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LTE-Netzausbau Datenturbo des iPhone 5 zündet nur im Telekom-Netz

Das iPhone 5 kommt auch in Deutschland mit dem Datenturbo LTE, soviel ist seit Mittwochabend klar. Doch inwieweit wird der Datenturbo in Deutschland überhaupt nutzbar sein?

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So sieht das neue iPhone aus
Apple-CEO Tim Cook betrat pünktlich um 19 Uhr die Bühne. Quelle: REUTERS
Entgegen aller Erwartungen leitete er schon nach wenigen Minuten die Präsentation des iPhone ein. Quelle: REUTERS
Marketingchef Phil Schiller stellte die Leistung des neuen iPhone5-Akkus vor. Quelle: REUTERS
Wie erwartet, wird es beim iPhone 5 einen neuen Stecker geben. Apple will entsprechende Adapter anbieten. Quelle: REUTERS
Von größter Relevanz beim neuen iPhone hat sicherlich die Möglichkeit, via LTE zu surfen. Quelle: REUTERS
Dank neuer Kamera-Technik lassen sich Panorama-Bilder qualitativ hochwertiger schießen. Quelle: dapd
Scott Forstall stellt die Software iOS 6 anhand eigener Apple-Karten und dazugehörigen Features vor. Damit hat sich das Unternehmen von Google-Maps verabschiedet. Quelle: dapd

Das schnelle 4G-Netz LTE soll eine Übertragungsgeschwindigkeit von 100 MBits pro Sekunde garantieren und so das mobile Internet revolutionieren. Video-Telefonie immer und überall könnte mit LTE ebenso möglich sein wie das ruckelfreie Anschauen von HD-Videos. Doch so schön die Technik auch klingt, in Deutschland wird der Turbo noch lange nicht überall funktionieren.

Schon einen Tag nach der großen iPhone-Präsentation in San Francisco meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass das neue Apple-Smartphone nur im Netz der Telekom mit Maximalgeschwindigkeit laufen wird. Und das hat technische Gründe. Als die Bundesnetzagentur 2010 die LTE-Frequenzen für insgesamt 4,4 Milliarden Euro versteigerte, war die Telekom das erste Unternehmen, dass sich die Frequenz 1800 MHz sicherte, auf der auch das iPhone arbeitet.

Fakten rund um LTE

Vodafone, O2 und zu Teilen auch E-Plus stürzten sich vor allem auf die niedrige Frequenz von 800 MHz, da diese sich besonders weit verbreitet. Allerdings waren an diesen begehrten Bereich seitens der Bundesnetzagentur auch besondere Bedingungen geknüpft. Die Agentur forderte die Provider auf, zunächst unterversorgte Regionen in Deutschland, die nicht über Breitband verfügen, mit dem Netz zu versorgen. Das betraf vor allem die ländlichen Regionen. Erst wenn pro Bundesland die Einwohner zu 90 Prozent versorgt sind, dürfen O2 und Co mit dem Ausbau in den Städten anfangen.

Inzwischen sind elf von 13 einst unterversorgten Bundesländern abgearbeitet. Lediglich Mecklenburg Vorpommern und Brandenburg fehlen noch. Seit 2012 werden sukzessive immer mehr Städte mit LTE versorgt.

Wettbewerbsvorteil für die Telekom

Mit dem Kauf der 1800 MHz-Frequenz hat die Telekom einen enormen Wettbewerbsvorteil. Denn während die Konkurrenz sich darum kümmerte, die Forderungen der Bundesnetzagentur zu erfüllen, baute die Telekom vor allem in urbanen Regionen kräftig aus. Nach Aussagen eines Telekom-Sprechers hat das Unternehmen in 61 deutschen Städten ihr Funknetz im 1800-Megaherz-Bereich auf LTE umgerüstet. Bis Jahresende sollen es 100 werden. Für den neuen Service bittet die Telekom ihre Kunden extra zur Kasse – wer mit der Höchstgeschwindigkeit surfen will, muss neben der üblichen Laufzeitverträge zehn Euro im Monat zusätzlich zahlen.

Neben der Telekom deckte sich im Zuge der Versteigerung 2010 nur noch E-Plus mit den 1800 MHz-Frequenzen ein, über ein eigenes Netz verfügt das Unternehmen jedoch nicht. Auch O2 und Vodafone werden den LTE-Turbo im iPhone fünf nicht anbieten können.

LTE in Deutschland

Das sind die größten iPhone-Rivalen
Nokia Lumia 920Plattform - Windows 8: Hervorragende Kamera, die ähnlich gute Bilder wie die 41-Megapixel-Kamera in Nokias Pureview 808 liefert. Dank neuer Stabilisatortechnik sollen Wackelbilder vermieden werden. Ebenfalls positiv ist die kabellose Ladestation in Form eines Kissens, auch wenn das Laden mit dem Kabel immernoch deutlich schneller geht. Wie viel das neue Gerät kosten soll, wurde bei der Präsentation in New York Anfang September noch nicht verraten. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy S3Plattform - Android: Die aktuellste Smartphone-Version von Samsung ist seit März 2012 auf dem Markt. Das Gerät verfügt über ein 4,8 Zoll großes HD-Display und eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED-Blitz. Neben Fotos und Videos sind auch Videokonferenzen mit der Frontkamera möglich. Es ist in einer 16-GB- und einer 32-GB-Ausführung erhältlich. Schwächen: Sowohl die Spracherkennung "S-Voice" als auch eine erweiterte Gestensteuerung funktioniert nur bedingt. Außerdem macht das Smartphone ausgerechnet beim telefonieren Mätzchen. Störende Hintergrundgeräusche werden nicht gut gefiltert. Die Sprachqualität ist entsprechend deutlicher schlechter als bei anderen Anbietern. Quelle: dpa
Motorola RazrPlattform - Android: Gleich drei neue Modelle aus der Reihe Razr stellte Motorola im September 2012 vor: die größeren Droid Razr HD und Droid Razr Maxx HD sowie das etwas kleinere Droid Razr M. Angeblich sollen die Modelle über eine längere Speicherlaufzeit, hochauflösende Displays und eine schnelle LTE-Datenübertragung verfügen. Das kompakte und flache Razr M startet mit Zwei-Jahresvertrag bei 99 Dollar - die Hälfte des Preises eines Apple iPhone 4S. Ob das Smartphone jedoch überhaupt in Deutschland erhältlich sein wird, ist bisher nicht geklärt. Quelle: dapd
HTC 7 Mozart
LG Optimus Chic
Blackberry Torch 9800
Apple iPhone

Interessant ist zum einen die Frage, ob Apple irgendwann einen neuen Chipsatz im iPhone einbaut, der auch die anderen LTE-Frequenzen unterstützt, zum anderen, wie es um den Netzausbau in Deutschland überhaupt bestellt ist.

Apple lässt sich diesbezüglich kaum in die Karten schauen. Dass die Erweiterung auf andere Frequenzen irgendwann kommen wird, davon ist jedoch auszugehen. Das Telekom-Monopol beim ersten Verkauf der iPhones musste auch irgendwann den Regeln des fairen Wettbewerbs stattgeben.

Papierkrieg um Richtfunkanbindungen

In der Zwischenzeit wird die Verbreitung des LTE-Netzes in Deutschland zu einem Papierkrieg zwischen Bundesnetzagentur und den Anbietern Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus. Denn um die ersteigerten LTE-Frequenzen nutzen zu können, muss eine Richtfunkanbindung hergestellt werden. Insgesamt verfügt Deutschland über mehr als 100.000 dieser Strecken.

Die Mitarbeiter der Bundesnetzagentur werden derzeit mit diesen komplexen Anträgen überhäuft. „Derzeit müssen noch mehrere tausend Anträge bearbeitet werden", sagt Agentur Sprecher René Henn. "Um das zu bewältigen, schichten wir Personal um und schaffen auch neue Stellen. Außerdem sprechen wir mit anderen Behörden, um Personal auszuleihen." Welche das sind, will er nicht verraten.

Die Zahl der Anträge sei im Laufe der vergangenen zwei Jahre deutlich gestiegen. "Auch Behörden wie die Polizei oder die Feuerwehr nutzen verstärkt Richtfunkstrecken", sagt Henn.

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Um in der Papierflut den Überblick zu behalten, baut die Bundesnetzagentur auf die Zusammenarbeit mit den Providern. "Die Anbieter teilen uns mit, welche Ausbauprojekte wir prioritär bearbeiten sollen", erklärt der Sprecher. 

Schaut man sich eine Übersicht des LTE-Angebots beim Breitbandatlas des Ministeriums für Wirtschaft und Technologie an, scheint Deutschland von einer kompletten LTE-Versorgung jedoch noch weit entfernt zu sein. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich der Netzausbau noch knappe zehn Jahre hinziehen könnte, ehe die Bundesrepublik flächendeckend mit LTE versorgt ist. Aktuelle Entwicklungen sprechen jedoch dafür, dass es schneller gehen könnte. Denn der Druck der Provider auf die Netzagentur ist da. Vodafone verspricht seinen Kunden schon heute eine bundesweite Abdeckung mit LTE bis Frühjahr 2015.

Mit Material von Reuters

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