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Mobile World Congress Die Mobilfunkbranche sucht ihre Zukunft

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona feiert sich die Handy-Branche wieder selbst. Und kaschiert ihre Unsicherheit. Tatsächlich steckt die Branche mitten im Umbruch - strategisch, technisch und ökonomisch. Gewinner und Verlierer sind noch völlig offen.

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Plakat Mobile World Congress und ein Mann mit einem Handy Quelle: dapd

Die erlösende Nachricht für Organisatoren und Besucher des Mobile World Congress (MWC) kam nur gut einen Tag vor der offiziellen Eröffnung. Und es war weder die vorzeitige Enthüllung der Details von Apples iPhone 5 noch die Ankündigung, dass Microsoft nun doch Nokia kauft. Stattdessen fieberten die rund 60000 Teilnehmer der Antwort auf eine gänzlich untypische Frage entgegen: Wie sie wohl auf die Messe oder in ihre Hotels gelangen würden, wenn sie in dieser Woche in Barcelona zum weltgrößten Branchentreff der Handy-Industrie zusammenkommen?

Immerhin hatten die Fahrer von Bussen- und U-Bahnen für die Messewoche einen Generalstreik angekündigt. Damit drohte der Weltkongress zur digitalen Kommunikation im ganz profanen, analogen Verkehrsstau stecken zu bleiben.

Die neuen Android-Stars aus Barcelona
Smartphones mit Schnappschuss-FähigkeitAndroid-Pionier HTC geht auf dem Mobile World Congress wieder in den Angriffsmodus über. Drei Smartphones mit dem neusten Android-4-System sollen der Konkurrenz das fürchten lernen – und zwar nicht nur der Smartphone-Konkurrenz, sondern auch Einsteiger-Digitalkameras. In Barcelona stellt HTC das One X (Mitte), One S (links) und das One V (rechts) vor. Digitalkameras werden mit den den drei Modellen überflüssig, behauptet HTC. Das Konzept: Schnelle Auslösung des Fotos, schneller Autofokus und eine große Blende. Ein neuer Chip soll dafür sorgen, dass die Smartphones in nur 0,7 Sekunden zur Aufnahme eines Fotos bereit sind, der Autofokus benötigt nur 0,2 Sekunden. Ebenfalls innovativ: Alle drei Modelle haben den Cloud-Speicher Dropbox bereits integriert. Das erleichtert das Speichern von Fotos im Netz, sodass sie auf allen Geräten verfügbar sind – vom Smartphone bis zum PC. HTC-Kunden haben auf 25 Gigabyte kostenlosen Online-Speicher Zugriff. Normal sind bei Dropbox 2 Gigabyte kostenloser Speicher. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Eigenschaften der drei HTC-Geräte im einzelnen vor. Quelle: PR
HTC One XOne X ist ein Android-Smartphone mit Luxus-Ausstattung – und damit das neue Flaggschiff der neuen One-Serie von HTC. Das 4,7-Zoll-Display (11,93 cm Diagonale) bietet 720p-HD-Auflösung (1280x720) und wird dank des Einsatzes von Gorilla-Glas vor Kratzern geschützt. Herz des Smartphones ist der blitzschnelle neue Vier-plus-1-Kern-Prozessor Tegra 3 von Nvidia. Der Prozessor besitzt einen fünften besonders schwachen Kern, der im Standy-Modus aktiv wird und somit Strom spart. In Märkten mit dem neuen Funkstandard LTE (4G) kommt der Zwei-Kern-Prozessor S4 von Snapdragon zum Einsatz. Das HTC One X ist mit 32 Gigabyte Flash-Speicher für Apps und Daten ausgestattet, der nicht erweiterbar ist. Quelle: Reuters
HTC One SDas One S ist auf eine kompakte Bauweise optimiert. Das Display ist kleiner (4,3 Zoll) als das des One X und das Metallgehäuse nur 7,9 Millimeter dünn. Das Gerät wiegt rund 120 Gramm. Das One S ist etwas weniger üppig ausgestattet als das Flaggschiff: Die Display-Auflösung beträgt 960 x 540 Pixel, als Prozessor kommt der Zwei-Kern-Chip S4 von Snapdragon zum Einsatz. Das One S hat ein Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte Speicher für Apps und Daten, die ebenfalls nicht erweitert werden können. Quelle: PR
HTC One VDas One V ist das aktuelle Einsteiger-Gerät der HTC-Serie. Es bietet einen relativ kleinen Bildschirm mit 3,7-Zoll-Diagonale und 800 x 480 Pixeln Auflösung. Arbeitsspeicher und Flash-Speicher fallen mit 512 Megabyte beziehungsweise 4 Gigabyte klein aus. Der 1-GHz-Prozessor hat nur einen einzigen Kern. Anders als das One S und One X lässt sich der Speicher für Apps und Daten per Micro-SD-Steckplatz erweitern. Im April soll das Gerät für rund 300 Euro in die Läden kommen. Quelle: PR
Nokias Kamera-GenieDer schwächelnde Handy-Weltmarktführer Nokia will Kunden mit einer Kamera der Superlative in seinen Telefonen und günstigen Windows-Smartphones gewinnen. Das neue Nokia-Modell 808 „PureView“ hat einen Bildsensor mit 41 Megapixeln - mehr als die meisten aktuellen Verbraucher-Kameras. Eine spezielle Software soll dafür sorgen, dass die Bilddateien trotz der vielen Bildpunkte kompakt bleiben können: Dabei werde von sieben Pixeln einer ausgesucht. Die „PureView“-Technologie solle in Zukunft in weitere Modelle einziehen, kündigte Nokia am Montag beim Mobile World Congress in Barcelona an. Bei Smartphones haben sich 8-Megapixel-Kameras als Standard durchgesetzt. Die Bildqualität einer Digitalkamera hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Die Pixelzahl allein lässt keine Qualitätsaussage zu. Das 808 läuft mit dem betagten Nokia-Betriebssystem Symbian, das einst den Smartphone-Markt dominierte und jetzt als Auslaufmodell gilt. Das Foto-Handy soll 450 Euro kosten. Quelle: dpa
Einsteiger-Smartphone mit Windows Phone 7Ein Jahr nach dem Sprung von Nokia ins Lager von Microsofts Smartphone-Plattform Windows Phone wird jetzt die Strategie der Finnen deutlich. Den teuren Lumia-Smartphones, die mit Apples iPhone oder Top-Modellen mit dem Google-Betriebssystem Android konkurrieren sollen, werden günstige Telefone zu Seite gestellt, um die angestammte Stellung in Entwicklungsländern zu verteidigen. Hier ist Nokia nach wie vor stark - aber mit dem Vormarsch von Rivalen wie Samsung und erwarteten günstigen Android-Smartphones von chinesischen Herstellern wie ZTE steigt die Konkurrenz. Nokia tritt dagegen unter anderem mit dem bisher günstigsten Windows-Phone-Telefon Lumia 610 an, das 189 Euro kosten wird. Es soll auch in Deutschland auf den Markt kommen. Zudem stellten die Finnen in Barcelona mehrere einfache Handys der Serie Asha vor. Die Telefone seien „schneller als viele einfachere Androiden“, verkündete die zuständige Nokia-Managerin Mary McDowell. Die Kunden anlocken soll auch eine Auswahl an Diensten unter der Dachmarke „Nokia Life“. So kann man zum Beispiel medizinische Fragen bei einem Call-Center loswerden. Außerdem können Asha-Käufer sich in den ersten zwei Monaten kostenlos 40 Spiele des Anbieters Electronic Arts im Wert von 75 Euro herunterladen. Der populäre Messaging-Dienst WhatsApp ist gleich vorinstalliert - ein weiterer Schlag gegen die Mobilfunk-Anbieter, für die SMS-Gebühren eine sehr wichtige Einnahmequelle sind.
Smartphone mit SonnenschutzSony zeigt mit dem Xperia P ein Smartphone mit Hingucker-Faktor: das Aluminium-Design aus einem Guss (Unibody) ist originell und soll in weiß, schwarz und rot verfügbar sein. Das Innere ist dagegen nicht herausstechend: 1 Gigabyte RAM, 8-Megapixel-Kamera und ein Dual-Core-Prozessor gehören zum Standard der Preisklasse, die Sony mit dem Xperia P anvisiert: 449 Euro. Die nicht mehr ganz taufrische Version des mobilen Betriebssystems Android 2.3 soll bald das Update auf die aktuelle Version Android 4.0 erhalten (Android 3.0 lief nur für Tablets). Als Besonderheit hebt Sony das Display mit „White Magic“-Technik hervor. Der Bildschirm in qHD-Auflösung (960 x 540 Pixel) soll auch unter hellem Sonnenlicht gut lesbar sein. Bislang wurde „White Magic“-Technik in Digitalkameras eingesetzt. Ein zusätzliches weißes Pixel neben rot, grün und blau soll den Stromverbrauch senken und die Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung erhöhen. Ebenso wie das ebenfalls in Barcelona vorgestellte Modell Xperia U soll das Xperia P an die Musik- und Video-Angebote des Unternehmens angebunden werden.

Das wird er nicht. Am späten Samstagnachmittag erklärten die Metro-Beschäftigten zur allgemeinen Erleichterung, den regulären Betrieb sicherzustellen. Nun also kann die Messe wie geplant steigen, und die Branche über sich und ihre Zukunft sinnieren.

Es wird wohl ein großes Stochern im Äther. Denn gemessen an der Ungewissheit über die Verkehrslage plagen die lange so erfolgsverwöhnte Industrie heftige Zukunftszweifel. Die Mobilfunkwelt steckt mitten im Umbruch. Und zwar gleichermaßen strategisch, technologisch und ökonomisch.

Jahr der Entscheidung für Nokia und Sony

Die besten Apps für das iPad
Downloads und Umsatz Mobile Apps in Deutschland
Screenshot der App Zattoo Quelle: Screenshot
Screenshot der Couchfunk-App Quelle: Screenshot
Screenshot Deutschlandfunk-App Quelle: Screenshot
Screenshot App von Twitter Quelle: Screenshot
Screenshot der App Hootsuite Quelle: Screenshot
Screenshot der Flipboard-App Quelle: Screenshot

Für einstige Branchenriesen, allen voran Nokia, wird sich in diesem Jahr entscheiden, ob noch einmal eine Rückkehr zu alter Stärke gelingt. Ein Jahr nach der strategischen Kehrtwende - weg vom eigenen, in die Jahre gekommenen Handy-Betriebssystem Symbian hin zu Microsofts Telefon-Software Windows Phone - geht es für Nokia-Chef Steven Elop nun darum, die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens zu beweisen.

Anfang 2011 hatte er den Zustand des finnischen Telefonriesen mit einer brennenden Ölplattform verglichen, den MWC-Auftritt des Unternehmens kurzerhand gestrichen und Nokias erste Windows-Handys noch für 2011 angekündigt. Nachdem die neuen Lumia-Smartphones im vergangenen Spätherbst tatsächlich in die Läden kamen und viel Lob ernteten, muss Elop nun - diesmal wieder mit Messestand - den ersten Windows-Telefonen weitere, attraktive Modelle folgen lassen.

Punkten wollen die Finnen beispielsweise mit einer Kamera der Superlative: Das neue Nokia-Modell 808 „PureView“ hat einen Bildsensor mit 41 Megapixeln - mehr als die meisten aktuellen Verbraucher-Kameras. Eine spezielle Software soll dafür sorgen, dass die Bilddateien trotz der vielen Bildpunkte kompakt bleiben können: Dabei werde von sieben Pixeln einer ausgesucht. Denn die Bildqualität einer Digitalkamera hängt von mehreren Faktoren ab. Die Pixelzahl allein lässt keine Qualitätsaussage zu.

Allerdings läuft das 808 nicht mit Windows Phone, sondern noch mit dem betagten Nokia-Betriebssystem Symbian. Die „PureView“-Technologie solle erst in Zukunft in weitere Modelle einziehen. Ansonsten versucht Nokia seine immer noch starke Stellung in Entwicklungsländern mit besonders günstigen Smartphones zu halten. So soll das Lumia 610 als bisher günstigstes Windows-Phone-Telefon 189 Euro kosten. Es soll auch in Deutschland auf den Markt kommen.

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    Die besten Smartphones im Überblick
    Nokia Lumia 800/900 Quelle: REUTERS
    A model displays HTC One X during a press conference in Taipei, Quelle: dapd
    A worker moves an advertisement for the Samsung Galaxy SIII smartphone Quelle: REUTERS
    Samsung Galaxy S2: Der Blick-FängerDer Vorgänger, das Samsung Galaxy S2, ging bereits weg wie warme Semmeln. Die Zehn-Millionen-Marke beim Verkauf hatte Samsung für Ende 2011 angepeilt, aber schon im September geschafft. Im April 2012 waren es bereits 20 Millionen verkaufte Geräte. Trotz des Riesendisplays ermöglicht das Top-Gerät knapp sechs Stunden Dauertelefonieren. Wegen seines Plastikgehäuses wirkt das extrem schlanke Handy allerdings nicht sehr wertig und fast schon zerbrechlich. Technik, Preis:Google Android 2.3 Elf-Zentimeter-Display 800 x 480 Bildpunkte neun Millimeter dick Acht-Megapixel-Kamera FullHD-Video Preis (online, ohne Vertrag): ab 440 Euro Quelle: Pressefoto
    Huawei Ascend P1s Quelle: Pressebild
    Apple iPhone 4 S - Das DesignerstückDas Gerät, an dem sich alle anderen messen lassen müssen, ist dagegen schon seit Oktober 2011 in Deutschland in den Läden. Obwohl das Smartphone "nur" die überarbeitete Version des iPhone 4 ist, rissen die Kunden es den Händlern nur so aus den Händen - sowohl in den USA als auch im Rest der Welt. In den ersten 24 Stunden gingen bei Apple mehr als eine Million Vorbestellungen für das 4S ein, die Deutsche Telekom warnte die Kunden schon vor Verzögerungen. Äußerlich ist das 4S nicht vom Modell 4 zu unterscheiden. Die Neuerungen stecken im Inneren. Wichtigste funktionale Verbesserung ist die Funktion Siri - ein persönlicher digitaler Assistent, der mit Stimmbefehlen gesteuert wird. Der neue A5-Doppel-Kern-Prozessor macht das Handy gegenüber den Vorgängern deutlich schneller. Allerdings sinkt die maximale Standby-Zeit des Gerätes um ein Drittel von 300 auf 200 Stunden. Die Kamera wurde deutlich verbessert und soll Videos in HD-Qualität aufnehmen können. Die Antenne ist nun ebenfalls deutlich leistungsfähiger. Technik, Preis:Apple iOS 5 Zehn-Zentimeter-Display 960 x 640 Bildpunkte Acht-Megapixel-Kamera mehr als 425.000 Apps Preis: 629 - 849 Euro (ohne Vertrag) Quelle: Pressefoto
    Sony Xperia S Quelle: dapd

    Unter hohem Druck steht auch Sony, das das bisherige Joint Venture mit Ericsson gelöst hat und das Handy-Geschäft nun unter eigener Marke endlich zum Erfolg bringen muss. Wo die Reise hingehen soll, zeigte die Sony-Truppe schon am Vorabend der Messe. Zwei neue Android-Smartphones der etablierten Xperia-Serie fanden sich im Kulturtempel Palau San Jordi inmitten einer Produktpräsentation aus Fernsehern und Playstation Spielekonsolen.

    Die Nachricht dahinter: Unterhaltung, und dazu zählt eben immer mehr auch solche am Smartphone, kann auf vielerlei Bildschirmen stattfinden, aber - so die Botschaft - wirklich vernetzt nur auf solchen aus dem Hause Sony. Wie das die Kundschaft sieht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

    Druck aus Chinas erster Mobilfunk-Liga

    Die besten Apps für unterwegs
    TAXOMETER errechnet den Fahrpreis, noch bevor Reisende ihr Taxi bestellen. So können Eilige besser entscheiden, ob ihnen die Fahrt das Geld wert ist. Wenn ja, lässt sich it er App per Taxiruf ein Fahrzeug bestellen. Für iOs Quelle: dpa
    FLINC ist eine mobile Mitfahrzentrale. Autofahrer können ihre Reiseziele eingeben. Wer eine Mitfahrgelegenheit dorthin sucht, bekommt das auf dem Handy angezeigt. Bestätigt er, wird der Fahrer per Navi zu ihm geleitet. Für iOs, PC Quelle: AP
    TRAPSTER zeigt Radarfallen und Ampelblitzer an und warnt Autofahrer, die sich ihnen nähern. Nutzer können zudem Blitzer und Laserfallen melden und so andere Verkehrsteilnehmer warnen. Für Android, Blackberry, webOS, Windows Phone Quelle: dpa
    DB-NAVIGATOR ist die App der Deutschen Bahn, mit der Reisende Verbindungen suchen und Tickets buchen können. Zudem sehen sie, wo sich ihr Zug befindet und ob er Verspätung hat. Für Android, iOs, Symbian, webOS, Windows Phone Quelle: dapd
    AIR BERLIN bietet eine App, mit der Passagiere Flüge buchen, einchecken und das Flugzeug boarden können. Zudem lassen sich gebuchte Flüge sowie das Meilenkonto einsehen. Vielflieger bekommen mit dem App Zugang zur Lounge. Für iOS Quelle: dpa
    LUFTHANSA ähnelt mit ihrem App-Angebot dem von Air Berlin. Allerdings bietet die Software auch noch Informationen zu wichtigen Zielen - und sie läuft auf mehr Handyplattformen. Für Android, Blackberry, iOs, Symbian Quelle: dapd
    MBRACE des Autoherstellers Daimler bietet einen Ausblick auf die Vernetzung von Auto und mobilem Internet. Die US-App erlaubt es Nutzern, ihren Mercedes per Handy zu ver- oder entriegeln und mit dem Navi zu interagieren. Für Blackberry, iOS Quelle: AP

    Umso mehr, da neben etablierten Mobilfunk-Riesen wie Apple, Samsung und HTC in diesem Jahr erstmals mit Huawei und ZTE auch Chinas erste Mobilfunk-Liga massiv mit technisch hochgerüsteten Smartphones auf dem MWC für Aufsehen sorgt. Bisher hatten die Chinesen vorwiegend mit Technik für die Mobilfunknetze die westliche Konkurrenz zunächst preislich und zunehmend auch technisch unter Druck gesetzt.

    Mehr strategische Klarheit muss auch Motorolas Handysparte bieten. Deren Kauf durch den Internet-Giganten Google bekam zwar jüngst den Segen der Kartellwächter, doch ihre Position im Smartphone-Geschäft ist alles andere als eindeutig definiert. Denn eigentlich passen Hardware-Entwicklung und -Vertrieb gar nicht ins Geschäftsmodell des Mutterhauses. Zudem beäugen die zahlreichen anderen Handyhersteller, die Googles Telefon-Software Android nutzen, argwöhnisch, ob die Mutter der Tochter wohl mehr Unterstützung wie etwa den Zugriff auf bisher verborgene Programm-Funktionen gewährt.

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    Es ist eine Lose-Lose-Situation: Pusht Google Motorola nicht, schadet es sich selbst, weil es seinen strategischen Vorteil verschenkt - was die Börse nicht goutieren wird. Erhält Motorola hingegen eine Vorzugsbehandlung, könnten sich die übrigen Lizenznehmer verärgert anderen Software-Plattformen zuwenden - und Googles Strategie der maximalen Verbreitung auch in der Handywelt gefährden.

    Kaum weniger unklar ist die Entwicklung der Branche jenseits der Endgeräte. Denn auch bei den Netzbetreibern herrscht einiges an Ungewissheit über die künftige Bedeutung im Markt.

    Milliarden für LTE

    Welche Smartphones Hacker lieben
    Das Team des russischen Antiviren-Herstellers Kaspersky Quelle: dpa
    Google-Logo hinter dem Android-Roboter Quelle: dapd
    Rekonstruktion des trojanischen Pferdes Quelle: ap.
    Smartphones von Nokia Quelle: dapd
    Eine Frau tippt eine SMS Quelle: REUTERS
    Multimedia-Smartphone N8 von Nokia Quelle: dpa
    Ein Apple iPhone der 4. Generation Quelle: dpa

    Sind sie noch Treiber der Entwicklung - und ökonomisch Profiteure des Geschäfts? Oder verkommen sie - wie in der Vergangenheit wiederholt beschrieben - tatsächlich nur noch zu Betreibern leistungsfähiger Datenautobahnen? In einem ansonsten margenschwachen Geschäft, in dem statt der Netzriesen die Inhaltelieferanten - wie etwa Google mit seiner Youtube-Universal-Videothek - das große (Werbe-) Geld mit den Kunden-Daten verdienen.

    Das iPhone und die Folgen
    Fünf Jahre iPhoneDie Präsentationen von Steve Jobs brachten viele Überraschungen, doch diese war ein besonderer Paukenschlag: Auf der MacWorld Conference in San Francisco präsentierte Apple-Chef Steve Jobs am 9. Januar 2007 zum ersten Mal einem breiten Publikum das iPhone. Es vereint Telefon, Kamera und MP3-Player in einem einzelnen Gerät. "Today Apple is going to reinvent the phone", erklärte Jobs und sollte mit dieser großspurigen Aussage Recht behalten. Zwar hatten andere Unternehmen in den Jahren zuvor ähnliche Produkte auf dem Markt gebracht, doch nur Apple gelang es mit seinem neuen Mobiltelefon den gesamten Handymarkt neu zu erfinden. Vor allem der Verzicht auf eine klassische Tastatur war revolutionär und sollte zahlreiche Nachahmer finden. Die Tragweite dieser Neuerfindung ist heute auf dem Markt für mobile Gadgets nicht zu übersehen. Quelle: AP
    Fünf Jahre nach dem Aufkommen des iPhones ist der Mobilfunkmarkt heiß umkämpft. Neue Player sind entstanden. Sie haben sich beim Branchenprimus Apple nicht nur Form und Farbe abgeschaut, sondern kopieren gemeinsam mit der von Google bereitgestellter Betriebssoftware Android die Touchscreen-Bedienung sowie das App-Modell und den Vertrieb dieser neuen Software über sogenannte App-Stores. Und sie haben Erfolg. So steigt zum Beispiel der koreanische Hersteller Samsung 2011 nach Berechnungen des US-Marktforschers IDC zum weltgrößten Smartphone-Hersteller auf. Der südkoreanische Konzern überholte mit 23,6 Millionen ausgelieferten Computer-Telefonen deutlich das iPhone von Apple. Samsung hielt demnach ein Fünftel des Weltmarktes. Es ist ein quantitativer Sprung mit Superlativen, denn noch im Jahr 2010 lag Samsung erst bei einem Anteil von 8,8 Prozent. Samsung profitierte vom Erfolg seiner Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android. Die Plattform wird von diversen Herstellern genutzt und ist die klare Nummer eins im Smartphone-Markt vor Apples iOS-System. Quelle: dapd
    aMit HTC aus Taiwan entstand aus dem Stand heraus ein neuer Hersteller, der heute im Smartphone Segment eine bedeutende Rolle spielt. Dem Android-Partner gelang es 2011 gleich 12,7 Millionen Geräte zu verkaufen. Damit stieg der Marktanteil auf 10,8 Prozent Marktanteil und katapultierte HTC auf Platz vier der Herstellerliste. Noch im Jahr 2010 verkauften die Taiwanesen gerade einmal 5,9 Millionen Geräte. Quelle: REUTERS
    Der einstige Branchenprimus und Vorreiter in Sachen Mobiles Internet Research In Motion war in den vergangenen Jahren vor allem mit sich selbst beschäftigt. Der Marktanteil des Blackberry rutschte 2011 von 15 auf 10 Prozent ab. Auch in Unternehmen, in dem das einstige Lieblingsspielzeug der Manager seine wichtigste Bastion hatte, laufen die iPhones Blackberry den Rang ab. Im Herbst 2011 machte RIM wegen tagelangen Verbindungsproblemen Schlagzeilen, zuletzt spekulierte man über eine feindliche Übernahme durch Nokia oder Microsoft. Quelle: dpa
    Der finnische Hersteller Nokia hat auch das Nachsehen. Zwar ist Nokia nach wie vor der weltgrößte Handyhersteller, noch vor Apple oder Samsung. Doch im Smartphone-Segment haben die Finnen bisher massiv Anteile abgeben müssen. Der Marktanteil des langjährigen Branchenprimus entsprach im Jahr 2011 gerade 14,2 Prozent, ein Jahr davor waren es noch 32 Prozent. Nun setzt der finnische Handy-Riese Hoffnung auf seine Kooperation mit Microsoft - das Betriebssystem Windows Phone soll das Geschäft wiederbeleben. Quelle: Reuters
    Mittlerweile hat Apple die fünfte Generation seines iPhones auf dem Markt gebracht. Das iPhone 4S verfügt über Spracherkennung und eine 8-Megapixelkamera. Das Mobiltelefon kam in den Tagen nach dem Tod von Steve Jobs in die Ladenregale und verkaufte sich nach Unternehmensangaben in den ersten drei Tagen über vier Millionen Mal. Das ist Rekord - die Vorgängermodelle gingen nur halb so schnell über die Ladentheke. Der Enthusiasmus der Apple-Fans war nötig, denn der Marktanteil ist mit 14,5 Prozent im dritten Quartal 2011 zum ersten Mal seit langem gesunken. Im Jahr 2010 waren es noch 17 Prozent für Apple. Insgesamt wuchs der Smartphone-Markt nach IDC-Zahlen im dritten Quartal 2011 um 42,6 Prozent auf 118,1 Millionen Geräte. Quelle: REUTERS
    Das iPhone lieferte den Entwicklern und Designern in Cupertino die Vorlage, um weitere Produkte zu entwickeln. So brachte Apple 2010 das iPad heraus. Den Tablet-Markt führt Apple seitdem an: 2011 verkaufte das Unternehmen aus Kalifornien im dritten Quartal 11,1 Millionen Exemplare, das entspricht einem Marktanteil von 61,5 Prozent. Samsung treibt die Verfolgungsjagd auch in diesem Bereich voran. Es spricht also viele dafür, dass Apple mit dem iPad auch den Tablet-Markt neugegründet hat. Und dort auf Teufel komm raus seine Anteile schützen wird. Notfalls auch mit juristischer Hilfe: Vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf erwirkte Apple im September 2010 wegen der äußeren Ähnlichkeit des Samsung Galaxy Tab 10.1 mit dem iPad ein bundesweites Verkaufsverbot für das Konkurrenzgerät aus Südkorea. Quelle: dpa

    Anderseits haben sie auch keine andere Wahl, wenn sie den Dauerstau in ihren zunehmend gefüllten UMTS-Netzen vermeiden wollen. Das Problem ist bloß, dass die Zahlungsbereitschaft der Kunden für mehr Tempo im Mobilfunk bei weitem nicht mit dem Leistungssprung der neuen Netze wächst. Angesichts dessen können die Carrier womöglich schon froh sein, wenn ihnen die Refinanzierung der Investitionen in die Technik einigermaßen gelingt.

    Ob und mit welchen faszinierenden neuen Angeboten - neben einem Mehr an Tempo im mobilen Internet - sie darüber hinaus ihre Erlöse nachhaltig steigern können? Die Frage dürfte in den kommenden Tagen zu einer der am heißesten diskutierten auf dem MWC werden.

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