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Lumia 1020 und Xperia Z1 Nokias und Sonys Smartphones im Fototest

Fast zeitgleich mit Apples neuen iPhones bringen Nokia und Sony ihre Topmodelle Lumia 1020 und Xperia Z1 auf den Markt. Beide glänzen mit ihren Fotofähigkeiten. Wer hat die Linse vorn?‎

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Zeitgleich mit Apple bringen auch Nokia und Sony ihre neuesten Flaggschiffe auf den Markt. Alle drei überzeugen mit hervorragenden Kameras, doch wer hat die Linse vorn? Quelle: REUTERS

Wenn Sie sich, wie mein Kollege Carsten, nur für Smartphones mit Obst-Logo interessieren, dann nutzen Sie die Zeit, die das Lesen dieses Textes benötigt, für etwas Anderes. Schnipseln Sie sich einen Obstsalat, beispielsweise. Sonst aber ist Obstsalat zwar auch gesund, aber speziell wenn Sie ein Faible für Fotos haben, verschieben Sie den Genuss noch um ein paar Minuten. Und fragen Sie sich (wie ich) ob Ihr nächstes Smartphone nicht vielleicht doch mit einem anderen Betriebssystem laufen sollte.

Die besten Smartphonekameras am Markt
LG Optimus GLG gilt unter Smartphones noch als Underdog. Doch das Android-Handy ist bestens ausgestattet, gut verarbeitet und absolut konkurrenzfähig. Die 13-Megapixel- Kamera macht detailreiche und scharfe Bilder. Wird das Licht schwächer, dämpft die Software zu starkes Rauschen. Preis: 599 Euro. Fazit: High-End-Handy zum Kampfpreis. Quelle: Presse
Nokia Lumia 1020Noch beeindruckender als die Auflösung des 41-Megapixel-Sensors ist, was Nokia daraus macht: lichtstarke Bilder ohne Blitz, enorme Detailtreue und höchste Flexibilität bei der Aufnahme. Preis: noch offen. Fazit: In Sachen Handyfotos das Maß der Dinge. Quelle: Presse
Samsung Galaxy S4 ZoomBei Prozessor oder Display kann der Hybride mit dem regulären Galaxy S4 nicht mithalten. Dafür liefert er dank optischem 24 bis 240-Millimeter-Zoom und 16-Megapixel-Chip sehr gute Fotos. Preis: 499 Euro. Fazit: Mehr Objektiv war nie im Smartphone, nur ist das Gerät wegen seiner Bauform arg klobig. Quelle: Presse
HTC OneDas Gerät hat nur vier Megapixel, dafür sind die lichtempfindlich. Sie machen helle, rauscharme Bilder bei wenig Licht. Preis: 679 Euro. Fazit: Für Facebook- und Postkartenfotos eine gute Idee, Ausdrucke ab DIN A4 werden pixelig. Quelle: Presse
iPhone 5Die Acht-Megapixel-Optik ist in der Top-Liga nur Durchschnitt. Die exzellente Bildverarbeitung verleiht den Aufnahmen dennoch ausgewogene Schärfe und Detailtreue. Optionen zur kreativen Bildgestaltung fehlen fast ganz. Preis: ab 679 Euro. Fazit: Apple ist konsequent: Statt vieler Optionen für den Nutzer, gibt es - im Rahmen des Möglichen - Top-Qualität. Quelle: Presse

Denn in diesen Tagen kommen mit dem Nokia Lumia 1020 und Sonys Xperia Z1 gleich zwei neue Top-Handys in die Läden, die auch Apples jüngste iPhones technisch um Welten deklassieren. Nicht, dass Sensorauflösungen als einziges Kriterium herhalten können. Dass haben die Käufer klassischer Kameras nach Jahren des Pixel-Wahns irgendwann auch verstanden. Aber dass auch Apples neues iPhone 5s noch immer mit einem 8-Megapixel-Sensor daher kommt, während Sony gut 20 Megapixel mitbringt und Nokia gar einen 41-Megapixel-Chip verbaut, das ist schon ein Statement.

Daran ändert auch nichts, dass Apple seinen Sensor um 15 Prozent vergrößert und die Lichtempfindlichkeit um ein Drittel gesteigert hat. Beides ermöglicht es iFans, mit ihren neuen Smartphones sehr gute Bilder zu schießen. Aber technisch hat die Konkurrenz die Linse vorn. Und nicht nur da.

Vor allem das Lumia 1020, die jüngste (und am höchsten angesiedelte) Variante aus der Smartphone des noch finnischen Handyproduzenten. Seit Ende vergangener Woche (und damit taktisch kurz vor dem iPhone-Start gelegen) ist sie in den deutschen Handyshops zu haben. Und sie ist - um es kurz zu machen - das Beste was aktuell an Foto-Smartphone auf dem Markt ist: Tatsächlich nämlich haben die Finnen gemeinsam mit dem Technikpartner Zeiss ein gleichermaßen technisch hochstehendes wie handliches und gut bedienbares Kamerahandy entwickelt, dass in der Branche seinesgleichen sucht.

Die Kameras im Direktvergleich: The O 2, ehemals Millennium Dome in London, links: Sony Z1, rechts: Nokia Lumia 1020. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Thomas Kuhn

Zwar liefert auch der 20-Megapixel-Sensor von Sonys neuem Xperia Z1 sehr gute Bilder, und das neue Samsung Galaxy S4 Zoom besitzt sogar ein eingebautes 10-fach-Zoom-Objektiv. Aber ersteres reicht weder bei Lichtempfindlichkeit noch bei Auflösung ans Lumia 1020 heran. Und das Galaxy Zoom ist durch die Optik einfach zu dick, um ohne Kleidungsschaden in die Tasche zu passen.

Nokias Topmodell dagegen liegt trotz seines leichten Kamerabuckels auf der Rückseite noch knapp unterhalb der Grenze, ab der ein Foto-Handy untragbar wird. Dabei ist es sogar trotz seiner Hochleistungsoptik (dazu gleich noch mehr) sogar noch kompakter geraten als sein etwas klobiger Vor-Vorläufer, das Lumia 920, mit dem das 1020-Design eng verwandt ist.

Nokia setzt die Standards

Die Kameras im Direktvergleich: Towerbridge in London, links Sony Z1, rechts Nokia Lumia 1020. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Thomas Kuhn

Das ist umso bemerkenswerter, weil die Entwickler von Zeiss und Nokia nicht nur ein aus sechs Linsen bestehendes optisches System ins Gehäuse gepackt haben; das neue iPhone 5s hat fünf. Zugleich arbeitet im Foto-Handy auch noch ein richtiger, mechanischer Bildstabilisator. Und - vor allem - ein Fotosensor mit ansonsten unerreichten 41 Megapixel Auflösung.

Nun sagen, wie erwähnt, Pixelrekorde als solche kaum etwas über die Qualität einer Kamera aus. Und natürlich liefert manch gute Fotokamera mit geringeren Pixelzahlen noch lichtstärkere und schärfere Aufnahmen als das Top-Lumia. Aber der Vergleich zieht nur zum Teil, weil in den Fotoapparaten größere, Sensoren arbeiten und höherwertige Objektive das Licht einfangen.

Nokia hängt die Latte hoch

Im Vergleich mit dem Rest der Top-Etage der Handywelt hingegen setzt aktuell das Lumia die Standards. Und die Latte hängt hoch.

Diese Smartphones machen die besten Bilder
Ob beim Festival oder im Urlaub - zwei von drei Smartphone-Besitzern lassen mittlerweile ihre Fotokamera zu Hause und dokumentieren ihre Reisen mit dem Smartphone. Das nimmt keinen unnötigen Platz weg, ist immer griffbereit und macht mittlerweile keine schlechten Bilder mehr. Im Test zeigen wir, welche Handy-Kamera überzeugt. Quelle: dpa
Platz 5: iPhone 5Obwohl das iPhone zu den teuersten Smartphones zählt, hängt es bei der Kameratechnik ziemlich hinterher. Der Autofokus ist langsam, bei schwachem Licht verfälschen die Farben und spannende Präsentations- und Filter-Funktionen müssen per App nachgerüstet werden. Immerhin: Für keine Kamera gibt es so viele Apps wie für die des iPhones. Quelle: dapd
Platz 4: Sony Xperia ZTrotz satter 13 Megapixel macht die Sony-Kamera nur mittelmäßige Bilder. Die kleine Linse führt dazu, dass zu wenig Licht auf den Sensor fällt - so gibt es im Halbdunkel schnell starkes Farbrauschen. Eine weitere Schwäche: Die Menüs überfordern selbst Hobby-Fotografen mit ihren vielen Einstell-Möglichkeiten. Quelle: REUTERS
3. Platz: HTC OneDurch die vier Megapixel fällt bei der riesigen Linse des HTC One mehr Licht auf jeden Pixel. In der Praxis bedeutet das: Selbst bei schlechtem Licht macht das Smartphone noch gute Fotos. Ein Tipp: Die App Zoe macht aus Fotos automatisch kleine Präsentationen. Quelle: AP
Platz 2: Samsung Galaxy S4Technisch ist die Kamera des S4 top. Sie liefert in allen Anwendungsbereichen tolle Ergebnisse. Das einzige Manko: Die Farben sind immer etwas zu intensiv, so wirken die Motive bonbonhaft. Die Bedienung der Kamera klappt trotz vieler Einstellungsmöglichkeiten erstaunlich einfach. Quelle: dpa
1. Platz: Nokia Lumia 925Die beste Kamera im Test: Das Lumia 925 von Nokia liefert selbst im Halbdunkel noch farbechte, scharfe Bilder. Durch die niedrige Brennweite passt viel Landschaft aufs Foto. Vorinstallierte Apps bieten vom bewegten Foto (Cinemagraph) bis zur Best-Shot-Funktion (besten Aufnahme aus zehn Fotos) viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Quelle: dpa

So liefert der Bildsensor nämlich selbst bei schlechten Lichtverhältnissen in der Dämmerung noch bemerkenswert ansehnliche und rauschärmere Aufnahmen als etwa Sonys neues Xperia Z1. Der Clou ist das Zusammenspiel aus der immensen Auflösung und der intelligenten Bildverarbeitung. Denn dabei fasst der Bildprozessor bei jeder Aufnahme die Informationen mehrerer Pixel zusammen und berechnet daraus die optimale Bildinformation, Farbe und Helligkeit für ein am Ende nur noch fünf Megapixel großes fertiges Bild.

Das allerdings ist schärfer und selbst bei schwachem Licht besser ausgeleuchtet, als alles, was ich bisher an Fünf-Megapixel-Aufnahmen (und auch darüber) von anderen Kameras und Fotohandys kenne. Und für Ausdrücke von bis zu 10 x 18 Zentimetern reicht das allemal.

Mindestens so smart aber wie die Kompression der Aufnahmen aufs handlichere Format ist, dass das Lumia gleichzeitig noch das 41-Megapixel-Originalbild in seinem Flash-Speicher ablegt. Das ist pro Aufnahme gut sieben Megabyte groß, weshalb das derzeit von O2 exklusiv vertriebene Sondermodell mit 64 Gigabyte Datenspeicher (ohne Vertrag rund 679 Euro: http://www.o2online.de/handy/nokia-lumia-1020/) für Viel-Fotografen wohl die bessere Option ist als die bei den übrigen Netzbetreibern erhältlichen Geräte mit maximal 32 Gigabyte Datenpuffer.

Einmalige Foto-Funktion

Lohn der Speicherfresserei ist eine Funktion, die in der Handybranche einzigartig ist: Zum einen erlaubt es der Riesensensor, bei der Aufnahme vor ab nur einen Bildausschnitt zu wählen, den man knipsen will, ohne dass das gegenüber einer Standardaufnahme mit beispielsweis fünf Megapixel einen Auflösungsverlust bedeutete. Das entspricht etwa einem Dreifach-Zoom, und kommt dennoch ohne klobige Linsenvorbau aus.

Zugleich aber kann der Fotograf auch nach einer derart pseudo-gezoomten Aufnahme noch entscheiden, ob er wirklich den gewählten Ausschnitt behalten oder doch lieber einen anderen wählen möchte. Denn, wie gesagt, die Kamera speichert ja im Hintergrund immer auch die komplette 41-Megapixel-Aufnahme.

Da reicht ein Fingertipp aufs gezoomte Bild, und mit ein paar Handstreichen lässt sich der Ausschnitt neu definieren und abspeichern. Das ist nicht nur genial einfach, sondern auch ein ebensolcher Geistesblitz.

Kreative Bildgestaltung ist beim iPhone nicht vorgesehen

Das können die aktuellen Smartphones
LG G4LG Electronics hat am 28. April sein neues Flaggschiff G4 vorgestellt. Punkten wollen die Koreaner etwa mit einer innovativen Kamera, die 80 Prozent mehr Licht auf den Bildsensor leitet als beim Vorgänger-Modell. 16 Megapixel Auflösung und ein weiterentwickelter Bildstabilisator sollen für hochwertige Fotos sorgen. Für gute Selfies ist eine acht MP Frontkamera verbaut. Damit dafür auch genügend Speicherplatz zur Verfügung steht, kommt das LG 4 mit 32 GB internem Speicher daher, der durch eine MicroSD-Karte auf bis zu zwei Terabyte erweitert werden kann. Der Bildschirm ist 5,5 Zoll groß und soll deutlich heller und kontraststärker sein, als das Vorgängermodell, zudem bietet er laut LG eine bessere Farbtreue und Berührungsempfindlichkeit. Pluspunkt: Der Akku ist austauschbar, er bringt 3000 mAh Leistung. Als Prozessor ist ein 808 Snapdragon an Bord. Das Gerät wird in verschiedenen Materialien erhältlich sein: Es gibt eine Leder-Variante und eine Ceramic-Version (hier im Bild) jeweils in mehreren Farben. Ein Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. Quelle: Presse
Sony Xperia Z4 Quelle: REUTERS
Huawei P8Ein neues Design und eine leistungsstarke Kamera - mit diesen Features kann das neue P8 von Huawei die Kritiker überzeigen. Es ist billiger als die Konkurrenz von Apple und verspricht in etwa die gleiche Leistung. Das Smartphone gibt es in Grau, Champagner, Weiß und Gold. Jedes zweite Smartphone in Deutschland ist aktuell ein Samsung-Gerät. Nur jedes vierte Smartphone in Deutschland ist derzeit ein iPhone. Geräte der Hersteller Sony, Nokia, HTC, LG und Huawei hingegen spielen unter deutschen Smartphone-Nutzern kaum eine Rolle. Quelle: Presse
Xiaomi Mi Notes Der chinesische Smartphonehersteller Xiaomi hat am 15. Januar die Oberklasse-Smartphones Mi Note und Mi Note Pro vorgestellt, die dem iPhone 6 in den USA Konkurrenz machen sollen. Das Display des Mi Note schlägt das iPhone 6 mit 5,7 Zoll zu 5,5 Zoll, der Bildschirm hat eine Pixeldichte von 386 ppi und ein LCD-Panel für einen höheren Kontrast. Die Kamera an der Rückseite verfügt über 13 Megapixel, die an der Vorderseite über vier Megapixel. Der interne Speicher fasst 16 GByte und lässt sich nicht per microSD-Karte erweitern. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 319 Euro. o Das Mi Note Pro kostet 458 Euro, ist aber auch noch etwas besser ausgestattet: Die Pixeldichte beträgt 515 ppi, das Speichervolumen 64-GByte. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy A7Samsung hat mit dem A7 ein superflaches und nur 141 Gramm schweres Smartphone in Alu-Gehäuse vorgestellt. Mit 6,3 Millimetern ist es noch dünner als das aktuelle iPhone 6 mit 6,9 Millimetern. Es sei eines der flachsten Samsung-Smartphones aller Zeiten, teilte der Hersteller in seinem Blog mit. Das Handy hat ein 5,5 Zoll großes Super Amoled Display. Als Betriebssystem ist Android KitKat (4.4) an Bord. Samsung verspricht mit acht leistungsstarken Prozessoren flüssiges Surfen und Nutzen von Apps, vor allem für den Austausch in den Sozialen Medien. Eine 5-Megapixel-Frontkamera sorgt für Selfies in ordentlicher Qualität, deutlich stärker ist die Kamera an der Rückseite mit 13 Megapixeln. Für bessere Selfies ist der "Auto Selfie"-Modus da, mit dem per Sprachbefehl oder einem Wink mit der Hand die Kamera ausgelöst werden kann. Ein 2600 mAh starker Akku soll für Ausdauer sorgen. Wie bei Samsung üblich, wurde sich über Preis und Marktstart noch ausgeschwiegen. Händler und IT-Portale vermuten, dass das Smartphone gegen Ende des ersten Quartals für um die 500 Euro in die Läden kommen wird. Quelle: Samsung
Samsung Galaxy Note 4 LTE-A Quelle: AP
Samsung Galaxy A5 und A3Samsung hat die neue A-Serie vorgestellt. Die Smartphones haben ein Metallgehäuse; beide sind mit einer 5-Megapixel-Frontkamera ausgerüstet, um gute Selfies machen zu können. Passend dazu ist die neueste Kamera-Software an Bord, die mit dem Galaxy Note 4 eingeführt wurde und verschiedene spezielle Selfie-Einstellungen ermöglicht. Das A5 (im Bild) ist das größere, es kommt einem 5-Zoll-Display, 2 GB Arbeitsspeicher, einer 13-Megapixel-Kamera an der Rückseite und einem 2300 mAh starken Akku in den Handel. Der kleine Bruder A3 ist die abgespeckte Version mit einem 4,5-Zoll-Display, 1 GB Arbeitsspeicher, 6-Megapixel-Rückkamera und einem nur 1900 mAh starken Akku. Beide Smartphones laufen auf Android KitKat (4.4) und bringen NFC und LTE mit. Preis: noch unbekannt. Ab November sollen die Smartphones in Weiß, Schwarz, Silber, Pink und Blau verfügbar sein. Quelle: Samsung

Bei all dem ist der Fotograf gar nicht darauf angewiesen, nachträglich in die Bildgestaltung einzugreifen. Zwar bietet auch das Xperia einen Modus zur manuellen Aufnahmesteuerung etwa von Weißabgleich oder Belichtungskorrektur, doch die Einstelloptionen sind gut versteckt - und noch dazu über verschiedene Untermenüs verteilt. Das bremst die Begeisterung für die manuelle Steuerung der Aufnahme merklich. Und Apple weiß ohnehin auch weiterhin selbst am besten, was für seine Kameranutzer das optimale Bild ist. Auch wenn die Aufnahmen mit Apple-Handys tatsächlich im Branchenvergleich zu den ausgewogensten gehören - kreative Bildgestaltung nach Fotografenlaune ist beim iPhone nicht vorgesehen.

Wie es richtig geht, zeigt das Lumia. Dem Nokia in seiner "Smart Cam" App eine ebenso vielfältige wie intuitiv bedienbare Belichtungssteuerung spendiert hat. Mit einer simplen Daumenbewegung über den Auslöse-Button im Display öffnen sich die Einstelloptionen für Belichtungskorrektur, Auslösedauer, ISO-Sensorempfindlichkeit, Fokus-Punkt (ja, den gibt’s wirklich) und Weißabgleich. Standardmäßig steht alles auf „Auto“ es reicht jeweils nur ein weiterer Wisch und der Nutzer stellt alle Variablen nach Wunsch ein.

Spiel mit der Tiefenschärfe: Das Lumia ermöglicht es dem Fotografen erstmals, Vorder- oder Hintergründe einer Aufnahme kontrolliert in der Unschärfe verschwinden zu lassen. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Thomas Kuhn

Spiel mit der Unschärfe

Das gilt auch für ein Feature, das bei derart miniaturisierten und kompakt gebauten Linsensystemen, wie sie in Smartphones stecken, eigentlich gar nicht vernünftig nutzbar ist: Das Spiel mit der Tiefenschärfe und der Verschiebung des Fokuspunktes.

Derartiges lässt sich bei Smartphones bisher allenfalls per Foto-App nachträglich und künstlich ins Bild hinein rechnen. Das Lumia ermöglicht es dem Fotografen tatsächlich erstmals, wenn auch nur in gewissem Rahmen, Vorder- oder Hintergründe einer Aufnahme kontrolliert in der Unschärfe verschwinden zu lassen. Auch dafür reicht ein Wisch auf den virtuellen Bildschirm-Regler. Besonders schön: Wie sich die Modifikation aufs fertige Bild auswirkt, zeigt das Lumia in jedem Falle in Echtzeit im Display an. Genau so muss das sein.

Gadgets



Genug der Euphorie. Carsten und alle anderen iFans werden sich ohnehin das 5s kaufen, Fans der App-Vielfalt von Android sind und bleiben mit dem Xperia besser bedient (und bekommen dabei auch ein ausgezeichnetes Foto-Handy). Aber wer sein Smartphone tatsächlich vor allem fürs Fotografieren nutzen will, der hat eigentlich gar keine andere Wahl als das Lumia 1020.

Übrigens auch nicht das Lumia 1520, das Nokia gerüchteweise Ende Oktober vorstellen wird. Denn das Modell wird wohl ein größeres Display bekommen und einen Einschub für einen SD-Speicherkarte haben; aber eben nur einen 20-Megapixel-Sensor.

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