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Microsoft Die große Tablet-Zäsur

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Gegen Partner antreten

Die besten Apps für das iPad
Downloads und Umsatz Mobile Apps in Deutschland
Screenshot der App Zattoo Quelle: Screenshot
Screenshot der Couchfunk-App Quelle: Screenshot
Screenshot Deutschlandfunk-App Quelle: Screenshot
Screenshot App von Twitter Quelle: Screenshot
Screenshot der App Hootsuite Quelle: Screenshot
Screenshot der Flipboard-App Quelle: Screenshot

Doch das Surface Tablet ist eine Zäsur in der Geschichte Microsofts und der ganzen PC-Branche. Denn an die heilige Kuh Computerhardware hat sich der Softwarekonzern bislang nicht gewagt. Zum einen, um seine Partner – die PC-Hersteller – nicht zu verärgern. Und natürlich um sein lukratives Geschäftsmodell, das Lizenzieren von Software nicht zu gefährden. Denn das Fertigen von Hardware gilt als undankbares Geschäft. Nur Apple gelingt es mit einem hochpreisigen Ansatz und eigenem Vertrieb lukrative Margen herauszuholen.

Prügel von der Börse

Die Börse wird Ballmer sicherlich dafür abstrafen, den riskanten Pfad als Gerätehersteller zu betreten. Doch er kann nicht anders. Denn Tablets und Smartphones machen zunehmend herkömmlichen Notebooks Konkurrenz und drohen Windows langfristig das Wasser abzugraben. Das Marktforschungsunternehmen IDC erwartet, dass in diesem Jahr weltweit 107 Millionen Tablets abgesetzt werden, 62,5 Prozent davon mit Apples Betriebssystem und 36,5 Prozent mit Googles Android. Das ist schon fast ein Drittel der rund 380 Millionen Notebooks und Desktops, die in diesem Jahr weltweit verkauft werden sollen. Die Tablets machen sich nicht nur im häuslichen Bereich breit, sondern auch im wichtigen Unternehmensgeschäft. Sie werden zwar Großrechner nicht ablösen. Aber sie sind zunehmend die Eingangspforte zum Internet und den sogenannten cloud computing Diensten. Wie diese Pforte aussieht, bestimmen zunehmend Apple mit seinen trojanischen Pferden iPad und iPhone sowie Google mit Android und Chrome. Und auch Google bereitet sich mit dem Kauf von Motorola auf eine zusätzliche Karriere als Hardwarehersteller vor.
Ballmers neue Strategie wirft eine ganze Menge Probleme auf. Denn schließlich macht Microsoft so den eigenen Partnern Konkurrenz. Um sich von denen abzusetzen, muss Microsoft ein besseres Produkt offerieren. Und da Software und Hardware aus einer Hand laut Ballmers Eingeständnis besser funktionieren, müsste Microsoft theoretisch wichtige Softwarefeatures zuerst bei seinen Produkten einsetzen, bevor die Konkurrenz zum Zuge kommt. „Das Konkurrieren mit den eigenen Partnern wird ein echtes Spannungsfeld für Microsoft“, schätzt Gartner Analyst Michael Gartenberg ein.

Microsoft als Handy-Hersteller

In Arbeit
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Es sei denn, das Microsoft Surface Tablet dient nur als Anschub, um eine Lawine von Windows Tablets loszutreten, die Microsofts neues Betriebssystem Windows 8 im Markt etabliert. Danach könnte sich Microsoft wieder auf seine Rolle als Softwarehersteller beschränken. Aber die Wette könnte auch nach hinten losgehen. Beispielsweise wenn PC-Hersteller wie Lenovo, Acer und Hewlett Packard wegen der ungewohnten Konkurrenz stärker den Schulterschluss mit Google suchen und so die Verbreitung von Android und Chrome befördern.
Noch interessanter ist jedoch wie Ballmer die Probleme im Smartphone-Geschäft lösen will, wo Microsofts Betriebssystem nur einen kläglichen 5 Prozent Anteil hält. Eigentlich sollte das eine Allianz mit dem finnischen Handy-Hersteller Nokia ändern. Doch seitdem es dem europäischen Partner so mies geht, dass offen über Bankrott spekuliert wird und auch mit Windows bestückten Lumia-Smartphones nicht der erhoffte Verkaufsschlager sind, ist die Offensive erlahmt. Am Mittwoch wird Microsoft in San Francisco seine Strategie bei Smartphones vorstellen. Gut möglich, dass Microsoft sich direkt an Nokia beteiligt oder den finnischen Hardwarehersteller gleich aufkauft. An der Börse ist er schließlich nur noch neun Milliarden Dollar wert. Die heilige Kuh – nicht in der Hardwarebranche zu wildern – hat Ballmer ja gestern bereits geschlachtet.

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