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Software Cloud Computing etabliert sich als Alternative

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Cloud 2 Quelle: Nicholas Blechman

Das gilt vor allem, wenn Unternehmen auch Kundendaten in die Wolke schieben, sie also etwa im Rechenzentrum eines Dienstleisters wie SAP speichern. „Wenn solche Daten an Dritte weitergegeben werden, müssen die Kunden damit einverstanden sein“, sagt Solmecke. „Die Weitergabe von Kundendaten in eine nicht näher definierte ,Wolke‘ sehe ich als eines der wichtigsten ungelösten datenschutzrechtlichen Probleme beim Cloud Computing.“

Nach geltendem Datenschutzrecht müsse ein Unternehmen seinen Kunden jederzeit mitteilen, wer ihre Daten wie und wo verwalte, so der Rechtsanwalt. Nur: Weiß das Unternehmen jederzeit, wo der IT-Dienstleister seine spezielle Cloud-Software laufen lässt? Daher ist es laut Solmecke wichtig, bei der Wahl eines Cloud-Partners einen deutschen Anbieter zu wählen, weil dann die Daten im Lande bleiben.

Große Herausforderungen

Wer auf einen US-Anbieter zurückgreift – etwa den Online-Versandhändler Amazon, der Kapazitäten seiner amerikanischen Rechenzentren via Internet vermietet –, sollte prüfen, ob der Partner das Safe-Harbor-Abkommen unterzeichnet hat. Dabei handelt es sich um eine besondere Datenschutz-Vereinbarung zwischen der EU und den USA. „Jene ermöglicht es europäischen Unternehmen, personenbezogene Daten legal in die USA zu übermitteln“, sagt Solmecke. Das Abkommen haben unter anderem die IT-Konzerne Amazon, Microsoft, Google, Hewlett-Packard und Facebook unterschrieben.

Die zweite große Herausforderung bei der internetbasierten IT betrifft die Erlösseite der Anbieter. Große IT-Projekte starten selten unter sechsstelligen Investitionsvolumina und gehen – etwa bei der Installation eines komplexen Softwarepakets zur Unternehmenssteuerung – bis in die Millionen. Dem steht bei Cloud-Software lediglich eine monatliche Miete plus eventuelle Service- und Schulungseinnahmen gegenüber.

Chancen stehen nicht schlecht

Dies erfährt derzeit schmerzlich der amerikanische Cloud-Pionier Salesforce. Dort betragen die Vertriebs- und Marketingkosten, gemessen am Umsatz, mehr als 40 Prozent. Die operative Marge vor Steuern des ausschließlich Cloud-Produkte anbietenden Unternehmens betrug im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 gerade einmal neun Prozent. Zum Vergleich: Die operative Profitabilität bei SAP, so das Ziel, soll im aktuellen Geschäftsjahr den Vorjahreswert von 31,9 Prozent um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte übersteigen. Mit anderen Worten: Als reiner Cloud-Anbieter muss ein Unternehmen schnell eine kritische Masse an Kunden an Land ziehen.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass eine Vielzahl vor allem mittelständische Unternehmen bald auf die Cloud umsteigen. Unternehmerin Kipping und ihre sechs Mitarbeiter, die die neue Lösung einsetzen, sind zumindest begeistert. Gerade einmal zweieinhalb Tage hat sie gebraucht, um ihren alten Datenbestand in die Cloud-Software zu übertragen. Für Datensicherheit oder Programm-Updates ist nun SAP zuständig. Kipping: „Seitdem schlafe ich bedeutend ruhiger.“

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