Präsentation ohne Marktstart Wenn die neuen Produkte noch nicht zu kaufen sind

Egal ob im Hardware- oder Software-Bereich: Häufig kündigen Firmen aufmerksamkeitsstark neue Produkte oder Dienste an, auf die Konsumenten und Nutzer dann noch Monate oder länger warten müssen. In vielen Fällen schaden sie sich dabei.

Foto Andrew House, Präsident von Sony Computer Entertainment Quelle: REUTERS

Am Donnerstag präsentierte Sony die PlayStation 4. Oder zumindest Pläne, die vierte Generation der Spielkonsole tatsächlich auf den Markt bringen zu wollen. Das Produkt selbst wurde nicht gezeigt. Auch zum Preis und zum genauen Veröffentlichungstermin gab es keine genauen Informationen. Von einem wagen US-Start zum Weihnachtsgeschäft 2013 war die Rede. Die Konsole jetzt schon vorzustellen, sei angesichts der fehlenden Details eindeutig zu früh, so die Meinung von Kritikern – besonders in Anbetracht der Tatsache, dass seit dem Release des Vorgängermodells bereits sieben Jahre verstrichen sind.

Ein paar Monate mehr oder weniger hätten da keinen großen Unterschied gemacht, so der Tenor. Click here to find out more!

Das Phänomen voreiliger Produktpräsentationen ist in einer Zeit, in der Technologiefirmen wie Popstars gefeiert werden und in einem von immer schneller drehenden Innovationszyklen geprägten globalen Wettbewerb miteinander stehen, eher die Regel als die Ausnahme. Im Hardwarebereich, aber auch im Software- und Websegment. In den meisten Fällen jedoch schneiden sich die Unternehmen ins eigene Fleisch, wenn sie der Presse überhastet neue Produkte und Dienste vorstellen, die dann noch viele Monate auf sich warten lassen.

Googles Pixel-Chromebook gibt es sofort

Wie man es besser macht, zeigt Google einen Tag nach dem Sony-Event: Einige Wochen, nachdem erste Gerüchte zu einem High-End-Chromebook namens “Pixel” im Netz auftauchten, bestätigte der Internetkonzern in der Nacht die Meldungen zu besagtem Gerät. Pixel existiert wirklich, und es wird ab sofort in den USA und Großbritannien im Google Play Store angeboten. Von der Produkt-Vorstellung bis zur tatsächlichen Verfügbarkeit in den zwei vorläufigen Chromebook-Kernmärkten vergingen maximal einige Stunden.

Auch Apple ist bekannt dafür, zwischen seinen vielbeachteten Keynotes und den Verkaufsdebüts der dort gezeigten Neuheiten so wenig Zeit wie möglich verstreichen zu lassen, meist nur einige wenige Wochen – diese werden schlicht dafür benötigt, die Produkte zu den Händlern zu befördern und das Personal in den Geschäften zu schulen. Damit kann erst begonnen werden, nachdem die Öffentlichkeit von Apple über die neuen Geräte informiert wurde.

Mit jedem im Vorfeld eingeweihten Nicht-Apple-Mitarbeiter wächst das Risiko unkontrollierter “Leaks”, die im Gegensatz zu den kontrollierten Informationshäppchen, die von dem Unternehmen mitunter schon Monate vor der offiziellen Bekanntgabe gezielt und als Gerüchte getarnt lanciert werden, um jeden Preis vermieden werden sollen. Beobachtet man die zahlreichen pompösen Produktveranstaltungen einschlägiger Elektronik- und Internetfirmen der letzten Zeit, so fallen diese immer in eine von zwei Kategorien: Produktpräsentationen zum Launch und strategische Produktpräsentationen ohne Launch.

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