WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Wiwo Web Push

Software Cloud Computing etabliert sich als Alternative

Seite 3/4

Cloud 3 Quelle: Nicholas Blechman

Dass sich die IT-Dickschiffe wie SAP oder Microsoft erst einmal auf Teilbereiche konzentrieren, hat für Anwender und Marktvielfalt einen positiven Effekt: Allerorts bieten spannende neue Player innovative Produkte an.

Ein Beispiel ist die Bonner Scopevisio, die bereits viel Erfahrung im Markt für Unternehmenssoftware mitbringt. Die Gründer Jörg Haas und Rüdiger Wilbert hatten in den Neunzigerjahren die GWI in die Top Fünf der deutschen Softwarehäuser geführt. 2004 verkauften sie den Spezialisten für Krankenhaussoftware an die Agfa-Gevaert-Gruppe. Ein Teil der Erlöse fließt über ihre Investmentgesellschaft HW Partners in die Scopevisio, die 2006 gegründet wurde. 40 Mitarbeiter beschäftigt der rheinische Cloud-Anbieter, von denen mehr als 30 in der Entwicklung arbeiten. 25 Millionen Euro wurden bislang in Scope-visio investiert, „und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange“, sagt Vertriebsvorstand Michael Rosbach.

Angebot für Millionen Kleingewerbler und Freiberufler

Mit dem Geld ist bei den Bonnern ein rundum neu entwickeltes kaufmännisches Cloud-Angebot entstanden, das sich vor allem an die vielen Millionen Kleingewerbler, Freiberufler und kleineren GmbHs in Deutschland richtet, aber qualitativ mit Angeboten für Großunternehmen mithalten soll. Mit ihrem Mix aus Buchhaltung, Rechnungssoftware, Kundenmanagement-Modul und Projektmanagementsoftware will Scopevisio in zwei bis drei Jahren den Break-even erreichen, eine Kundenzahl im siebenstelligen Bereich schaffen und 2016 schon 75 Millionen Euro Umsatz erzielen.

Im zweiten Quartal 2011 sollen erste Branchenlösungen an den Start gehen: eine für Vereine, eine für das Gesundheitswesen. „Wir verzichten auf einen Außendienst, vertreiben nur über das Web“, gibt Vorstand Rosbach die Cloud-puristische Strategie des Unternehmens vor.

In ganz andere Bereiche der Unternehmens-IT dringt Visionapp vor. 2007 aus einem Management-Buy-out der Dresdner Bank entstanden, widmet sich dieser Cloud-Spezialist vor allem der IT-Infrastruktur. So liefert eine Cloud, die das Unternehmen für T-Systems betreibt, 20 000 kleinen und mittelständischen Unternehmen Softwareanwendungen ins Haus, „und das hochgradig abgesichert und zuverlässig“, sagt Visionapp-CEO Jürgen Gallmann – und straft damit Kritiker Lügen, die gebetsmühlenartig die -vermeintliche Unsicherheit des Cloud Computings rügen.

IT-Kosten sparen

Gallmann war zuletzt Vorsitzender der Geschäftsführung beim Telekomanbieter Avaya Deutschland mit Sitz in Frankfurt und zeichnete davor für das hiesige Geschäft von Microsoft verantwortlich. „Wir sparen den Unternehmen durch unseren Ansatz zwischen 15 und 35 Prozent der IT-Betriebskosten“, sagt Gallmann. Offenbar ist das für viele Kunden verlockend. Allein 2010 ist Visionapp laut Gallmann um 50 Prozent gewachsen. Und seine Zukunftspläne sind noch ambitionierter: Den Umsatz von derzeit 30 Millionen Euro will Gallmann bis 2014 auf „100 Millionen und mehr“ steigern.

Bis es bei Visionapp und den Wettbewerbern so weit ist, müssen allerdings noch ein paar Unwägbarkeiten aus dem Weg geräumt werden – vor allem rechtliche und kaufmännische. Problem Recht: „Wie so oft laufen Juristen den technischen Trends hinterher. Juristisch gesehen stehen wir beim Cloud Computing noch ganz am Anfang“, sagt Rechtsanwalt und IT-Experte Christian Solmecke aus Köln. „Die größte Hürde ist dabei das Datenschutzrecht. Für die vielen Cloud-Dienste sehe ich hier derzeit leider kaum eine Möglichkeit, sich rechtskonform zu verhalten.“

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%