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Kontrolle rund um die Uhr Die Tücken der Gesundheits-Apps

Nutzer von Gesundheits-Apps sollten sich trotz vieler Vorteile auch über etwaige Gefahren bewusst sein. Sie geben etwa trügerische Sicherheit und verleiten dazu, den Arztbesuch auszulassen. Hinzu kommen die teuren Folgen, wenn Versicherungen an die App-Daten kommen. Pläne dafür liegen vor.

Google-Managerin Ellie Powers stellt im Juni 2014 die Plattform Google Fit für Fitness-Daten vor. Sie sammelt und analysiert Daten verschiedener Fitness-Apps. Was Datensammler freut, sehen Datenschützer, Politiker und Verbraucherschützer skeptisch. Quelle: dpa

Google will sich für Fitnessfans unentbehrlich machen: Das im Herbst erschienene Google Fit erkennt nicht nur, wenn seine Anwender gehen, laufen oder Rad fahren, sondern bündelt auch die Daten anderer Apps wie Strava, Runtatstic oder Runkeeper. Damit dient das Programm als zentrale Sammel- und Auswertungsstelle für Gesundheits-Apps und Wearables aller Art.

Und davon gibt es eine Menge: Sie zeichnen nicht nur die Bewegungen auf, sondern helfen auch bei Krankheiten weiter. Diabetiker können etwa ihre Blutzuckerwerte in die App Diabetes Plus eintragen und verwalten; MyTherapy erinnert chronisch Kranke daran, ihre Medikamente einzunehmen. Schon 22 Prozent der Deutschen nutzen einer Umfrage der Krankenkasse IKK classic vom Mai 2014 zufolge medizinische Apps. 65 Prozent der 1.000 Befragten finden eine App, die medizinische Werte misst und direkt an den Arzt übermittelt, hilfreich.

Asus stellt ZenWatch 2 vor
ZenWatch 2Asus hat die nächste Generation der ZenWatch vorgestellt. Die Uhr funktioniert mit dem Android-Wear-Betriebssystem, Asus hat wie beim Vorgängermodell aber auch einige eigene Funktionen wie eine Fitness-App eingebaut. Über eine bessere Remote-Camera-Verbindung soll das Sucherbild der Smartphone-Kamera auf der Smartwatch dargestellt werden. Die Smartwatch besteht aus Edelstahl und kommt in verschiedenen Farb- und Armbandvarianten auf den Markt, die laut Asus individuell zu 18 verschiedenen Varianten kombiniert werden können. Neben klassischem Leder- oder Gummiarmband ist auch ein Armband mit geprägtem Diamantenmuster und Swarovski-Steinen zu haben. Um auch an kleinere Handgelenke zu passen, gibt es die ZenWatch 2 in zwei Größen: 49 mal 41 Millimeter und 45 mal 37 Millimeter. Wann sie in den Handel kommt und was sie kosten soll, wurde noch nicht verraten. Quelle: REUTERS
Apple WatchApple hat den Start seines ersten völlig neuen Geräts seit fünf Jahren ungewöhnlich still eingeleitet. Nur in wenigen Luxusgeschäften sind seit Ende April die Uhren zu haben. Die Apple Watch gibt es in drei Varianten: Sportler-, Standard- und Luxusmodell. Damit sie an kleinen Handgelenken nicht klotzig wirkt, ist die Apple Watch in zwei Größen erhältlich: 38 und 42 Millimeter. In einem ersten Test hat unser Redakteur Thorsten Firlus die Apple Watch unter die Lupe genommen. Quelle: AP
Vector Luna und Meridian Quelle: Screenshot
Withings Activité PopWer mit bunten Armbändern und klobigen Smartwatches nichts anfangen kann, sollte einen Blick auf die Withings Activité werfen. Es handelt sich um eine analoge Uhr in schlichtem, elegantem Design, in die auch ein Fitnesstracker eingebaut ist. Die Edel-Variante der Schweizer Uhr mit Lederarmband und Saphirglas schlägt mit fast 400 Euro zu Buche - für schmalere Geldbeutel hat Withings nun eine erschwinglichere Variante präsentiert. Die Variante Pop ist mit Kunststoffarmband und Mineralglasabdeckung etwas einfacher gehalten. Sie kommt in drei Farben daher und kostet 149,95 Euro. Neben der Zeitanzeige läuft in der rechten Ecke eine Prozentanzeige ab, die nachhält wie viel des selbstgesteckten Aktivitätsziels man bereits erreicht hat. Die Uhr ist über die Health-Mate-App via Bluetooth mit dem iPhone verbunden und kann Lauf- und Schwimmbewegungen erfassen. Eine Android-Variante ist laut Hersteller derzeit noch in Arbeit. Quelle: obs
Jabra Sport Pulse WirelessWarum noch ein weiteres Wearable mit sich herumtragen, wenn man beim Joggen gern Musik hört? Das dachte sich wohl der Headset-Spezialist Jabra und bringt nun In-Ear-Kopfhörer samt Mikrofon heraus, die den Puls messen können. Der sportliche Begleiter misst per Infrarottechnologie die Herzfrequenz und sendet die Daten an eine Smartphone-App. Das funktioniert über Bluetooth oder NFC sowohl bei iOS- als auch bei Androidgeräten. Ein virtueller Fitnesscoach kann die Daten auch gleich durchsagen und durch Work-Outs leiten. Die Kopfhörer kommen mit vier verschiedenen Haltebügeln und In-Ear-Stöpselformen, aus denen man individuell wählen kann, was am bequemsten zu tragen ist. Die Stöpsel sind schnurlos, so dass man sich beim Training nicht verhededdert, und nur 16 Gramm schwer. Über die Kopfhörer können auch Musikwiedergabe und Anrufe geregelt werden. Laut Hersteller hält der Akku bis zu fünf Stunden Musik oder Gesprächszeit durch. Preis: 199,99 Euro Quelle: Presse
Microsoft BandDas schwarze Armband „Microsoft Band“ mit langgezogenem Display soll unter anderem Herzschlag und Stress messen sowie die UV-Strahlung, der ein Träger ausgesetzt ist. Der Cloud-Service soll auch Daten von Fitness-Accessoires anderer Anbieter aufnehmen, wie Microsoft-Manager Yusuf Mehdi dem Technologieblog „The Verge“ am späten Mittwoch erläuterte. Preis: 199 Dollar Quelle: Microsoft
Fitbit ChargeDas Fitness-Tracker-Armband ist das Einsteigermodell. Es kann Fitnessstatistiken und Anrufe anzeigen - auch ein stummer Vibrationsalarm und eine Weckfunktion sind eingebaut. Das Armband misst Schrittzahl, zurückgelegte Distanzen, den Kalorienverbrauch und auch die bewältigten Stockwerke. Neu ist eine automatische Schlaferkennung, die anhand der Bewegungen Auskunft über die Qualität des Schlafes geben soll. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit bis zu sieben Tagen an. Charge löst das Vorgängermodell Force ab, dass die Firma wegen allergischer Reaktionen vom Markt nehmen musste. Die neuen Materialien sind laut Hersteller nun von Dermatologen geprüft. Preis: 129,95 Euro. Ab dem 17. November soll Charge im Online-Store und bei ausgewählten Partnern erhältlich sein. Farblich gibt es das Band zunächst in Schwarz und Schiefergrau, Burgunderrot (im Bild) und Blau sollen folgen. Quelle: Presse

Was auf den ersten Blick praktisch für Patienten ist, birgt jedoch auch Gefahren. Das neue Jahr beginnt gleich mit zwei mahnenden Aussagen seitens der Politik und dem Verbraucherschutz zu Gesundheits-Apps: So warnt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in einem "Bild"-Interview davor, den Anwendungen blind zu vertrauen und den Arztbesuch auszulassen.

Der Chef des Verbraucherzentralen-Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, macht auf die teuren Folgen aufmerksam, wenn Versicherungen an die gebündelten Daten kommen: Rabatte für Menschen in guter Verfassung – und damit einhergehend höhere Preise für sportlich inaktive und gesundheitlich angeschlagene Menschen.

Wie der Mensch in kleinen Schritten zum Cyborg wird
Brillen-SchlangeGoogles Datenbrille Glass verwandelt Models auf einer Modenschau in New York in Cyber-Wesen. Wer die Brille haben will, muss sich bewerben. Preis: ca. 1.100 Euro. Quelle: dapd
Kinder-ÜberwachungDas Sensorhemd Mimo Baby Monitor vom US-Anbieter Rest Devices erfasst Atemfrequenz, Temperatur, Liegeposition und Aktivität des Kindes. Preis: ca. 145 Euro Quelle: Presse
Bewegungs-MelderDas Konzept-Sportshirt Move der amerikanischen Modedesigner von Electricfoxy korrigiert mit Vibrationen die Körperhaltung von Golfern oder Yoga-Schülern. Preis: unbekannt Quelle: Presse
Quassel-KastenDer Anstecker von Sigmo übersetzt Gesprochenes via Smartphone in 25 Fremdsprachen. Preis: ca. 47 Euro Quelle: Presse
Schlaf-VermesserDas Armband Flex vom US-Startup Fitbit misst die Schlafdauer, zählt Schritte, die zurückgelegte Strecke und verbrannte Kalorien. Preis: ca. 100 Euro Quelle: Presse
Finger-FernbedienungDer Daumenring Fin des indischen Herstellers RHLvision verwandelt die Hand in eine Steuerkonsole für Smartphones, Fernseher und mehr. Preis: ca. 87 Euro Quelle: Presse
Karten-KlunkerDer Funkchip-Ring des Startups The Ring Theory dient in Bostons U-Bahn als Fahrkarte. Quelle: Presse

„Gegen den informierten Patienten spricht erst einmal nichts“, sagt Minister Gröhe in der "Bild". „Aber den Arztbesuch kann der Klick im Internet nicht ersetzen.“ Eine App, die dazu verleitet diesen auszulassen ist etwa „Klara“. Sie ermöglicht es, Fotos von Hauptproblemen – auch im Intimbereich – gegen eine Gebühr von 29 Euro von Dermatologen beurteilen zu lassen. Eine Antwort gibt es innerhalb von 48 Stunden. Der Haken: Ärzte dürfen in Deutschland keine Ferndiagnosen stellen; nur Begutachtung und Empfehlung sind über die Ferne erlaubt.

Gröhe empfiehlt Nutzern solche Apps mit Vorsicht zu genießen: „Es gibt manche Gesundheits-Apps, die helfen, sich zu orientieren. Andere sind eher Geschäftemacherei. Hier gibt es wachsenden Informationsbedarf.“ Während der Minister sich mit den gesundheitlichen Gefahren für Patienten beschäftigt, treibt Klaus Müller vom vbzv um, was mit den Daten geschieht, wenn sie im Internet gespeichert werden. Denn außer Patienten und Sportfanatikern profitieren auch Datensammler. Wenn Versicherungen an die Informationen kommen, können diese ihre Preise anpassen.

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