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Musik über Wlan und Bluetooth So boomt das Geschäft mit kabellosen Soundsystemen

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Gefangen im System der Hersteller

Die Idee ist simpel: Die kleinen, billigen Boxen dienen nur als Einstiegsdroge. Denn die Wlan-basierten Multi-Room-Systeme sind modular, also erweiterbar. Eine einzelne Box ergibt ohnehin kaum Sinn, jeder Musik-Fan wird sich mehrere anschaffen.

Das Perfide: Untereinander harmonieren die Produkte der unterschiedlichen Hersteller nur schlecht oder gar nicht. Besonders rigide handelt Sonos: Die Lautsprecher des amerikanischen Herstellers bauen untereinander ein eigenes Netz auf, das die Qualität und Stabilität der Übertragung sicher stellt, Boxen der Konkurrenz aber konsequent ausschließt.

Geräte anderer Hersteller, die den offenen Branchenstandard dnla oder Apple AirPlay unterstützen, sollen zwar eigentlich kompatibel sein. Probleme gibt es trotzdem immer wieder, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat. Mal ist das parallele Abspielen in mehreren Räumen nicht möglich, mal hakt die Bedienung, mal klappt das Zusammenspiel gar nicht.

Die Kombination von teuren Lautsprechen in Wohnzimmer und billigen in der Küche, ist deshalb nicht ganz einfach. „Kunden sollten sich deshalb gut überlegen, für welchen Hersteller und welches System sie sich entscheiden“, sagt Warentester Marcus Pritsch. „Im Laufe der Zeit werden sie viel Geld hineinstecken.“

Das sind die Neuheiten der IFA
Huawei Ascend Mate 7
Kobo Aura H2O Quelle: PR
Medion Life Fitnessband
Smartwatch 3 und Smartband Talk
Panasonic C700
Panasonic Technics R1
Sony Xperia E3Zusätzlich zu seinen Hochleistungshandys liefert Sony in Kürze das Xperia E3, ein LTE-fähiges Smartphone mit kleinem Funktionsumfang. Das Gerät mit 4,5-Zoll-Display wurde mit einem 1,2-Gigahertz-Prozessor, einem Gigabyte Arbeitsspeicher, Fünf-Megapixel-Kamera sowie gerade einmal zwei Gigabyte internem Speicher ergänzt. Dieser lässt sich bei Bedarf allerdings mit Hilfe von Speicherkarten erweitern. Zudem sind NFC, LTE, Bluetooth und Wlan mit an Bord. Ein deutlicher Pluspunkt des E3 ist der geringe Preis. Preis: 179 Euro Quelle: PR

Rechenbeispiel Sonos: Um das Wohnzimmer mit vollwertigem Sound auszurüsten, kommt zur ersten Play:3 (knapp 300 Euro) schnell die zweite hinzu. Es folgen die zugehörige Soundbar (knapp 700 Euro) und der Subwoofer (knapp 700 Euro). Weil ein Multi-Room-System in einem einzigen Zimmer verschenktes Potenzial ist, werden auch Küche und Schlafzimmer ausgestattet. Aus dem dreistelligen Einstiegsbetrag kann über die Jahre schnell ein vier- oder fünfstelliger werden.

„Wir halten unser System geschlossen, weil wir die Kontrolle über die Qualität behalten wollen“ beteuert Sonos-Manager Taubert. Doch die Strategie schafft auch ein eigenes Ökosystem, das den Kunden gefangen hält. Denn der modulare Aufbau der Systeme führt zu Folgekäufen, die die Umsätze der Hersteller in den folgenden Jahren noch befeuern werden – insbesondere, wenn sie neue, ergänzende Produkte auf den Markt bringen.

Mobil ohne Kabel

Aber nicht nur in der Wohnung lässt der Trend zum Kabellosen gerade die Kassen klingeln. Auch unterwegs haben immer weniger Leute Lust auf Kabelsalat. Der Markt für drahtlose Kopfhörer wächst, allerdings langsam und auf niedrigerem Niveau.

Markt für drahtlose Kopfhörer

Bislang machen sie sechs Prozent des Absatzes, aber immerhin 20 Prozent des Umsatzes aus. Immer mehr Hersteller bringen deshalb Geräte mit Bluetooth-Anbindung auf den Markt. Die Preispanne reicht von 30 bis weit über 300 Euro.

Und das Potenzial der Kopfhörer ist mit dem Verzicht auf das Kabel längst nicht ausgereizt. Weil sie über Bluetooth ohnehin permanent Daten mit dem Smartphone tauschen, rüsten immer mehr Hersteller ihre Kopfhörer zu Wearables hoch.

Auf der IFA hat etwa der dänische Hersteller Jabra das drahtlose Headset Sport Pulse Wireless vorgestellt. Das Musikabspielen wird bei dem Gadget schon fast zur Nebensache. Beim Joggen misst es den Puls des Trägers im Ohr und überträgt ihn an eine App und warnt, ein Trainingsbereich verlässt. Außerdem kann die App Stimmanweisungen geben – das soll motivieren, kostet aber auch stolze 250 Euro.

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