Neues Smartphone Amazon bringt Fire Phone nach Deutschland

Ende September bringt Amazon sein erstes Smartphone in Deutschland auf den Markt – und hat dafür eine besondere Strategie: Das Fire Phone soll ab den mittleren Tarifen bereits für einen Euro angeboten werden.

Das Smartphone von Amazon kommt Ende September in Deutschland auf den Markt. Quelle: AP

Amazon bringt sein erstes Smartphone Fire Phone in wenigen Wochen auch auf den deutschen Markt. Dabei setzen der Online-Händler und sein Mobilfunk-Partner Deutsche Telekom auf einen Kampfpreis: Das Smartphone wird ab den mittleren Tarifen bereits für einen Euro angeboten. Die Telekom vertreibt das Fire Phone in Deutschland exklusiv. Zunächst kann es vorbestellt werden, in den Handel kommt es am 30. September.

Amazon will bei den Verbrauchern auch mit zusätzlichen Diensten und mehreren neuartigen Funktionen punkten. Unter anderem bekommen die Nutzer uneingeschränkten Online-Speicherplatz für Fotos. Für ein Jahr gibt es den Service Prime mit einem Abo-Zugang zu Filmen und Videos.

Eine der neuen Funktionen heißt „Firefly“ und ist eine Art Suchmaschine für die reale Welt. Fotografiert man damit einen Gegenstand, kann man zum entsprechenden Produkt im Amazon-Angebot kommen. Man braucht insgesamt nur vier Klicks, um einen Artikel auf diese Weise bei Amazon zu bestellen.

Harsche Kritik in den USA

„Firefly“ kann aber auch bis auf die einzelne Serienfolge genau erkennen, welche Sendung gerade im Fernsehen läuft und funktioniert ebenfalls für Musik und Kunstwerke. Außerdem kann man damit Text, Telefonnummern und QR-Codes einlesen. Das Telefon passt das Bild auf dem Display an die Augenposition des Nutzers an. Menüs können auch mit Kipp-Bewegungen ausgeklappt werden.

Das kann das Fire Phone von Amazon
Amazon-CEO Jeff Bezos hat das neue Smartphone Fire Phone vorgestellt. Das Besondere an dem Gerät: Eine Erkennungsfunktion namens "Firefly" (zu deutsch: Glühwürmchen). Quelle: AP
Innerhalb von einer Sekunde soll die Funktion so ziemlich alles erkennen - vom Buch über Fernsehsendungen bis zu Wein - und den Kunden natürlich gleich mit einem Link zu Amazon versorgen, wo er das entsprechende Produkt kaufen kann. Quelle: AP
Die Funktion kann bis auf die einzelne Serienfolge erkennen, welche Sendung gerade im Fernsehen läuft. Als "Second Screen" kann man sich über das Handy direkt mit Infos zu Schauspielern und dergleichen versorgen lassen. Sie funktioniert auch für Musik, Texte, Telefonnummern oder Kunstwerke. Quelle: AP
Sowohl bei „Firefly“ als auch bei der Display-Technik gibt es Schnittstellen für App-Entwickler. Das soll die Integration in verschiedene Anwendungen ermöglichen - so wird es eine App geben, die Informationen über Weine nach einem Foto des Etiketts anzeigt. Quelle: AP
Wenn man alles mögliche um sich herum zum shoppen abfotografiert, braucht das ziemlich viel Speicherplatz - doch auch dafür hat Amazon eine Lösung: Nutzern wird uneingeschränkter Online-Speicherplatz für Fotos geboten. Quelle: AP
Ein System aus vier Kameras rund um den Bildschirm verfolgt permanent die Kopf-Position des Nutzers und passt die Darstellung auf dem Display entsprechend an. Das soll eine nahezu dreidimensionale Optik ermöglichen. Infrarot-Sensoren folgen den Bewegungen auch in der Dunkelheit. An der Funktion sei vier Jahre lang gearbeitet worden, sagte Bezos. Quelle: AP
Das kommt zum Beispiel in der Karten-App zum Einsatz. Sie kann Häuser perspektivisch anzeigen, wenn man das Gerät zur Seite neigt. Quelle: AP

In Rezensionen zum US-Start im Juli waren die Umsetzung der neuen Funktionen und die Bedienung zum Teil auf harsche Kritik gestoßen. Amazon-Manager Ian Freed, der für das Fire Phone zuständig ist, will sich davon nicht beirren lassen. „Wenn man Innovationen auf den Markt bringt, gibt es Leute, die sie mögen - und Kritiker.“ Es sei wichtig, dass die Kunden das Gerät mögen. „Der Rest kommt dann von allein.“

Sowohl bei „Firefly“ als auch bei der Display-Technik gibt es Schnittstellen für App-Entwickler. Bisher nutzten unter anderem Anbieter von Smartphone-Spielen diese Möglichkeit. Bei der Hilfsfunktion „Mayday“ lässt sich per Video ein Amazon-Mitarbeiter ansprechen, der auch die Bedienung des Smartphones übernehmen kann.

Wenn es um Fragen zu Netz oder Tarifen geht, kann erstmals auch ein Telekom-Mitarbeiter ebenfalls mit Bild zugeschaltet werden, sagte der Marketingchef von Telekom Deutschland, Michael Hagspihl.

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