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Interview mit Dov Moran Was der Erfinder des USB-Sticks heute macht

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"Die Lektion war: Kleinere Schritte und kleinere Teams"

Die wichtigsten Web-TV-Anbieter
Screenshot Webseite tape.tv Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Live.tv Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Sevenload Quelle: Screenshot
Screenshot Zattoo-Webseite Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Sendungverpasst.de Quelle: Screenshot
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Screenshot der Webseite TV-Stream.to Quelle: Screenshot

Was kommt danach?

Sobald wir die Betaphase abgeschlossen haben, wollen wir gemeinsam mit anderen Kunden unsere Plattform einem größeren Publikum zugänglich machen. Wir führen dazu Gespräche mit weiteren Mobilfunkanbietern. Aber für uns ist es zunächst wichtig, Erfahrung in einem kleinen Markt zu sammeln: die Interaktion unter den Nutzern zu beobachten, ihr Feedback sammeln, darauf zu schauen, was ihnen gefällt und was ihnen nicht gefällt.

Das ist sicherlich auch eine Folge der Erfahrungen, die sie mit ihren vergangenen zwei Unternehmen gemacht haben.

Ja. Nach M-Systems, mit dem ich den USB-Stick entwickelt hatte, kam Modu. Wir wollten mit dem Unternehmen Module für Mobiltelefon herstellen. Es sollte nicht weniger als den Mobilfunkmarkt zu revolutionieren. Doch am Ende fehlte uns Geld, das Ganze ist nichts geworden. Einer der letzten Amtshandlungen war, die Patente an Google zu verkaufen. Das hat uns immerhin ein schönes Ende ermöglicht.

Welche Erfahrungen haben sie aus diesem Abenteuer mitgenommen? Schließlich haben sie mit ihrem Privatvermögen 15 Millionen Dollar in den Sand gesetzt. Ihre Kapitalgeber waren 120 Millionen Dollar los.  

Eine Niederlage ist eine großartige Möglichkeit, zu lernen. Wer Erfolg hat, kann nicht viel lernen, eben weil Erfolge nicht so einfach zu wiederholen sind. Wer aber verliert und eine Niederlage einstecken muss, der kann viel Neues lernen – und künftige Fehler vermeiden. Einer der Modu-Lektionen war: Ich muss alles kleiner aufziehen, kleinere Schritte unternehmen, mit kleineren Teams. Und nicht zu schnell Kapital besorgen. Ein Beispiel: Bei Modu habe ich mir gleich zwei Wochen nach der Gründung Risikokapital geholt. Warum? Weil es nach meinem Exit bei M-Systems einfach war, an Geld zu gelangen. Jetzt werde ich den gleichen Fehler nicht nochmal machen. Ich werde mir fremdes Kapital besorgen sobald ich es tatsächlich benötige oder der Markt es von uns verlangt.

In einem Interview mit der israelischen Businesszeitung Globes haben sie zudem gesagt, sie hätten bei Modu keinen Businessplan gemacht.

Das stimmt. Schauen sie, bei Modu bin ich so einfach an Kapital gekommen, dass ich mir keinen Kopf über einen Businessplan gemacht habe. Jetzt habe ich natürlich einen Businessplan für Comigo. Wir arbeiten ständig an den Zahlen, wir kontrollieren die Ausgaben. Und das, obwohl wir uns noch kein Venturekapital besorgt haben. Außerdem habe ich gelernt, mir ganz genau die Investoren anzuschauen, bei denen ich mir Geld hole.    

Nun wollen sie mit Comigo in einen Markt gehen, wo bereits viele etablierte Player unterwegs sind. Neue Akteure versuchen zudem, den Internet-TV-Markt zu erorbern: Google, Apple , nur um einige Top-Player zu nennen. Wie wollen sie da erfolgreich sein?

Weil wir was Einzigartiges werden. Sie nennen die Top-Player, aber diese haben sich ausschließlich auf den Endkunden eingeschossen. Wir richten uns an die Contentprovider, an die Mobilfunkanbieter und TV-Sender. Warum? Weil es sie auf jeden Fall noch lange Zeit geben wird. Sie sind unerlässlich, um ihren Nutzern guten Service anzubieten: Wartung, Datenübertragung, gute Inhalte. Daher wollen wir den Anbietern eine geeignete Plattform anbieten. Ich glaube, dass es da einen großen Markt gibt. Natürlich wird es auch Konkurrenz geben, aber dort wo es sie nicht gibt, gibt es auch kein Markt.

Aber Apple versucht schon seit längerem den TV-Markt einzunehmen, alle Gespräche mit größeren TV-Sendern haben bisher nicht geklappt. Wie wollen sie das anstellen?

Apple ist ein tolles Unternehmen. Sie wollen sich aber nicht als Nummer zwei zufriedengeben. Sie wollen die Größten sein, egal wo sie Fuß fassen. Und neben sich dulden sie niemanden. Sie mögen die traditionellen Content-Provider nicht besonders. Das spüren diese anderen natürlich. Klar, dass sie dann mit den TV-Sendern einen Schattenkrieg führen.

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