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Smartes Business-Tool 48 Stunden mit dem neuen Blackberry Z10

Es ist vor allem eine Frage, wenn ein neues Smartphone der Oberklasse auf den Markt kommt, die sofort jeder stellt: „Ist es besser oder schlechter als das iPhone“. Und jetzt, als ich das erste Testgerät des vor wenigen Tagen vorgestellten Blackberry-Top-Modells Z10 in die Redaktion bringe, ist es nicht anders. Über allem schwebt das i-Dings, als wäre es die Messlatte für Perfektion.

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So sehen die neuen Blackberrys aus
Eines mit Tastatur, eines ohne: Blackberry-Chef Thorsten Heins hat zwei neue Smartphones vorgestellt. Das Q10 (r.) hat – wie bei Blackberry bislang üblich – Tasten, das Z10 einen Touchscreen. Quelle: dapd
Großes Interesse: Bei den Präsentationen in New York und diversen anderen Metropolen schauten sich hunderte Journalisten, Analysten und Fans die neuen Geräte an. Quelle: rtr
Neue Geräte, neuer Name: Die ganze Firma benennt sich um und heißt künftig wie ihr bekanntestes Produkt. Quelle: dapd
Das Herzstück der neuen Geräte: Der kanadische Hersteller hat das neue Betriebssystem Blackberry 10 komplett neu entwickelt. Es soll für Arbeit und Freizeit zugleich geeignet sein. „One device for work and play“, lautet das neue Blackberry-Motto. Quelle: dpa
Zum Start des neuen Betriebssystems stehen mehr als 70.000 Apps bereit, unter anderem Facebook, Twitter, das Spiel Angry Birds und die Kommunikationsanwendungen Skype und WhatsApp. Quelle: dpa
Die Marke Blackberry soll künftig auch für Lifestyle und Freizeit stehen – auf der Online-Plattform Blackberry World gibt es künftig nicht nur Apps, sondern auch Musik und Videos. Quelle: dapd
Das Smartphone als Konsole: Das Z10 eignet sich auch für Computerspiele, hier der Ego-Shooter „Nova“, übertragen auf einen Fernseher. Quelle: dapd

Um es vorweg zu nehmen, das Z10 ist weder durchweg „besser“ noch konsequent „schlechter“ als Apples Trendsetter. Der neue Blackberry ist vor allem „anders“ – und das ist gut so. Wo das so ist, und was die Nutzer davon haben, dazu ein paar Beispiele aus meinen ersten Erfahrungen mit dem Gerät:

 

Hardware und Ausstattung:

Das Blackberry ist vor allem bedingt durch den etwas größeren Bildschirm – 4,2 statt 4 Zoll Diagonale – auch etwas größer geraten. Das wirkt sich auch beim Gewicht aus. Mit rund 138 Gramm ist es 26 Gramm schwerer als das Apple-Handy, aber alles andere als ein Klotz.

Dass die kanadischen Entwickler nicht an der falschen Stelle geizen und zugunsten ein paar gesparter Gramm Gewicht beim Material sparen wollten, wirkt sich positiv auf die Verarbeitung aus. Das Z10 liegt fest und stabil in der Hand, da knackt und wackelt nichts. Die verwendeten Materialien wirken gleichermaßen wertig und auch für den harten Alltagseinsatz gerüstet – vom robusten Gehäuserahmen bis zum gummierten Kunststoffdeckel auf der Rückseite, unter dem sich der auswechselbare Akku und CD-Erweiterungssteckplatz verbirgt.

Damit liegt das neue Blackberry mindestens auf dem Qualitätsniveau des iPhone, bei der Flexibilität lässt es das Apple-Handy hinter sich. Umso mehr, als sich der Newcomer über einen integrierten HDMI-Mini-Stecker auch als Zuspieler für TV-Geräte und ähnliches verwenden lässt.

Das ist kein Problem, weil die Auflösung des Gerätes mit bemerkenswerten 1280x768 Bildpunkten nicht nur die eines Mittelklasse-Fernsehers mit HDready-Auflösung sogar noch leicht übersteigt. Der Bildschirm des Z10 ist zudem noch mal mehr als 35 Prozent feiner aufgelöst als das für sein Retina-Display so oft gelobte iPhone. Und in der Tat, die Darstellungsqualität des Bildschirms ist beeindruckend, selbst keine Details oder Schriften erscheinen gestochen scharf. Hier legt Blackberry die Messlatte fürs iPhone deutlich zu hoch.

Bei der Kamera tun sich beide Kontrahenten nicht viel. Nominelle acht Megapixel Auflösung bieten beide, Videos in Full-HD-Qualität 1080p zeichnen ebenfalls beide auf. Und auch die ersten Vergleichsbilder scheinen sich in der Qualität nicht signifikant zu unterscheiden. Das muss ich mir noch mal im Detail ansehen. Aber schon jetzt ist klar, für Schnappschüsse bei leidlich ordentlicher Beleuchtung brauchen Besitzer von iPhone und Z10 gleichermaßen keinen klassischen Fotoapparat mehr mitnehmen.

Software und Bedienung

Blackberry 10 gleich zwei Mal

Deutlich größer sind die Unterschiede bei der Programmvielfalt und – ganz besonders – beim Bedienkonzept. Ziemlich eindeutig ist die Dominanz des iPhone bei der Zahl der Apps. An seine Hunderttausenden von Mikroprogrammen reicht die neue App World des Blackberry noch lange nicht heran – selbst wenn die Entwickler zum Start auf immerhin bemerkenswerte 70.000 für die neue Plattform verfügbare Progrämmchen verweisen. Und von denen sind, wie findige Analytiker schnell entdeckt haben, recht viele auch noch ursprünglich für Android entwickelt und dann nur an die neue Plattform angepasst worden.

Doch die schiere Menge sagt weniger aus, als sie vermuten ließe. Denn Masse heißt eben nicht Klasse. Und so fragen nicht nur die Kollegen von heise.de „wie viele Taschenlampen-Apps braucht die Welt?“ beziehungsweise amüsieren sich über „die ‘Experten‘, die [die] virtuellen Furzkissen in der App World“ zählen. Trotzdem ist natürlich klar, dass sich in der Flut der iPhone-Welt – insbesondere für einzelne Berufsgruppen oder Spezialisten – sicher noch App-Schätzchen verbergen, auf die die Blackberry-Fraktion noch Jahre wird warten müssen.

Für Durchschnitts-Nutzer wie mich aber fand sich auf den ersten Blick schon eine Menge nützlicher Kleinigkeiten, vom Währungsumrechner bis zur Lufthansa-App. Was mir beispielsweise – noch – fehlt ist der Bahn-Navigator der Deutschen Bahn oder die Google Maps. Abhilfe schafft bei letzterem zumindest die Karten-App von Nokia, die sich im App-Store findet. Und den Wegweiser zur Bahn bietet natürlich auch die Option, deren mobile Webseite im Browser aufzurufen und als Link auf den Startbildschirm zu legen. 

Das können die aktuellen Smartphones
LG G4LG Electronics hat am 28. April sein neues Flaggschiff G4 vorgestellt. Punkten wollen die Koreaner etwa mit einer innovativen Kamera, die 80 Prozent mehr Licht auf den Bildsensor leitet als beim Vorgänger-Modell. 16 Megapixel Auflösung und ein weiterentwickelter Bildstabilisator sollen für hochwertige Fotos sorgen. Für gute Selfies ist eine acht MP Frontkamera verbaut. Damit dafür auch genügend Speicherplatz zur Verfügung steht, kommt das LG 4 mit 32 GB internem Speicher daher, der durch eine MicroSD-Karte auf bis zu zwei Terabyte erweitert werden kann. Der Bildschirm ist 5,5 Zoll groß und soll deutlich heller und kontraststärker sein, als das Vorgängermodell, zudem bietet er laut LG eine bessere Farbtreue und Berührungsempfindlichkeit. Pluspunkt: Der Akku ist austauschbar, er bringt 3000 mAh Leistung. Als Prozessor ist ein 808 Snapdragon an Bord. Das Gerät wird in verschiedenen Materialien erhältlich sein: Es gibt eine Leder-Variante und eine Ceramic-Version (hier im Bild) jeweils in mehreren Farben. Ein Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. Quelle: Presse
Sony Xperia Z4 Quelle: REUTERS
Huawei P8Ein neues Design und eine leistungsstarke Kamera - mit diesen Features kann das neue P8 von Huawei die Kritiker überzeigen. Es ist billiger als die Konkurrenz von Apple und verspricht in etwa die gleiche Leistung. Das Smartphone gibt es in Grau, Champagner, Weiß und Gold. Jedes zweite Smartphone in Deutschland ist aktuell ein Samsung-Gerät. Nur jedes vierte Smartphone in Deutschland ist derzeit ein iPhone. Geräte der Hersteller Sony, Nokia, HTC, LG und Huawei hingegen spielen unter deutschen Smartphone-Nutzern kaum eine Rolle. Quelle: Presse
Xiaomi Mi Notes Der chinesische Smartphonehersteller Xiaomi hat am 15. Januar die Oberklasse-Smartphones Mi Note und Mi Note Pro vorgestellt, die dem iPhone 6 in den USA Konkurrenz machen sollen. Das Display des Mi Note schlägt das iPhone 6 mit 5,7 Zoll zu 5,5 Zoll, der Bildschirm hat eine Pixeldichte von 386 ppi und ein LCD-Panel für einen höheren Kontrast. Die Kamera an der Rückseite verfügt über 13 Megapixel, die an der Vorderseite über vier Megapixel. Der interne Speicher fasst 16 GByte und lässt sich nicht per microSD-Karte erweitern. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 319 Euro. o Das Mi Note Pro kostet 458 Euro, ist aber auch noch etwas besser ausgestattet: Die Pixeldichte beträgt 515 ppi, das Speichervolumen 64-GByte. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy A7Samsung hat mit dem A7 ein superflaches und nur 141 Gramm schweres Smartphone in Alu-Gehäuse vorgestellt. Mit 6,3 Millimetern ist es noch dünner als das aktuelle iPhone 6 mit 6,9 Millimetern. Es sei eines der flachsten Samsung-Smartphones aller Zeiten, teilte der Hersteller in seinem Blog mit. Das Handy hat ein 5,5 Zoll großes Super Amoled Display. Als Betriebssystem ist Android KitKat (4.4) an Bord. Samsung verspricht mit acht leistungsstarken Prozessoren flüssiges Surfen und Nutzen von Apps, vor allem für den Austausch in den Sozialen Medien. Eine 5-Megapixel-Frontkamera sorgt für Selfies in ordentlicher Qualität, deutlich stärker ist die Kamera an der Rückseite mit 13 Megapixeln. Für bessere Selfies ist der "Auto Selfie"-Modus da, mit dem per Sprachbefehl oder einem Wink mit der Hand die Kamera ausgelöst werden kann. Ein 2600 mAh starker Akku soll für Ausdauer sorgen. Wie bei Samsung üblich, wurde sich über Preis und Marktstart noch ausgeschwiegen. Händler und IT-Portale vermuten, dass das Smartphone gegen Ende des ersten Quartals für um die 500 Euro in die Läden kommen wird. Quelle: Samsung
Samsung Galaxy Note 4 LTE-A Quelle: AP
Samsung Galaxy A5 und A3Samsung hat die neue A-Serie vorgestellt. Die Smartphones haben ein Metallgehäuse; beide sind mit einer 5-Megapixel-Frontkamera ausgerüstet, um gute Selfies machen zu können. Passend dazu ist die neueste Kamera-Software an Bord, die mit dem Galaxy Note 4 eingeführt wurde und verschiedene spezielle Selfie-Einstellungen ermöglicht. Das A5 (im Bild) ist das größere, es kommt einem 5-Zoll-Display, 2 GB Arbeitsspeicher, einer 13-Megapixel-Kamera an der Rückseite und einem 2300 mAh starken Akku in den Handel. Der kleine Bruder A3 ist die abgespeckte Version mit einem 4,5-Zoll-Display, 1 GB Arbeitsspeicher, 6-Megapixel-Rückkamera und einem nur 1900 mAh starken Akku. Beide Smartphones laufen auf Android KitKat (4.4) und bringen NFC und LTE mit. Preis: noch unbekannt. Ab November sollen die Smartphones in Weiß, Schwarz, Silber, Pink und Blau verfügbar sein. Quelle: Samsung

Womit wir endlich bei der Frage wären, wie sehr sich denn die Geräte in ihren Bedienungskonzepten unterscheiden, denn etwa die Möglichkeit, Links auf den Startbildschirm zu legen, die bietet auch Apple.

Abgesehen davon aber sind die Unterschiede groß. Und genau hier liegt auch die Chance, die Blackberry mit seinen neuen Geräten hat. Gerade in die Steuerung ihrer Smartphones haben die Kanadier besonders viel Hirnschmalz investiert. Das macht den Umgang mit dem Z10 für einen iPhone- oder Android-Umsteiger zunächst etwas gewöhnungsbedürftig – auf Dauer aber signifikant produktiver.

Das beginnt damit, dass alle wichtigen Smartphone-Funktionen mit einer guten Handvoll Daumenbewegungen auf dem Touch-Screen gesteuert werden können. Das beginnt mit der Navigation durch die Apps und reicht bis zum Wechsel zwischen verschiedenen Anwendungen. Die sind übrigens tatsächlich multitaskingfähig: Wer während eines laufenden Videotelefonates beispielsweise einen kurzen Blick auf eine E-Mail werfen will, deren Empfang das Z10 nebenbei angezeigt hat, der macht das ruckelfrei und mit nur einer Daumengeste, ohne das Video verlassen zu müssen. Gegen die Leichtigkeit dieses Wischens übers Display wirkt der Doppelklick auf die Starttaste des iPhone, die Suche nach der im Hintergrund ruhenden App, deren Aufruf und die ganze Prozedur beim Rückweg zum Ausgangspunkt schlagartig extrem aufwändig.

Mit einem Daumenstreich zum Hub

An welchen Baustellen Blackberry gescheitert ist
Blackberry macht eine überraschende Kehrtwende im Überlebenskampf: Der notleidende Smartphone-Pionier hat seinen geplanten Verkauf am 4. November 2011 abgesagt, Konzernchef Thorsten Heins geht. Geldgeber um die kanadische Finanzfirma Fairfax Financial wollen nun eine Milliarde Dollar in das Unternehmen stecken, statt es wie ursprünglich geplant zu übernehmen. Der aus Deutschland stammende Heins nimmt seinen Hut, sobald die Finanzspritze eingegangen ist. Quelle: dpa
Blackberry hatte sich nach hohen Verlusten im August selbst zum Verkauf gestellt. Fairfax Financial hatte bereits den grundsätzlichen Zuschlag für 4,7 Milliarden Dollar erhalten. Doch in den ersten Novembertagen mehrten sich die Anzeichen, dass die Finanzfirma das Geld für eine komplette Übernahme nicht zusammenbekommt. Auch die beiden Blackberry-Mitgründer Michael Lazaridis und Doug Fregin arbeiteten im Hintergrund an einem Gebot. Blackberry soll dem „Wall Street Journal“ zufolge sogar mit dem Online-Netzwerk Facebook gesprochen haben. Dagegen hätten der Software-Riese Oracle und das Karriere-Netzwerk LinkedIn sich gar nicht erst auf ein Treffen eingelassen. Quelle: REUTERS
Als RIM-Chef Thorsten Heins im Januar 2012 den Chefposten bei Blackberry übernahm, war der Konzern bereits in einem schlechten Zustand. Die Aktie hatte 2011 drei Viertel ihres Werts verloren, die Marktanteile waren rapide gesunken, der Konzern hatte hohe Verluste eingefahren. Quelle: REUTERS
Gründe gab es dafür viele. Der wohl schwerwiegendste Fehler geht auf das Konto von Gründer Mike Lazaridis und seinem Partner Jim Balsillie, der 1992 zu Blackberry kam. Beide hatten die Konkurrenz völlig unterschätzt. Als 2007 Apple mit dem iPhone auf den Markt kam, konnten sich die beiden Manager nicht vorstellen, dass sich tastenlose Handys mit großem Display durchsetzen würden. Quelle: REUTERS
Vielleicht waren die Blackberry-Chefs zu geblendet vom Coolness-Faktor, den Blackberry jahrelang zweifellos hatte. In der Welt der Nadelstreifen, als ein Mobilfunkvertrag noch etwas Elitäres war und sich teure Datenverträge ohnehin nur Manager leisten konnten, die vor dem Einstieg in den Privatjet schnell noch mal die E-Mails checkten, war Blackberry das Kommunikationsgerät schlechthin. Doch... Quelle: dapd
.... mit Aufkommen des iPhones (im Bild ist das neue iPhone 5s zu sehen) wollten auch Privatnutzer ein Smartphone - zum Musikhören, Fotos machen und im Internet surfen. Blackberry verpasste die veränderten Nutzergewohnheiten. Die Verbraucher brachten deshalb lieber ihr neues Spielzeug, das iPhone, mit ins Büro. Am Ende musste RIM dann neben Apple auch noch Android-Geräte vorbeiziehen lassen. Auch beim Design verlor RIM in dieser Zeit den Anschluss. Quelle: AP
Nächste große Panne: Beim Thema Apps zögerte RIM viel zu lange. Der Einstieg in den Markt für Software-Apps erfolgte erst spät mit der fünften Version des Betriebssystems. Die Vielfalt der Blackberry-Modelle mit und ohne Tastatur und verschiedenen Bildschirmgrößen macht es für Software-Hersteller zudem extrem kompliziert, für Blackberry zu programmieren. Quelle: REUTERS

 

Und diese Fokussierung auf schlüssige, schnelle Bedienfolgen, die findet sich beim neuen Blackberry an fast jeder Stelle. Vor allem aber bei der traditionellen Paradedisziplin dem Managen von Nachrichten – die übrigens nicht nur aus fast beliebigen privaten oder beruflichen E-Mail-Quellen stammen dürfen, sondern auch aus Sozialen Netzen wie Facebook, Twitter oder LinkedIn. Alle Quellen für das neue Blackberry 10 genannte Betriebssystem an einer Stelle zusammen, im sogenannten Blackberry Hub.

Und egal, was der Nutzer gerade mit seinem Gerät anstellt, ein Daumenstreich reicht, um zum Hub zu gelangen und zu sehen, was an Neuheiten eingegangen ist, welche Aufgaben der Erledigung harren oder welche Termine als nächstes anstehen. Was immer der Nutzer anstellen will, alles ist mit wenigen Fingerbewegungen übers gehärtete Glas des Display in kürzester Zeit erreichbar.

Wer etwa einen neuen Termin anlegen oder einen Gast zu einem bestehenden hinzufügen will, der braucht – bis zur eigentlichen Eingabe von Details wie Ort oder Namen – den Finger gar nicht mehr vom Glas zu nehmen. So schnell und stringent habe ich das (abgesehen vielleicht vom leider erfolglosen webOS) noch bei keinem Smartphone-Betriebssystem umgesetzt gesehen. Und es ist mit Sicherheit eine der herausragenden Eigenschaften, mit denen Blackberry bei professionellen Nutzern wird Punkten können.

Hier zeigt sich übrigens auch, dass sowohl iOS als auch Android in der Bedienphiliosophie eben locker fünf und mehr Jahre alt sind. Damals lag der Fokus der Geräte Steuerung vor allem (und zu Recht) auf der intuitiven Steuerung von einzelnen Applikationen im Gerät. Dass der moderne, vielfach vernetze Benutzer einmal zig Anwendungen verschränkt nutzen und sein Tun zudem kontinuierlich auch über Soziale Netze mit dem Rest der Welt teilen wird, das war kein dominierendes Thema als Apple oder Google ihre Mobilfunk-Betriebssysteme konzipiert beziehungsweise zur Marktreife gebracht haben. Viele Funktionen (wie etwa der Wechsel zwischen Apps) haben die Etablierten mit neuen Softwareversionen nachgerüstet. Aber es ist einfach augenfällig (und im besten Wortsinne spürbar), dass es Anbauten sind und – anders als bei Blackberry 10 – kein neu durchdachtes System aus einem Guss.

 

Fazit

In Arbeit
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Wird das ausreichen, um den Blackberrys ein Überleben zu sichern? Oder erleiden sie das gleiche Schicksal wie webOS, dass viele Fachleute für das überlegenere Smartphone-Betriebssystem hielten, dass aber der Hersteller nicht (mehr) rechtzeitig auf den Markt brachte, um damit noch erfolgreich zu werden?

Ich wage keine Wette, denn über Erfolg und Misserfolg entscheiden eben auch eher weiche Faktoren wie Image allgemein oder Coolness (im Besonderen bei Apple). Und da muss sich erst zeigen, ob es dem nun konsequent zu Blackberry umbenannten Unternehmen gelingt, das in den vergangenen Quartalen entstandene Verlierer-Image loszuwerden.

Innovativ genug, ist das Z10 auf jeden Fall – und für viele, die eigentlich der angegrauten Blackberry-Plattform schon abgeschworen haben, mindestens einen ersten, zweiten und dritten Blick wert.

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