Sony Smartwatch 2 Mäßig schlauer Klotz am Arm

Die Computeruhr von Sony ist ein schönes Spielzeug, leider eines mit Ecken und Kanten. Sie zeigt, Smartwatches haben Potenzial, können es aber noch nicht richtig nutzen.

Leider wirkt das Gesamtkonzept von Sonys SmartWatch 2 etwas unfertig. Quelle: Presse

Neue Technik braucht Geduld und Zeit, es dauert, bis sie im Alltag funktioniert. Smartwatches sind ein gutes Beispiel dafür, dass sogenannte Early Adopter leidensfähig sein müssen. Die Uhren sind klotzig und noch lange nicht so leistungsfähig, wie die Hersteller suggerieren.

Sonys SmartWatch 2 ist immerhin schon die zweite Generation, trotzdem wirkt sie unfertig. Das meint nicht billig oder klapprig – Gehäuse, Armband und Knöpfe sind sehr gut verarbeitet. Die Uhr ist spritzwasserdicht und wirkt, wie es im Werbesprech heißt, hochwertig. Unfertig meint das Gesamtkonzept.

Zum einen, weil Computer dann doch noch nicht klein genug sind. Batterie, WLAN-Antenne, berührungsempfindlicher Bildschirm, Rechenkern – das alles braucht noch eine ganze Menge Platz. Die Uhr namens Galaxy Gear von Samsung, die einiges mehr kann als die von Sony, ist dementsprechend noch klobiger.

Zärtlichkeit per Bluetooth
FitbugDas Armband "Fitbug" misst sowohl die Aktivität als auch den Schlaf des Trägers. Die Aktivität wird in normales Gehen und Sport unterschieden. Per Knopfdruck lassen sich die Daten an eine dazugehörige App auf dem Smartphone schicken, wo die gesammelten Daten ausgewertet und visualisiert werden. Der Fitbug des gleichnamigen Startups geht mit einem Kampfpreis von 45 US-Dollar in den Markt. Quelle: dpa
Guard2MeDas Startup Guard2Me hat eine Datenuhr für demenzkranke Menschen im Gepäck. Die Uhr lässt sich per GPS und über Mobilfunknetze finden und auf einer Karte anzeigen. Die Bewegungssensorik misst außerdem, ob eine Person gestürzt ist oder längere Zeit auf dem Boden liegt. Außerdem ist die Uhr mit einer SOS-Taste ausgestattet, über die der Träger Hilfe rufen kann. Zudem sind in der Uhr Name, Adresse, Blutgruppe und wichtige Informationen zu Medikamenten gespeichert. Quelle: dpa
Sony CoreDas "Core" speichert unterschiedliche Lebensgewohnheiten auf einer Android-App namens Lifelog. Gemeint sind die Schritte, die am Tag gegangen werden, die Zeit des Musikhörens, die Schlafstunden und so weiter. Lifelog wandelt die Daten, die per Funk an die App übertragen werden, in Grafiken und Tabellen um. Quelle: AP
E309 von Ares Über einen Zugang zum Google Play Store und einen Steckplatz für eine Mikro-SIM-Karte verfügt diese Uhr, die gleichzeitig wie ein Smartphone eingesetzt werden kann. Das Angebot umfasst dabei auch Karten- und Navigationsdienste, Spiele und Whats App. Wie andere Smartwatches ist sie mit 47,5 mal 42 mal 13 Millimetern recht groß, verfügt dabei aber auch - durch die Mikro-SIM-Karte über die Möglichkeit des Telefonierens. Offenbar hat Ares eine eigene Benutzeroberfläche entwickelt, die aber an die Kacheloptik von Windows 8 erinnert. Quelle: Screenshot
Lifeband TouchLG stellte in Las Vegas das Lifeband Touch vor. Der Fitness-Tracker misst zum Beispiel die tägliche Bewegung und die Kalorien, die am Tag konsumiert wurden. Die Informationen werden sowohl auf einer speziell programmierten App angezeigt, als auch auf dem Armband selbst. Quelle: dpa
TaptapMit dem Taptap Armband lassen sich Berührungen übertragen. Wer den Sensor auf seinem Armband antippt, erzeugt damit automatisch eine Vibration auf dem Armband des Partners. Die Entfernung der Armbänder voneinander spielt dabei keine Rolle, da das Signal über das Internet übertragen wird. Als Brücke dient eine Bluetooth-Verbindung auf dem Smartphone. Die Signale werden dann über eine App an das andere Armband weitergeleitet. Das Partnerarmband kann allerdings auch zu anderen Zwecken eingesetzt werden - zum Beispiel als Vibrationsalarm am Körper, oder beim Sport, um Laufzeiten zu messen. Entwickelt wurde das Produkt von einem internationalen Entwicklerteam, dass unter dem Namen Woodenshark agiert. Für ihr Produkt suchen sie gerade Investoren über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Quelle: kickstarter.com Quelle: Screenshot
Nike Fuel SEDer Sportartikel-Hersteller Nike hat die zweite Generation seines Fuel-Band vorgestellt. Und anders als der Vorgänger, soll das Gadget auch in Deutschland in den Handel kommen. Das Unternehmen hat vor allem an der Verbesserung des Algorithmus gearbeitet. Das Display besteht aus hundert weißen und 20 farbigen LEDs. Der Akku hält nach Herstellerangaben etwa vier Tage durch. Außerdem ist das Armband einigermaßen wasserdicht. Duschen und einen Schauer hält es angeblich aus, beim Schwimmen sollten Sportler es allerdings abnehmen. Auch das Fuel SE stellt per Bluetooth eine Datenverbindung zum Smartphone her. Dabei setzt Nike voll auf Apple. Eine Android-Version ist zum Verkaufsstart am 6. November nicht geplant. Kosten soll das Armband 139 Euro. Quelle: Screenshot


Zum anderen sind viele Apps nicht richtig durchdacht. Das wird bereits bei der Installation deutlich. Die Uhr kann sich über das Protokoll NFC mit einem Android-Smartphone verbinden – im Test war es ein Nexus 4 von Google. Das ist eine gute Idee: Uhr kurz an die Rückseite des Telefons halten, schon steht die Verbindung zwischen beiden.

Das klappt auch auf Anhieb. Aber wer auf seinem Telefon noch nicht die entsprechenden Apps installiert hat, die es zur Steuerung der Uhr braucht, der muss hinten irgendwie die Uhr festhalten und vorne auf dem Handybildschirm herumtippen.
Starren auf den Ladebalken

Überhaupt ist das Installieren der Apps umständlich: Zuerst muss über Google Play ein Programm namens Smart Connect aufs Mobiltelefon geladen werden. Als zweite App braucht es die Sony-Uhrensteuerung namens SmartWatchs SW2. Erst dann können Uhr und Handy wirklich via Bluetooth miteinander reden – was zwingend notwendig ist. Wer nun mehr will, als auf seiner schlauen Uhr die Zeit abzulesen, muss anschließend noch viele einzelne Uhren-Apps herunterladen: eine fürs Musikhören, eine fürs Tweetslesen, eine fürs Telefonieren, eine für den Kalender und so weiter.

Viele davon sind von freien Entwicklern. Aber viele sind auch von Sony selbst. Warum gibt es nicht ein Basis-App-Paket, das die wichtigsten Funktionen enthält? So ist der Nutzer die erste Stunde lang damit beschäftigt, im Playstore ständig auf "herunterladen" zu klicken und dem Ladebalken zuzuschauen.

Die einzelnen Apps tauchen dann weder auf der Uhr noch auf dem Telefon auf, was etwas verwirrend ist. Der Trick: Die Uhr ausschalten und neu starten, dann erscheinen sie auf dem kleinen Bildschirm. Klingt einfach, muss man aber erst einmal drauf kommen.

Joggen macht mit der SmartWatch keinen Spaß

Irgendwie unfertig wirkt die App zur Steuerung des Musikplayers, um ein zugegeben beliebiges Beispiel herauszugreifen. Sie kennt immer nur das gerade aktive Album. Dessen Songs lassen sich auf der Uhr anwählen und starten. Wer aber genug von dem Album hat, muss wieder das Handy in die Hand nehmen und dort ein neues Album auswählen.

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