Neue Drohnen-Gesetze "Das Regel-Wirrwarr ist undurchsichtig und gefährlich"

Immer mehr Deutsche begeistern sich für Drohnen, mal als Hobby, mal beruflich. Die Bundesregierung plant strengere Vorschriften für die Fluggeräte, um Gefahren zu minimieren. Christoph Bach, Vorsitzender des Bundesverband Copter Piloten, erklärt, wie gefährlich der private Gebrauch von Drohnen wirklich ist und welche Neuerungen nötig wären.

Die besten Drohnen für Hobbyfilmer
DJI: Phantom 4 – Der HindernisläuferDas neueste Modell des chinesischen Marktführers überrascht mit intelligenten Funktionen: Sie folgt Personen, die der Nutzer auf dem Display markiert, und weicht selbständig Hindernissen aus. Die Kamera filmt in 4K-Auflösung. Der Akku hält 28 Minuten, fünf Minuten länger als beim Vorgänger. Im Sportmodus fliegt die Phantom jetzt 72 Kilometer pro Stunde, die Reichweite der Fernsteuerung steigt auf fünf Kilometer. Preis: 1600 Euro. Quelle: Presse
Yuneec: Typhon H – Der AusfallsichereAusgestattet mit sechs Propellern, fliegt das neue Modell des chinesischen Herstellers Yuneec auch weiter, wenn zwei Propeller ausfallen. Dank eingebauter Stereokamera des Chipherstellers Intel soll die Drohne Hindernisse erkennen und so Kollisionen vermeiden. Die Landekufen klappen im Flug hoch, damit sie nicht im Bild der Schwenkkamera auftauchen, die in 4K-Auflösung filmt. Verkaufsstart ist April. Preis: 1800 Euro. Quelle: Presse
Lily: Lily – Die Selfie-DrohneSie sieht aus wie ein fliegendes Ei und lässt sich aus der freien Hand starten: Die Drohne Lily ist besonders vielseitig und einfach zu bedienen. Aktiviert der Nutzer einen Sender in der Hosentasche, dann folgt Lily ihm auf Schritt und Tritt. Sogar wasserdicht soll der Flieger sein, wenn er aus Versehen mal im Pool landet. Preis: 919 Dollar. Quelle: Presse
3D-Robotics: Solo – Die VielseitigeSolo heißt die Drohne des US-Startups 3D Robotics – dabei ist sie besonders bindungsfreudig: Der Anschluss für die Kamera lässt sich nicht nur mit einer Action-Kamera von GoPro bestücken, sondern auch mit anderen Accessoires, etwa der Virtual-Reality Kamera Pixpro SP360 von Kodak, die 360-Grad-Videos aufzeichnet. Preis: Ab 999 Dollar. Quelle: Presse
Parrot: Bebop – Die EinsteigerdrohneKlein, leicht und robust: Die Drohne Bebop von Parrot ist vor allem Einsteigern zu empfehlen, die sich im Fliegen üben möchten und dabei möglichst keine Unfälle verursachen wollen. Im Falle eines Zusammenstoßes schaltet der Miniflieger automatisch die Propeller ab, die Kamera filmt in HD-Auflösung. Preis: 349 Euro. Quelle: Presse

WirtschaftsWoche Online: Drohnen werden in Deutschland immer beliebter – nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung sind hierzulande bereits Hunderttausende im Einsatz. Warum gelten Drohnen als gefährlich?
Christoph Bach: Gefährlich ist wohl das falsche Wort. Drohnen oder Copter, wie wir sie lieber nennen, sind – sorgsam eingesetzt – nicht gefährlicher als Autos oder Fahrräder. Moderne Copter verfügen über viele Sicherheitseinrichtungen. Selbstverständlich müssen Copter vor Markteinführung technisch überprüft werden. Jedem Copter-Piloten sollte aber klar sein, dass Technik jederzeit versagen kann. Dann kommt es auf seine fliegerischen Fähigkeiten und Vorsicht an, damit nichts Schlimmes passiert.

Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer würde die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen, liest man häufig. Wie hoch schätzen Sie das Risiko ein?
Gefahrenbereiche sind etwa die Areale um Flughäfen herum, und der gemeinsam genutzte Luftraum von Multikoptern und niedrig fliegenden Helikoptern, wie zum Beispiel Rettungs- oder Polizeihubschrauber, die plötzlich auftauchen können und denen die Multikopter ausweichen müssen. Die größte Gefahr sehe ich in mangelnder Kenntnis der bereits bestehenden Regeln und Gesetze, die dann auch noch auf Länderebene unterschiedlich ausgelegt oder weiter verschärft werden.

Könnte ein einheitliches Gesetz das Risikopotenzial senken?
Definitiv. Vor allem Neueinsteiger sind leider kaum über die Verordnungen auf landes- oder kommunaler Ebene informiert. Die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Regeln sorgen für Desorientierung und schaffen Unsicherheiten. Auch das Luftrecht mit seinen unterschiedlichen Luftkontrollzonen ist für den Laien nur schwer nachvollziehbar oder die örtlichen Gegebenheiten überprüfbar. Hier können Smartphone-Apps, die GPS-gestützt über Flugkontrollzonen informieren, weiterhelfen.

Zur Person

Gibt es Ihrer Ansicht nach weitere Missstände?
Der Handel trägt sein Übriges bei, indem er mit den enormen technischen Möglichkeiten der Multikopter wirbt. Leider gibt es oftmals keine Hinweise auf die bestehenden gesetzlichen Vorgaben, die genau das einschränken. Meist wird nicht mal darauf hingewiesen, dass für den Betrieb im Freien eine spezielle Haftpflichtversicherung vorgeschrieben ist.

Was halten Sie von einer geplanten Maximal-Flughöhe von 100 Metern?
Mit der Beschränkung der maximalen Flughöhe auf 100 Meter möchte Herr Dobrindt vor allem den bemannten Luftraum frei halten und insbesondere Begegnungen zwischen Coptern und Passagierluftfahrt vermeiden. Die Maximalflughöhe soll für einen sicheren Abstand zum Luftraum der bemannten Luftfahrt ab circa 150 Metern Höhe sorgen. Bei An- und Abflug sowie durch andere Verkehrsteilnehmer wie Helikopter oder Ultraleichtflieger ist bemannter Flugverkehr aber durchaus auch unter 150 Metern möglich. Daher braucht es auch hier klare Regeln.

Die wichtigsten Drohnen-Regeln im Überblick


Für die meisten sind 100 Meter auch die Grenze, bis zu der die Fluglage des Copters noch eindeutig ohne technische Hilfsmittel erkennbar ist – und es darf ja nur in Sichtweite gesteuert werden. Natürlich wird mit gesonderter Aufstiegsgenehmigung auch ein Fliegen über 100 Metern weiterhin möglich sein – mit geeignetem Equipment und entsprechend qualifizierten Piloten.

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