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Software Cloud Computing etabliert sich als Alternative

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Cloud-Computing-Lösungen

Folglich setzte SAP auf die Neuentwicklung eines echten Mittelstandsprodukts. Doch die erwies sich als ambitionierter als erwartet, dauerte mehr als acht Jahre und verschlang dabei geschätzt mehr als eine Milliarde Euro Entwicklungskosten. Zu allem Überfluss beurteilten Analysten das Produkt beim Marktstart Mitte 2010 als nicht sonderlich ausgereift. Doch das hat sich geändert: „Ich würde jedem Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor raten, Business By Design auszuprobieren. Es ist eine runde Lösung, hat ein gutes Modul für das elektronische Kundenmanagement und für das Projektgeschäft. Zudem verfügt die Software über gute Schnittstellen zur Personalverwaltung“, urteilt Berater Naujoks.

Deutlich länger werden hingegen klassische produzierende Unternehmen auf Cloud-Angebote warten müssen. Nach Einschätzung von Experten wird es noch rund fünf Jahre dauern, bis sie ihre Software zur Fertigungssteuerung komplett durch Internet-Programme ersetzen können. Zu komplex sind die Prozesse, als dass sie bereits jetzt durch standardisierte kaufmännische Software aus dem Internet abgebildet werden könnten.

Das deckt sich mit einer aktuellen Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom und der Beratung Deloitte über Cloud Computing in Deutschland. Demnach laufen die meisten Cloud-Projekte aktuell und in den kommenden zwölf Monaten in Bereichen mit standardisierten Prozessen wie IT, Vertrieb, Service und Marketing (siehe Grafik).

Warum das so ist, zeigt das Beispiel SAP: Nach Unternehmensangaben setzen inzwischen rund 250 Kunden Business By Design ein. Aber erst die jüngst veröffentlichte Version 2.6 des Produkts enthält ein sogenanntes Software-Erweiterungs-Kit. „Damit können SAP-Partner spezielle Branchenlösungen oder sonstige Zusatzlösungen für Business By Design entwickeln“, sagt Rainer Zinow, SAP-Verantwortlicher für die Mittelstandssoftware.

Die ersten verfügbaren Funktionen werden wahrscheinlich Anbindungen an Drittlösungen wie etwa Finanz- oder Analysesoftware sein sowie Reports oder Formulare. Später sollen auch umfassende industriespezifische Branchenlösungen hinzukommen. In der Version 2.6 bereits jetzt möglich sind etwa die Anbindung von Apple iPhones, iPads sowie Blackberry-Smartphones an die Software.

Ballmer forciert das Thema

Auch SAP-Wettbewerber Microsoft ist in Sachen Cloud aktiv, Vorstandschef Steve Ballmer forciert das Thema. Der US-Konzern fokussiert seine Bemühungen bis dato auf vier Bereiche: Das Cloud-Betriebssystem Azure, eine Software für das Kundenmanagement (CRM), die Unternehmenslösung Business Productivity Online Standard Suite (BPOS) zur webbasierten Zusammenarbeit sowie die Bürosoftware Office 365.

Getreu dem Motto „vom Kleinen ins Große“ versucht man auch hier, mit einfacheren Standardprodukten den aufwendigeren Lösungen den Markt zu ebnen – offensichtlich mit Erfolg: „Wir -haben innerhalb eines Jahres 1600 Vertriebs- und Entwicklungspartner in Deutschland für BPOS gewinnen können. Zudem haben sich in den drei Wochen seit dem Verkaufsstart von Cloud-CRM 500 Kunden in Deutschland dafür entschieden“, sagt Martin Berchtenbreiter, verantwortlich für die Geschäfte der Mittelstands- und Partnerorganisation von Microsoft in Deutschland. Vom CRM-Geschäft in der Wolke erwartet Berchtenbreiter auch langfristig „dreistellige Wachstumsraten“ und verspricht sich ebenso viel vom Start von Office 365, das aktuell noch weltweit im Teststadium ist.

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