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Roboter erobern den Herd Die Küche von morgen kocht selbst

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Die Küche kocht

Die wahre Revolution am Herd aber dürften Geräte wie der Roboter von Moley Robotics auslösen, die ganz von selbst kochen. Sie sind näher an der Realität, als es scheint. Schon jetzt mixen etwa Maschinen Cocktails (Somabar) oder brauen Bier (Brew Bot). 3-D-Drucker, vom niederländischen Start-up 3-D by Flow oder dem US-Anbieter 3-D Systems, schichten schon aus Teig Pasta und aus flüssiger Schokolade Desserts in gewagten Formen aufeinander.

Und auch die jüngste Version des Kochapparats Thermomix vom Wuppertaler Traditionshersteller Vorwerk verkauft sich bereits bestens. Das Tischgerät synchronisiert Rezepte mit einem Online-Kochbuch und übernimmt anschließend viele Zubereitungsschritte selbst: Es mixt und mahlt, zerkleinert und püriert, dünstet und kocht und erkennt dank Software und Sensoren, wann das Essen fertig ist.

Spaghetti Bolognese aus der Kapsel

Das israelische Start-up Genie hat das Konzept noch weiter getrieben. Sein Automat erinnert an das Konzept von Kaffeemaschinen, die mit Kapseln oder Pads arbeiten. Bei der Instant-Kochmaschine reicht es, gefriergetrocknete Zutaten in eine Öffnung des Geräts zu stecken, dann legt der Robo-Koch los. Couscous mit Gemüse, Hühnchen an Reis oder Spaghetti Bolognese – all das lässt sich mit dem Schnellkocher in weniger als einer Minute zubereiten. Noch in diesem Sommer soll der Automat in Israel auf den Markt kommen, zu Preisen von „ein paar Hundert Dollar“, so Mitentwicklerin Ayelet Carasso.

In Arbeit
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Der deutsche Hausgerätehersteller Miele paart Küchentechnik sogar schon mit künstlicher Intelligenz. Auf der Elektronikmesse CES hat Miele zu Jahresbeginn seinen vernetzten Herd HR 1956 vorgestellt. Das rund 14.000 Euro teure Luxusküchenmöbel verbindet sich per WLAN mit dem Internet und kann sogar mit IBMs Supercomputer Watson kommunizieren. Der hat 9000 Kochrezepte studiert und kann nun im „Überrasch mich“-Modus neue Gerichte kreieren – je nach Gusto eher klassische Rezepte oder solche mit mehr Überraschungspotenzial. Bestätigt der Nutzer den Vorschlag, startet der Miele-Ofen selbst das passende Garprogramm.

Eine Auswahl der Kreationen, die der Supercomputer als Küchenchef ersonnen hat, hat IBM mittlerweile als Kochbuch herausgebracht. Etwa marokkanisches Mandel-Curry, belgischer Speck-Pudding oder tschechisches Schweinebauch-Moussaka.

Wer also probieren will, wie die Küche der Zukunft schmeckt, kann die Rezepte schon heute vorkochen.

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