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Nützliche Apps Wie Sie Ihr Smartphone gegen Diebstahl schützen können

Teure Smartphones sind begehrt - auch bei Dieben. Google, Samsung, Apple und Co. haben sich jetzt zusammengeschlossen, um Diebstähle zu bekämpfen. Nur die Täter und gestohlene Geräte spielen dabei keine Rolle.

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Die Riesen der Smartphonebranchen vereinbaren neue Standard-Sicherheitsfunktionen für Smartphones. Diebstähle sollen dadurch unattraktiv werden.

Es scheint, als ob das Smartphone selbst zu Sandra Jackson zurückwollte. Wenige Schritte von ihrer Wohnung in Kansas City überfielen die Täter Sandra. Die Tasche wurde ihr entrissen, das Smartphone gestohlen und alles was blieb war der Schock. Jährlich werden Millionen von Mobiltelefonen gestohlen, insbesondere, da die Geräte von Generation zu Genration wertvoller und intelligenter werden. Angesichts der Massen an Vorfällen ist die Polizei in den meisten Fällen überfordert.

Entsprechend ist es sinnvoll, technische Lösungen zu nutzen. Sandra Jackson zum Beispiel war vorbereitet. Auf ihrem Smartphone hatte sie die App „Lookout“ installiert, die auf die Suche nach verschwundenen und gestohlenen Telefonen spezialisiert ist. In kurzen Abständen bekam Jackson mehrere Warn-E-Mails mit dem Hinweis, jemand versuche sich in ihr Handy einzuloggen. Wenig später aktivierte die App sogar die interne Kamera des Smartphones, schoss heimlich und unentdeckt ein Foto des Diebes und schickte auch dieses mit den genauen Standortkoordinaten an seine eigentliche Besitzerin. Danach war es eine reine Routinesache. Die örtliche Polizei konnte den Täter dank der genauen Informationen festnehmen, identifizieren und Sandra ihr Handy übergeben.

Das können die aktuellen Smartphones
LG G4LG Electronics hat am 28. April sein neues Flaggschiff G4 vorgestellt. Punkten wollen die Koreaner etwa mit einer innovativen Kamera, die 80 Prozent mehr Licht auf den Bildsensor leitet als beim Vorgänger-Modell. 16 Megapixel Auflösung und ein weiterentwickelter Bildstabilisator sollen für hochwertige Fotos sorgen. Für gute Selfies ist eine acht MP Frontkamera verbaut. Damit dafür auch genügend Speicherplatz zur Verfügung steht, kommt das LG 4 mit 32 GB internem Speicher daher, der durch eine MicroSD-Karte auf bis zu zwei Terabyte erweitert werden kann. Der Bildschirm ist 5,5 Zoll groß und soll deutlich heller und kontraststärker sein, als das Vorgängermodell, zudem bietet er laut LG eine bessere Farbtreue und Berührungsempfindlichkeit. Pluspunkt: Der Akku ist austauschbar, er bringt 3000 mAh Leistung. Als Prozessor ist ein 808 Snapdragon an Bord. Das Gerät wird in verschiedenen Materialien erhältlich sein: Es gibt eine Leder-Variante und eine Ceramic-Version (hier im Bild) jeweils in mehreren Farben. Ein Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. Quelle: Presse
Sony Xperia Z4 Quelle: REUTERS
Huawei P8Ein neues Design und eine leistungsstarke Kamera - mit diesen Features kann das neue P8 von Huawei die Kritiker überzeigen. Es ist billiger als die Konkurrenz von Apple und verspricht in etwa die gleiche Leistung. Das Smartphone gibt es in Grau, Champagner, Weiß und Gold. Jedes zweite Smartphone in Deutschland ist aktuell ein Samsung-Gerät. Nur jedes vierte Smartphone in Deutschland ist derzeit ein iPhone. Geräte der Hersteller Sony, Nokia, HTC, LG und Huawei hingegen spielen unter deutschen Smartphone-Nutzern kaum eine Rolle. Quelle: Presse
Xiaomi Mi Notes Der chinesische Smartphonehersteller Xiaomi hat am 15. Januar die Oberklasse-Smartphones Mi Note und Mi Note Pro vorgestellt, die dem iPhone 6 in den USA Konkurrenz machen sollen. Das Display des Mi Note schlägt das iPhone 6 mit 5,7 Zoll zu 5,5 Zoll, der Bildschirm hat eine Pixeldichte von 386 ppi und ein LCD-Panel für einen höheren Kontrast. Die Kamera an der Rückseite verfügt über 13 Megapixel, die an der Vorderseite über vier Megapixel. Der interne Speicher fasst 16 GByte und lässt sich nicht per microSD-Karte erweitern. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 319 Euro. o Das Mi Note Pro kostet 458 Euro, ist aber auch noch etwas besser ausgestattet: Die Pixeldichte beträgt 515 ppi, das Speichervolumen 64-GByte. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy A7Samsung hat mit dem A7 ein superflaches und nur 141 Gramm schweres Smartphone in Alu-Gehäuse vorgestellt. Mit 6,3 Millimetern ist es noch dünner als das aktuelle iPhone 6 mit 6,9 Millimetern. Es sei eines der flachsten Samsung-Smartphones aller Zeiten, teilte der Hersteller in seinem Blog mit. Das Handy hat ein 5,5 Zoll großes Super Amoled Display. Als Betriebssystem ist Android KitKat (4.4) an Bord. Samsung verspricht mit acht leistungsstarken Prozessoren flüssiges Surfen und Nutzen von Apps, vor allem für den Austausch in den Sozialen Medien. Eine 5-Megapixel-Frontkamera sorgt für Selfies in ordentlicher Qualität, deutlich stärker ist die Kamera an der Rückseite mit 13 Megapixeln. Für bessere Selfies ist der "Auto Selfie"-Modus da, mit dem per Sprachbefehl oder einem Wink mit der Hand die Kamera ausgelöst werden kann. Ein 2600 mAh starker Akku soll für Ausdauer sorgen. Wie bei Samsung üblich, wurde sich über Preis und Marktstart noch ausgeschwiegen. Händler und IT-Portale vermuten, dass das Smartphone gegen Ende des ersten Quartals für um die 500 Euro in die Läden kommen wird. Quelle: Samsung
Samsung Galaxy Note 4 LTE-A Quelle: AP
Samsung Galaxy A5 und A3Samsung hat die neue A-Serie vorgestellt. Die Smartphones haben ein Metallgehäuse; beide sind mit einer 5-Megapixel-Frontkamera ausgerüstet, um gute Selfies machen zu können. Passend dazu ist die neueste Kamera-Software an Bord, die mit dem Galaxy Note 4 eingeführt wurde und verschiedene spezielle Selfie-Einstellungen ermöglicht. Das A5 (im Bild) ist das größere, es kommt einem 5-Zoll-Display, 2 GB Arbeitsspeicher, einer 13-Megapixel-Kamera an der Rückseite und einem 2300 mAh starken Akku in den Handel. Der kleine Bruder A3 ist die abgespeckte Version mit einem 4,5-Zoll-Display, 1 GB Arbeitsspeicher, 6-Megapixel-Rückkamera und einem nur 1900 mAh starken Akku. Beide Smartphones laufen auf Android KitKat (4.4) und bringen NFC und LTE mit. Preis: noch unbekannt. Ab November sollen die Smartphones in Weiß, Schwarz, Silber, Pink und Blau verfügbar sein. Quelle: Samsung

Sandra Jacksons Glück ist lange nicht jedem Diebstahl-Opfer vergönnt. Der Diebstahl von Smartphones ist ein Massenphänomen, in den USA hat es sogar einen eigenen Namen: Snapping. Bis 2012 sind allein in Deutschland laut einer Studie des Hightech-Verbandes Bitkom bereits rund 3,5 Millionen Menschen Opfer des "Snappings" geworden.

Zwar gelingen, wie in Sandra Jacksons Fall, immer wieder skurrile Rückholaktionen mit Hilfe von Apps, GPS-Ortungen oder ferngesteuerten Alarmsirenen. Aber darauf wollen sich die wichtigsten Smartphone-Hersteller nicht länger verlassen. Sie gehen jetzt geschlossen gegen Smartphone-Diebstähle vor. Deren Allianz liest sich als Who-is-Who der Branche: Google, Apple und Microsoft, HTC, Huawei, Samsung, Motorola und Nokia ziehen mit einer seltenen Einigkeit an einem Strang. In einer Vereinbarung bei dem US-amerikanischen Industrieverband CTIA verpflichten sich die Unternehmen selbst zu einem effektiveren Diebstahlschutz der Geräte. Bisher hatten einzelne Unternehmen versucht, ihre Kunden individuell zu schützen. Jetzt soll es das geballte Kollektiv richten. Das klare Augenmerk liegt dabei auf dem Problem der Datensicherheit.

Ab dem Juli 2015 sollen alle neuen Geräte auf dem US-Markt über die Standard-Diebstahl-Schutz-Funktionen verfügen oder entsprechende Anwendungen zum Download bereitstehen. Laut der beteiligten Unternehmen sollen keine höheren Kosten auf die Käufer abgewälzt werden.

Vier Funktionen gegen Eindringlinge

Apps sind häufig nur nützliche Spielerein auf dem Smartphone. Einige können aber wirklich hilfreich sein - sogar wenn das Smartphone selbst verschwindet. Quelle: AP

Die erste Funktion erhöht den Schutz der persönlichen Daten vor den neugierigen Augen des Eindringlings. Denn der Verlust des eigenen Smartphones ist mehr als nur ein finanzielles Ärgernis. Vor allem Top-Class-Modelle wie die neuen iPhone-Versionen oder ein Samsung Galaxy S5 kosten zwar mittlerweile ein kleines Vermögen, aber was die Bestohlenen wirklich verzweifeln lässt, ist der Verlust eines Stücks Privatsphäre. Urlaubsfotos, Chatverläufe, Nachrichten oder Kontakte: Höchst unangenehm, wenn ein Fremder ungefragt in den eigenen Daten herumwühlt.  

Genau hier soll  die erste Funktion des neuen Standard-Schutzsystems greifen, denn diese ermöglicht die Fernlöschung von persönlichen Daten („Remote-Wipe“), die auf dem Gerät gespeichert sind. Damit kann das Überfall-Opfer von zu Hause aus auf das verlorene Smartphone zugreifen und alle privaten, also zusätzlichen Informationen, die nach dem Kauf hinzugefügt wurden löschen. Zwar bleibt das Smartphone damit immer noch verschwunden, die privaten Daten zumindest sind aber sicher. Diese Funktion ist zwar keine innovative Neuentwicklung aus den Produktionsschmieden der Unternehmen, aber bisher war es den Smartphone-Usern selber überlassen, ihre Geräte damit zu schützen. Einen vergleichbaren konzernübergreifenden Standard-Schutz auf einheitlicher Ebene gibt es bis jetzt nicht.

Wo Google seine Finger im Spiel hat
Google GlassEines der spannendsten Projekte des Suchmaschinen-Anbieters ist sicherlich Google Glass. Mit der Datenbrille ist es möglich E-Mails abzufragen, im Internet zu surfen, zu fotografieren und zu filmen. 2013 hat das Unternehmen erste Datenbrillen an Webentwickler und Geschäftspartner verkauft, mittlerweile ist die Brille frei verfügbar. Quelle: dpa
Online-MusikdienstGoogle stärkt sein Musikgeschäft mit dem Kauf des Streaming-Dienstes Songza, der passende Lieder für verschiedene Situationen zusammenstellt. Nutzer der Songza-App können zum Beispiel zwischen „Musik zum Singen unter der Dusche“, zum Autofahren oder zum Joggen entscheiden. Solche Song-Listen werden von Songza-Mitarbeitern zusammengestellt, es gibt Angebote für verschiedene Tageszeiten und Stilrichtungen. Zugleich kann sich auch die Software hinter dem Dienst an den Musikgeschmack der Nutzer anpassen. Die Musikauswahl kann über Daten aus dem Netz auch das aktuelle Wetter am Standort des Nutzers abgestimmt werden. Google nannte bei Bekanntgabe des Deals am Dienstag keinen Kaufpreis. Nach Informationen der „New York Times“ waren es mehr als 39 Millionen Dollar. Songza ist bisher nur in Nordamerika verfügbar und hatte Ende vergangenen Jahres 5,5 Millionen Nutzer. Der kostenlose und werbefinanzierte Dienst werden zunächst unverändert weiter betrieben, erklärte Google. Mit der Zeit werde man nach Wegen suchen, wie die Musikplattform Google Play Music von Songza profitieren könnte. Quelle: Screenshot
SatellitentechnikGoogle stärkt seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar, wie der Internet-Konzern mitteilte. Skybox bietet seinen Kunden das Beobachten gewünschter Gebiete mit detailreichen Fotos und 90 Sekunden langen Videos an. Als Dienstleistungen nennt Skybox zum Beispiel die Überwachung von Feldern auf Schädlingsbefall und die Aufsicht über Energie-Pipelines. Auch die Auswertung der Container-Bewegungen in Häfen, der Aktivität auf Flughäfen oder der Bestände auf Parkplätzen von Autohändlern ist möglich. Die Satelliten von Skybox sollen helfen, die Google-Karten auf aktuellem Stand zu halten, erklärte der Internet-Konzern am Dienstag. Außerdem hoffe Google, damit die Versorgung mit Internet-Zugängen und die Hilfe bei Unglücken und Naturkatastrophen zu verbessern. Google ist selbst bei der Entwicklung digitaler Satellitenkarten mit seinem Projekt Google Earth weit vorangekommen. Etablierte Anbieter wie DigitalGlobe oder GeoEye haben den Erdball erfasst, Skybox verspricht jedoch frischere Bilder auf Bestellung. Skybox ist einer von mehreren neuen Anbietern, die von drastisch gesunkenen Kosten für Entwicklung und Herstellung von Satelliten profitieren wollen. Sie packen ihre Technik in deutlich kleinere Satelliten als man sie früher baute. Skybox will über die Jahre rund zwei Dutzend Satelliten ins All bringen, steht bei dem Plan aber erst am Anfang. Die Skybox-Satelliten sind nach bisherigen Berichten rund 100 Kilogramm schwer. Das macht es auch günstiger, sie ins All zu bringen als früher. Die Kosten pro Satellit werden auf rund 25 bis 50 Millionen Dollar geschätzt. Quelle: Screenshot
SatellitentechnikErst im April 2014 hatte Google den Hersteller von Solardrohnen Titan Aerospace gekauft. Mit dem Kauf will Google seine Pläne vorantreiben, drahtloses Internet auch in abgelegenste Teile der Welt zu bringen. Über den Kaufpreis für das US-Unternehmen, das 20 Mitarbeiter beschäftigt, wurde nichts bekannt. Titan entwickelt solarbetriebene Satelliten. Sie sollen 2015 erstmals kommerziell in Betrieb genommen werden. Die Drohnen fliegen in rund 20 Kilometern Höhe und können dort fünf Jahre bleiben. Ihre Spannweite ist mit 50 Metern etwas kürzer als die einer Boeing 777. Medienberichten zufolge war auch Facebook an Titan interessiert. Quelle: AP
Sicherheits-GadgetsGoogle hat die Firma SlickLogin gekauft, die eine innovative Art erfunden hat, herkömmliche Passwörter mit einer zweiten Sicherheitsstufe zu ergänzen. Das israelische Start-up setzt dabei auf Ultraschall-Töne, die zwischen Smartphone und PC eines Nutzers ausgetauscht werden. SlickLogin gab die Übernahme am Sonntag bekannt, eine Preis wurde nicht genannt. Nach Informationen des Technologieblogs „Geektime“, das als erstes von dem Deal berichtet hatte, geht es um einige Millionen Dollar. Derzeit setzt Google als zweite Zugangsstufe zusätzlich zum Passwort Zahlencodes ein, die über eine App auf das Smartphone geschickt werden. Der Vorteil des von SlickLogin entwickelten Systems ist, dass die Authentifizierung automatisch laufen kann, ohne dass der Nutzer sich darum kümmern muss. SlickLogin hatte das Ultraschall-Konzept im vergangenen September vorgestellt und befand sich bis zuletzt noch in einer geschlossenen Test-Phase. Nach Informationen von „Geektime“ bestand die Firma immer noch aus den drei Gründungsmitgliedern. Quelle: WirtschaftsWoche Online
Autonome AutosNicht nur große Automobilkonzerne, auch Google forscht mit viel Aufwand an selbstfahrenden Pkw. Dafür entwickelt der Konzern selbst die Software, die das Auto steuert. Dabei will der Konzern wohl sogar eigene Fahrzeuge auf den Markt bringen, die als autonome Taxen am Straßenverkehr teilhaben sollen. Für die Produktion der Autos gab es bereits Gespräche mit dem deutschen Zulieferer Continental und dem Fertiger Magna. Quelle: dpa
Medizinische GadgetsGoogles geheime Forschungsabteilung Google X hat ihre nächste Erfindung öffentlich gemacht. Es ist eine digitale Kontaktlinse für Diabetiker, die Blutzucker-Werte kontrolliert. Google X soll für den Internet-Konzern die Grenzen des Möglichen austesten. Die Entwickler aus dem Forschungslabor testen laut einem Blogeintrag Prototypen einer Kontaktlinse, bei der zwischen zwei Schichten ein Sensor sowie ein Miniatur-Funkchip integriert sind. Die Linse messe die Glucose-Werte in der Tränen-Flüssigkeit jede Sekunde. Der Prototyp sei in mehreren klinischen Forschungsstudien erprobt worden. Die Kontaktlinse solle die Daten an eine begleitende Smartphone-App funken. Chip und Sensor seien so winzig wie Glitzer-Partikel und die Antenne dünner als das menschliche Haar. Er werde auch erwogen, für Warnsignale Mikro-LEDs direkt in die Linse zu integrieren, hieß es. Es sei noch viel Arbeit zu tun bis die Kontaktlinse als fertiges Produkt auf den Markt komme, schränkten die Entwickler ein. Google wolle sich dafür in dem Bereich erfahrene Partner suchen, die Zugang zu der Technologie bekämen. An dem Projekt arbeitet federführend der Forscher Babak Parviz mit, der schon an den Anfängen der Datenbrille Google Glass stand. Er hatte bereits 2009 demonstriert, wie man Kontaktlinsen mit LEDs versehen kann. Quelle: dpa

Das zweite Element des Schutzes ist ebenfalls Teil der Fernsteuerung. Sobald ein Handy verschwindet oder gestohlen wird, soll der Besitzer das Smartphone mit einem Passwort oder Code für unerwünschte Benutzer sperren können. Damit wird das Telefon für den Dieb beziehungsweise potentielle Käufer des Smartphones unbrauchbar.

Um es problemlos nutzen zu können, müsste der Dieb also zuerst die Hürde „fremdgesteuertes Passwort“ überwinden. Nur zwei Anrufausnahmen werden nach der Fremdsperre dann noch möglich sein: Der Anruf einer Notrufnummer und die Anwahl eines Notfallkontaktes des rechtmäßigen Besitzers. Damit können ehrliche Finder den Besitzer kontaktieren.

Während sowohl die erste als auch die zweite Funktion bereits in vielen Betriebssystemen möglich ist, handelt es sich bei den folgenden beiden Elementen um unbekanntere technische Hilfen.

Mit der dritten Option soll eine erneute Reaktivierung des Smartphones durch unautorisierte Personen verhindert werden. Bisher war es vergleichsweise einfach, die Geräte auf den Werkszustand zurückzusetzen und installierte Passwörter zu ändern oder zu umgehen. Nach dem Juli 2015 soll so ein Hardware-Reset  aber dann nur noch mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Besitzers durchzuführen – die ein einfacher Dieb wohl nur in den seltensten Fällen erhalten wird.

Die drei ersten Funktionen helfen dem Smartphone-Nutzer ein gestohlenes Smartphone vor fremden Zugriffen zu schützen, selbst wenn es verschwunden bleibt. Findet es aber – wie bei Sandra Jackson aus Kansas – den Weg zurück in Hände und Hosentasche des Besitzers, soll dieser nicht an den eigenen Schutzmaßnahmen verzweifeln wie der Dieb. Deswegen soll die vierte Funktion des Schutz-Systems die unproblematische Reaktivierung des Smartphones Wiederherstellung der Datenspeichers, zum Beispiel aus der Cloud gewährleisten.

Die Letzte-Rettung-App

Fotos, Kontakte, Nachrichten: Auf dem Smartphone lagern die unterschiedlichsten privaten Daten. Ziel der neuen Standard-Schutzfunktionen ist es, diese vor unliebsamen Fremden zu schützen. Quelle: dpa

Das „baseline anti-theft-tool“ zielt auf eine subtilere Ebene der Diebstahlbekämpfung ab als andere Schutz-Apps. Es versucht die Logik des Stehlens und der Hehlerei selbst zu überwinden: Ich beschaffe mir etwas ohne Kosten, um es teuer zu verkaufen. Die Unternehmen hoffen vor allem durch die Fernsperre und Reset-Barriere, den Vertrieb von gestohlenen Smartphones unattraktiv zu machen und den Dieben so ihre Grundlage zu entziehen. Die einfache Logik hinter dem Konzept: Setzt sich die Erkenntnis durch, dass gestohlene Smartphones nicht mehr benutzt und nicht mehr verkauft werden können, werden sie erst gar nicht mehr gestohlen.

Wenig hilfreich ist die neue Vereinbarung von Google, Apple, Samsung und Co. beim Auffinden des verlorenen Smartphones oder gar bei der Verhaftung einzelner Kleinkrimineller. Dessen sind sich die Unternehmen bewusst. In ihrer Erklärung fordern sie die Benutzer ihrer Produkte auch dazu auf, diesen Standardschutz mit „anderen technischen Lösungen“  zu ergänzen.

Und diese existieren bereits in rauen Mengen. Eine hilfreiche App ist die Anwendung „Where is my Droid“, über die in mehreren (teils kostenpflichtigen) Funktionsstufen unter Anderem die SD-Karte aus der Ferne kontrolliert und die GPS-Koordinaten des Smartphones auf einer Google-Maps-Seite angezeigt werden können. Eine gezielte Verfolgung des flüchtigen Diebes erleichtert sich enorm. Und ist der Dieb erst einmal in der Nähe, dann lässt sich auch noch – natürlich ferngesteuert – der Klingelton aktivieren.

Das Pendant von Apple heißt in der deutschen Version „Mein iPhone suchen“ und wartet im Wesentlichen mit ähnlichen Funktionen auf. Beispielsweise ist ebenfalls die Fernlöschung von Daten möglich, ein mehrminütiger Alarm kann ausgelöst werden und auf neuen Geräten wie dem iOS 7 ist auch eine externe Aktivierungssperre im Köcher. Auch die Ortung des Smartphones stellt mittlerweile kein Problem mehr da. Über die Website www.icloud.com/#find und mit der Apple-ID können jederzeit die Koordinaten abgefragt werden.

Geht das Smartphone verloren, kommt schnell die Verzweiflung, dann die Wut. Finanzieller Verlust, verlorene Daten und das Gefühl, ein Fremder dringt in die Privatsphäre ein lassen die Emotionen hochkochen.

Eine letzte Rettung für verzweifelte Android-User in der nackten Stunde ohne Smartphone ist die App „Plan B“. Diese App ist vergleichsweise schlank und funktionsarm, aber punktet mit einer ganz besonderen Fähigkeit: Sie kann auch dann noch installiert werden, wenn das Gerät bereits geklaut ist. Nach der Ferninstallation von einem anderen Gerät aus sendet das verlorene Telefon automatisch eine E-Mail mit dem GPS-Standpunkt. Weitere nützliche Funktionen wie die Kamerabedienung oder das Mithören von Gesprächen ist allerdings nicht möglich. Diese App ist die letzte Hoffnung.

Ob sich technisch versierte Diebe oder spezialisierte Hehler von den neuen Standard-Sicherheitssystemen oder von ausgefeilten Apps dauerhaft abschrecken lassen, darf bezweifelt werden. Zumindest um Gelegenheitsdieben das Leben etwas schwerer zu machen, reichen die Funktionen vermutlich aber aus.

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