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Mr. 100.000 Volt Elon Musk - der nächste Steve Jobs

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Multimillionär mit 28 Jahren

In der Schule wird der schmächtige Junge viel gehänselt. Er vergräbt sich in Bücher, nicht nur in Science-Fiction. Er liest auch Philosophie, Nachschlagewerke und Informatik-Bücher. „Ich habe alles verschlungen, was ich in die Hände kriegen konnte“, sagt Musk. Er bringt sich auf Atari- und Commodore-Rechnern das Programmieren bei. Mit zwölf Jahren verkauft er ein selbst geschriebenes Raumschiff-Ballerspiel namens Blastar. Als Teenager träumt er, nach Amerika zu gehen, weil ihn die IT-Industrie dort fasziniert. Er versucht, seinen Vater zum Umzug zu überreden. Der sagt erst zu, überlegt es sich dann aber anders.

Mit 17 Jahren bricht Musk daher allein auf. Es ist 1988, die Zeit der Rassenunruhen in Südafrika. Zunächst zieht er nach Kanada, weil dort seine Mutter geboren wurde und er so einen kanadischen Pass bekommt. In Toronto geht er aufs College, studiert dann an der kanadischen Queen’s-Universität und an der Universität von Pennsylvania Physik und Ökonomie.

Nach dem Abschluss ergattert er einen Promotionsplatz als Physiker an der kalifornischen Eliteuni Stanford und erhält sogar ein Stipendium. Viele würden sich darum reißen, weil die Karriere damit gesichert ist. Doch er bricht nach nur zwei Tagen ab. Der Einwanderer ist hier im Silicon Valley am Ziel seiner Kindheitsträume – und hat andere Pläne. „Ich habe meinen Professor angerufen und ihm gesagt, ich müsse erst unbedingt ein Unternehmen gründen“, erzählt Musk.

Die größten Hersteller von Elektroautos in Deutschland

Es ist 1995, die erste Phase der Kommerzialisierung des Internets. Musk gründet mit seinem Bruder Kimbal, der ihm aus Südafrika gefolgt ist, ein Medien-Start-up. Die Firma namens Zip2 hilft traditionellen Medienhäusern, Web-Seiten aufzusetzen.

Der Erfolg kommt nicht über Nacht. Das kommerzielle Internet ist noch sehr jung, das Geschäft mit Verlagen zäh. Um Miete zu sparen, schlafen Musk und sein Bruder in ihrem Büro. Schließlich erhalten sie Wagniskapital und erste Aufträge. 1999 ist der Konkurrent Citysearch an einer Übernahme interessiert. Doch bevor es dazu kommt, greift die Suchmaschine Alta Vista zu, Tochterunternehmen des texanischen Computerkonzerns Compaq. Der berappt 307 Millionen Dollar, damals die größte Bargeld-Akquise in der noch jungen Geschichte des Internets.

Musk erhält 22 Millionen Dollar und ist mit 28 Jahren Internet-Multimillionär. Er leistet sich einen McLaren-F1-Sportwagen und ein Kleinflugzeug. Und heiratet seine Jugendliebe Justine Wilson, die er in Kanada kennengelernt hat.

Musk hat schon das nächste Abenteuer vor, nichts Geringeres als einen Angriff auf die Banken. Sein Start-up X.com gestattet es, via E-Mail zu bezahlen. Wagniskapitalgeber empfehlen, mit einem Wettbewerber namens Confinity zusammenzugehen.

Das passiert 2000, Musk übernimmt als CEO. Doch er eckt mit seiner bestimmenden, diktatorischen Art nicht nur bei etlichen Mitarbeitern, sondern auch bei seinen Mitgründern an. Die beiden – der in der Ukraine geborene Programmierer Max Levchin und der deutsch-amerikanische Finanzier Peter Thiel – handeln schließlich. Der Aufsichtsrat legt Musk den Rücktritt nahe. Thiel übernimmt und tauft das Start-up in PayPal um. Das Schicksal, aus der eigenen Firma gedrängt zu werden, teilt Musk auch mit Jobs, der Apple Mitte der Achtzigerjahre nach einem Machtkampf verließ.

Das All ist nicht genug

Musk hat längst andere Pläne. Die Episode trägt er Thiel jedenfalls nicht nach, beide sind weiter Geschäftspartner. Als das Internet-Auktionshaus Ebay 2002 PayPal für rund 1,5 Milliarden Dollar kauft, streicht Musk für seine Anteile 165 Millionen Dollar ein. Nun hat er das Geld, sein Herzensprojekt anzugehen – Raumfahrt. Im Juni 2002 gründet er SpaceX. Sein Ziel: Die Kosten für Raumflüge dank wiederverwertbarer Raketen um 90 Prozent zu senken.

Der Plan, zumal von einem Start-up-Gründer, der weder Raumfahrt studiert noch in der Branche gearbeitet hat, ist so fantastisch, dass sich keine Geldgeber finden. Die sind ohnehin noch unter Schock, weil kurz zuvor die Dotcom-Blase geplatzt ist. In den nächsten vier Jahren wird Musk daher 100 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen in SpaceX stecken.

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