Stiftung Warentest Apple Watch ist ein "teures Spielzeug"

Die Stiftung Warentest hat die Apple Watch auf Funktionen wie Akkulaufzeit, Sprachqualität und Navigationsfähigkeit überprüft. Das Urteil: ein nettes, aber teures Spielzeug.

Wie die meisten anderen Smartwatches funktioniert auch Apples Armbanduhr nicht komplett eigenständig. Quelle: AP

Die Apple Watch sei zwar ein "nettes Spielzeug für Technikfans", für die "breite Masse" hingegen jedoch teuer und ohne iPhone nahezu unbrauchbar, lautet das Fazit der Stiftung Warentest. Die Verbraucherorganisation hatte in einem Schnelltest das Standard-Modell der Apple Watch und die günstigste Variante Watch Sport jeweils mit 38- und 42-Millimeter-Display untersucht.

Die Stiftung kritisiert zunächst den hohen Preis der Apple Watch: 400 Euro zahlen Verbraucher für das günstigste Modell, ganze 18.000 Euro hingegen für die teuerste Variante mit einem Gehäuse aus 18-karätigem Gold plus Lederarmband. Die Technik, so die Stiftung Warentest, sei hingegen bei allen Modellen dieselbe.

Auch das Bedienen der Computeruhr stellt sich nicht ganz so leicht dar: Die Nutzer der Apple Watch können zwar zwischen aufwändig animierten Ansichten auf dem Display wählen, müssen den Monitor jedoch unterschiedlich stark berühren. Wer den "Force Touch", also den starken Druck auf das Display, nicht kennt, dürfte schnell irritiert sein, so das Urteil der Tester.

So sieht Apples erste Smartwatch aus
Die Apple-Jünger in Japan können sich freuen: sie konnten am Freitag als erste die neue Smartwatch ausprobieren, hier in einem Apple Store in Tokio. Mitnehmen durften sie die Uhr aber noch nicht, weil der offizielle Verkaufsstart erst am 24. April beginnt. Quelle: dpa
Die Uhren können bislang nur vorbestellt werden. Im Online-Store von Apple ging es am Freitag hoch her. Dort waren nach wenigen Minuten nur noch einige Modelle zum eigentlichen Verkaufsstart in zwei Wochen verfügbar. Quelle: AP
Kunden, die sich am Vormittag einloggten, wurden für sämtliche 38 Apple-Watch-Modelle auf ein Lieferdatum „in 4 bis 6 Wochen“ oder auf den Juni vertröstet. Ein Blick auf die Varianten der Apple Watch: Quelle: AP
Drei VariantenMit gleich drei Modellen seiner Smartwatch geht Apple an den Start: Fitnessvariante, Standardmodell und Luxusausführung (von links nach rechts) kommen offiziell ab dem 24. April in den Verkauf. Quelle: dpa
Zwei GrößenAlle Modelle sind in zwei Größen erhältlich: Die kleine Version ist 38 Millimeter hoch, die große ist 4 Millimeter höher. Das Innere der Uhr wird durch kratzfestes Saphirglas geschützt. Quelle: PR
StandardmodellSo sieht das Standardmodell der Apple Watch aus poliertem Edelstahl aus. Das Gehäuse der Uhr ist mit verschiedenen Leder-, Stahl- und Plastikarmbändern kombinierbar. Hier ist die Variante mit weißem Sportband zu sehen. Quelle: dpa
Clip-Armband oder Edel-SchnalleDas Design der Armbänder reicht von einfach bis ausgefallen: Hier der sogenannte „Milanese Loop“. Das Armband aus Edelstahlgewebe wird mit einem Magnetclip verschlossen und ist so beliebig verstellbar. Quelle: PR
SportmodellDas Gehäuse des Sportmodells wird wahlweise aus hellem oder dunklem Aluminium hergestellt. Das Elaste-Armband ist nicht austauschbar, aber in fünf verschiedenen Farben erhältlich. Quelle: PR
LuxusmodellGold, 18 Karat: Mit der Edelvariante „Apple Watch Edition“ möchte Apple auch ins Luxussegment vorstoßen. Der Preis ist mit 11.000 Euro mehr als happig. Quelle: REUTERS
LuxusmodellÄhnlich wie das Standardmodell ist die Luxusausführung mit verschiedenen Leder- und Plastikbändern kombinierbar. Das Gehäuse gibt es – wie hier zu sehen – auch aus Rosé-Gold gefertigt. Quelle: PR

Die Apple Watch schalte sich außerdem zu schnell ins Standby: Die Uhrzeit sei nur sechs Sekunden lang zu sehen, dann werde das Display schwarz. Diese Funktion hat Apple absichtlich eingebaut, um Energie zu sparen. Denn die Akkulaufzeit der Uhr gilt schon lange als Minuspunkt: Im Schnelltest hält der Akku der kleineren Apple Watch nur 18 Stunden durch, der der größeren rund 19 Stunden – die der beiden Sport-Modelle laufen jeweils eine Stunde weniger. Ganze zwei Stunden dauert es übrigens, bis der Akku der Uhr wieder vollständig aufgeladen ist.

Wie die meisten anderen Smartwatches funktioniert auch Apples Uhr nicht eigenständig. Neben GPS fehlt der Armbanduhr vor allem die eigene Mobilfunkanbindung und ist deshalb via Bluetooth an eines der neueren iPhone-Modelle gekoppelt. Mit anderen Smartphones ist die Apple Watch nicht kompatibel.

Auch das Telefonieren mit der Uhr ist laut Warentest-Ergebnissen eher gewöhnungsbedürftig. Insbesondere die Sprachqualität wird von den Testern kritisiert: Das Gesprochene klinge teilweise dumpf, gelegentlich erklingen Echos. Mails und Kurznachrichten gehen zwar zuverlässig ein, lassen sich jedoch nicht auf der Armbanduhr selber beantworten.

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Das "Blindnavigieren", womit Apple wirbt, funktioniert auch nur mäßig: Das Rechts- und Linksabbiegen signalisiert die Uhr zwar durch unterschiedlich viele Vibrationssignale sowie hohe oder tiefe Töne, doch häufig ertönen die Signale zu früh. Der Nutzer kann sich also nicht ganz "blind" verlassen, sondern muss immer wieder auf das Handgelenk schauen.

Doch die Stiftung Warentest lobt auch einige Funktionen der Uhr: So sind alle getesteten Uhren wasserfest und kratzfester als beispielsweise Smartphones. Auch die Schritte des Nutzers misst die Apple Watch präzise, ebenso wie den Puls. Die Herzfrequenz wird fast so exakt wie bei einem EKG aufgezeichnet.

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