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Mobilfunk-Programme Verlage wollen Apple mit Handy-Apps ausstechen

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App-Umsatz Quelle: Forrester

Ein Team von Facebook-Ingenieuren arbeitet daher an Werkzeugen, mit denen Entwickler diese sogenannten Social Games aufs Handy bringen können. Bisher nutzen die Programmierer meist das Softwareformat Flash, das zwar ähnliche Möglichkeiten bietet wie HTML 5, das aber auf den meisten Smartphones und Tablet-Rechnern nicht läuft.

Taylor treibt zudem die Überzeugung, dass die Handyhersteller, die heute den Smartphone-Markt dominieren, nicht zwingend die Champions der Zukunft sind. Auf Web-Apps zu setzen sei da sicherer, glaubt er, weil er sich nicht mehr an eine Plattform wie Apples iOS oder Googles Android binden muss. Anders als herkömmliche Handyprogramme laufen Web-Apps auf allen Systemen, genauso, wie sich Internet-Seiten von Rechnern jeder Art öffnen lassen. Damit fallen die Mauern zwischen den Systemen.

Zwar sind die neuen Programme mitunter teurer als die bislang bekannten Apps. So kostet eine Web-App bei Yoc das Anderthalbfache einer gleichwertigen, nativen iPhone-App. Doch weil man eine App künftig nur noch einmal programmieren lassen muss, sind sie unterm Strich billiger.

Genervte Verleger

Trotz der neuen Unabhängigkeit lassen sich die Web-Apps bei Bedarf in die App Stores von Apple und Google bringen. Yoc etwa wendet dafür einen Kniff an: Die Programmierer erstellen ein Mini-Programm, mit dem das Handy eine Verbindung zur Web-App herstellt. Experten sprechen dabei von einem App-Store-Konnektor.

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    Ein weiterer Vorteil der Web-Apps: Anders als bisher müssen Anbieter die neuen Versionen ihrer Programme nicht mehr in die einzelnen App Stores hochladen. „Apps für alle Plattformen zu entwickeln und kontinuierlich zu aktualisieren ist extrem zeit- und kostenintensiv und selbst für große Unternehmen wie Axel Springer auf Dauer nur schwer zu realisieren“, sagt etwa Georg Konjovic, Director Premium Content beim Axel Springer Verlag.

    Kein Wunder, dass es viele Verlage kaum noch erwarten können, dass sich die neue Technik endlich durchsetzt, um ohne Umwege und Provisionen digitale Versionen ihrer Zeitungen und Zeitschriften auf iPad & Co. zu bringen.

    Gerade die harte Haltung Apples hat ihnen in den letzten Wochen die Lust an herkömmlichen Apps verdorben: Der Computerbauer verlangt von ihren Abo-Umsätzen, die sie über klassische Apps einnehmen, künftig 30 Prozent. Zugleich weigert sich Apple, die traditionell für die Abo-Werbung nötigen Kundendaten an die Verlage weiterzugeben. „Mit Browser-Apps könnten wir uns endlich emanzipieren“, sagt „Zeit-Online“-Geschäftsführer Christian Röpke.

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