top-Content-Markt sind die Claims noch lange nicht abgesteckt.

Reden wir über Israel. Es ein Paradies für die High-Tech-Szene: über 3800 Startup-Unternehmen, das Risikokapital ist per Kopf größer als in den USA. Sie sind aber diesbezüglich kritischer geworden. Warum?

Israel ist ein toller Ort für Unternehmer, alle haben eine gute Meinung zur hiesigen High-Tech-Szene. Doch es gibt Probleme. Ein Beispiel: Viele Startups kommen schnell in die Bredouille, weil sie kein Geld bekommen. Sie müssen dann entweder verkauft werden oder sie gehen viel zu früh an die Börse – was ein Fehler sein kann. Das hat dazu geführt, dass es wenige große Player gibt und viele kleine Startups. In solch einer Umgebung ist es nicht einfach das richtige Personal zu finden: erfahrene Manager, die einem beim Wachsen unterstützen. Viele Unternehmen sind daher oft zu klein und können nicht weiter wachsen.

Haben sie ein Beispiel, woran das liegen könnte?

Die Pensionsfonds könnten einspringen. Doch in Israel werden die Pensionsfonds nicht nach ihrer Performance bewertet. Es ist tatsächlich so, dass wenn sie smarte Investments machen, die Kosten dafür nicht im Profit berücksichtigt werden. Das führt dazu, dass alle Pensionsfonds kein Geld für High-Tech bereitstellen. Sie bevorzugen Wandelanleihen.

Warum?

Weil Wandelanleihen einfach zu managen sind. Die Folge ist, dass das meiste Geld für die israelische High-Tech Industrie nicht selbst aus der dem Land kommt, sondern ausländische Investoren zur Verfügung stellen. Es gibt Fonds, die für Startups nicht mehr als 20 bis 30 Millionen Dollar haben. An wen kann man sich aber wenden, wenn man 200 bis 300 Millionen Dollar braucht? Das ist die Größe, wenn man in den USA an die Börse gehen möchte. Es gibt also ein Graben zwischen beiden Zahlen und sehr wenige israelische Unternehmen haben diesen überqueren können.

Woran liegt das?

An der Politik und wie sie die Pensionskassen reguliert. Das ist weder für die Sparer sinnvoll, für die Pensionskassen und auch nicht für unsere Volkswirtschaft.

Was denken sie über die Startup-Szene in Berlin?

In Arbeit
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Ich habe noch keine deutschen Startups kennengelernt, aber das, was alles an Gerüchte hier in Israel von der Szene in Berlin ankommt, hört sich gut an.

Ich glaube, dass Startups vor allem eine spezifische Kultur brauchen. Wenn diese Kultur gerade im Entstehen ist, dann kann man das nur weiter unterstützen. Wie? Man muss darüber sprechen, über Unternehmen, über Erfolge. Es kann nur gut sein, sobald das jemand checkt: Hey, die haben in Berlin Erfolg mit Startups, ich bekomme das auch hin. Das schafft das wahre Momentum.  

Was wäre also ihr Tipp für junge Entrepreneure in Deutschland?

Einfach mal machen. Und wenn es nicht klappt, ist das ok. Wichtig ist, dass die Gesellschaft ihren Unternehmern Mut zugesteht. Auch sie muss verstehen, dass Niederlagen ok sind. Viele Gesellschaften in der Welt schauen auf den gescheiterten Unternehmer mit Verachtung. Das ist ein Problem. Fehler machen ist ok – wenn man daraus lernt und es beim zweiten Mal richtig macht.

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