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Neues Smartphone "Classic" Blackberry bleibt sich treu

Alle anderen Smartphone-Produzenten setzen auf Megadisplays, Blackberry dagegen bringt mit dem neuen Modell "Classic" einen Designklassiker in die Läden. Was kann das Gerät?

Nomen est Omen: Das Blackberry

Ob Stones, Queen oder ACDC – wenn Rock-Veteranen auf Tour gehen, gilt ein ungeschriebenes Gesetz: Um die Fans in Stimmung zu bringen gehören ein paar der größten Hits ins Repertoire. Dann tobt die Halle – und lässt sich auch auf neue Stücke ein. Auf die Strategie setzt auch der einstige Handy-Riese Blackberry. Der hat gerade gleichzeitig in New York und Frankfurt sein jüngstes Smartphone vorgestellt, das Modell – Nomen est Omen – „Blackberry Classic“.

Der Name ist Programm, denn der Neuling setzt in Design und Funktion offensiv auf Eigenschaften, die die Tastentelefone aus Kanada im vergangenen Jahrzehnt jahrelang zum De-Facto-Standard für kommunikative Manager gemacht haben. Und darum gehört – während sich neue Mobiltelefone sonst primär dadurch voneinander unterscheiden, dass sie große Bildschirme durch noch größere ersetzen – beim neuen „Classic“ die traditionelle Tastatur unterm Display zur Kernausstattung.

Die Aussage ist klar, und sie setzt die Strategie fort, die der seit Jahresfrist amtierende Vorstandschef John Chen zur Wiederbelebung seines trudelnden Unternehmens ausgegeben hat: Die Konzentration auf die traditionelle Kernzielgruppe der Geschäftskunden. Und die – so jedenfalls die Hoffnung der Kanadier – liebt die Tasten.

Das BlackBerry Passport
Foto vom BlackBerry Passport
Foto vom BlackBerry Passport
Foto vom BlackBerry Passport
Foto vom BlackBerry Passport
Foto vom BlackBerry Passport
Foto vom BlackBerry Passport
Foto vom BlackBerry Passport

Futter für die „Treuesten der Treuen“

Zumindest nutzt sie offenbar noch immer in bemerkenswerter Stückzahl ältere Handy-Modelle mit eben diesem Feature: „Wir sehen in unseren Systemen zig Millionen aktiver Blackberrys früherer Baureihen“, sagt John Sims, der Chef von Blackberrys Großkundengeschäft, bei der Vorstellung in Frankfurt. „Viele dieser Nutzer gehören zu den Treuesten der Treuen. Die halten ihre Geräte mit Klebeband und Kaugummi am Laufen, weil sie auf dieses Gerätekonzept schwören.“

Und so schreibt der neue „Classic“ das traditionelle Geräte-Design so konsequent fort, wie keines der bisher vorgestellten Modelle seit dem Start von Blackberrys Betriebssystem BB10 im Januar 2013: Über den Buchstabentasten mit ihren charakteristischen Höckern findet sich erstmals wieder die für Traditionalisten offenbar unersetzliche Funktionstastenleiste, die den Direktaufruf wichtiger Gerätefunktionen erlaubt. Im Grunde ist der Neuling eine Neuinterpretation von Blackberrys langjährigem Bestseller, dem Modell Bold 9900.

Allerdings mit deutlich zeitgemäßerer Technik. Denn natürlich reagieren auch die Kanadier auf den Trend zu größeren Displays. Der Neue liefert mit seinem quadratischen 3,5-Bildschirm beispielsweise rund 60 Prozent mehr Displayfläche als seine Design-Vorläufer.

Das neue Blackberry

Endlich ein flotter, brauchbarer Browser

Trotzdem, verspricht Sims, halte die Batterie dank verbesserter Akkukapazität und Energiesteuerung durchschnittlich 50 Prozent länger durch. Rund einen Tag Dauerbetrieb soll das ermöglichen, scheibt Blackberry in seinen Gerätespezifikation, was das im Echteinsatz bedeutet, teste ich in den nächsten Tagen.

Mit 720x720 Bildpunkten entspricht die Auflösung des Classic genau der des direkten Vorgängers Q10. Wegen des größeren Displays ist die Pixeldichte mit 294 dpi nicht ganz so groß wie dessen 330 dpi – im praktischen Betrieb aber fällt das nicht ins Auge.

In der Breite entspricht die Auflösung nahezu der des iPhone 6. Wegen der quadratischen Bauform fehlt dagegen im Vergleich mit dem Apple-Gerät gut 45 Prozent an Displayhöhe. Trotzdem lassen sich nun auch Internetseiten in Standarddarstellung auf dem Classic leidlich anständig betrachten, und sehr flott surft es sich damit auch. Eine der größten Schwachstellen, des kleineren Q10 und erst recht des technisch völlig überholten Bold ist damit behoben.

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