WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Mobilfunk-Programme Verlage wollen Apple mit Handy-Apps ausstechen

Seite 3/3

Miniprogramme

Das Startup OnSwipe zeigt, wie es gehen könnte: Dem kleinen Unternehmen ist es nach eigener Aussage gelungen, eine Web-App zu entwickeln, die dieselben Funktionen beherrscht wie die bejubelte iPad-Zeitung „The Daily“ – dem Gemeinschaftsprojekt von Medienunternehmer Ruppert Murdoch und Apple-Chef Steve Jobs. Seine Software will OnSwipe nun an Verlage in aller Welt vermarkten.

Yahoo arbeitet ebenfalls an neuen Distributionswegen für die Medienbranche: Auf der neuen Plattform Livestand will das Unternehmen nicht nur eigene Inhalte wie Nachrichten aus Politik, Sport und Wirtschaft multimedial anbieten, sondern auch Inhalte aus Medien wie dem „Surfer Magazine“ vermarkten.

Aufseiten der Wholesale Applications Community hat der Mobilfunkausrüster Ericsson indes einen virtuellen Softwareladen entwickelt, den Mobilfunkanbieter rund um den Globus unter ihrer eigenen Marke nutzen können, vorbei an Apple, Google und Microsoft. Abgerechnet werden die Einkäufe über die Handyrechnung der Nutzer.

Google im Abwehrkampf

Hat Ericsson damit Erfolg, wartet ein gewaltiges Geschäft auf die Mobilfunker. Über die Handynutzer haben sie rund drei Milliarden potenzielle App-Kunden. „Wir sind die, die den Link zum Kunden haben, nicht die anderen“, heißt es bei Vodafone.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das immense Potenzial der Web-Apps hat sich mittlerweile auch bei den Investoren herumgesprochen. Einer der einflussreichsten Wagniskapitalgeber Amerikas, Sequoia Capital, steckte vergangenes Jahr zusammen mit anderen Anlegern 14 Millionen Dollar in das kalifornische Unternehmen Sencha. Das Startup entwickelt gerade ein Gerüst für HTML-5-Apps, mit dem Softwareentwickler schnell und einfach Web-Apps für Tablet-Rechner aufbauen können.

    Bei Google hingegen ist man mittlerweile offenbar zum Abwehrkampf gegen die Web-Apps übergegangen. Schließlich prognostiziert der Marktforscher Forrester, dass das gesamte App-Geschäft bis 2015 regelrecht explodieren wird, von derzeit gut zwei Milliarden Dollar auf 38 Milliarden Dollar. Galt Google lange als Vorreiter in Sachen HTML 5 und mit Web-Apps beispielsweise für YouTube als das Maß der Dinge, ist seit einigen Wochen eine Kehrtwende in der Konzernstrategie zu spüren. So hat das kalifornische Unternehmen gerade eine Offensive mit konzerneigenen nativen Apps wie Places, Übersetzer und Latitude hingelegt, nicht nur für den eigenen Android Store, sondern auch für das iPhone.

    Doch die Konkurrenz durch die Web-Apps wird sich damit kaum aufhalten lassen. Sie ist die nächste große Bewegung im Mobilfunk. So groß, wie einst die Erfindung der Handyprogramme selbst.  

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    Zur Startseite
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%