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Studie Internet-Fernseher werden gekauft, aber kaum genutzt

Viele Deutsche haben ein Smart-TV im Wohnzimmer. Doch was das Gerät alles drauf hat, weiß kaum jemand. Über das Paradox.

Die neuen Web-Fernseher
Philips 42PFL6907K Quelle: Presse
LG 42LM670S Quelle: Presse
Samsung UE40 ES8090 Quelle: Presse
Panasonic TX-P50 VT50E Quelle: Presse
Loewe Connect ID 40 Quelle: Presse
Sony KDL-40 HX855 Quelle: Presse

Der Zeiten des Röhren-Fernsehers sind vorbei. Inzwischen steht in nahezu jedem deutschen Haushalt ein TV-Gerät mit Fachbildschirm. Rund 84 Prozent der Haushalte geben in einer aktuellen repräsentativen Studie an, einen Flat-TV zu besitzen. In Auftrag gegeben hat die Befragung der gfu – Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Erhoben wurden die Zahlen bereits im November. Im Frühjahr lag der Wert noch bei 77 Prozent.

Das bedeutet, dass trotz eines verhaltenen Fernsehgeräteabsatzes in den ersten Quartalen des Jahres im TV-Markt Bewegung ist – vor allem in Bezug auf die technische Ausstattung des TV-Gerätes. So werden die Bilddiagonalen immer größer. Ein Drittel (33 Prozent) der Befragten im Frühjahr gab an, ein Gerät mit einer Diagonale von 42 Zoll (106 Zentimeter) oder mehr zu besitzen. Inzwischen sind es 37 Prozent.

Jeder zweite verkaufte Fernseher ist smart

Außerdem sind mehr als die Hälfte der in Deutschland verkauften TV-Geräte ein Smart-TV, bei dem Dienste oder Inhalte aus dem Internet abgerufen werden können. Umsatzmäßig machen Fernseher mit smarten Funktionen sogar rund drei Viertel des TV-Geschäftes aus. So steht laut der aktuellen gfu Umfrage inzwischen in einem knappen Drittel der deutschen Haushalte ein Smart-TV. Smarte Produkte etablieren sich also zunehmend.

Doch dass bedeutet noch lange nicht, dass die Fernseher auch genutzt werden. 17 Prozent der Befragten gaben an, nicht einmal zu wissen, ob sie einen Smart-TV oder ein Gerät ohne smarte Funktionen besitzen.

Und selbst wer ein entsprechendes Gerät besitzt, nutzt die Funktionen noch lange nicht aus. Von den Smart-TV-Besitzern sagen rund 41 Prozent, dass ihr Gerät nicht mit dem Internet verbunden ist.

Diese Entscheidung wird von der Mehrzahl der Nutzer sehr bewusst getroffen: Rund 62 Prozent der Nicht-Anschließer sagen laut Studie, dass Sie keine Internetdienste auf dem TV wünschen. Einen zu komplizierten Anschluss geben 16 Prozent an, Sicherheitsbedenken haben zehn Prozent, rund sechs Prozent haben keinen oder keinen ausreichend schnellen Internetzugang.

Die Ablehnung der Internet-Funktionen auf dem TV-Gerät steigt erwartungsgemäß mit dem Alter an: Bei der Altersgruppe der über 60-jährigen Besitzer eines Smart-TVs ohne Internetanschluss wollen fast 84 Prozent das Internet nicht auf dem TV-Gerät nutzen, bei den unter 40-Jährigen sind es lediglich 55 Prozent. Der Trend ist also steigend.

 

Internet-Videos und Mediatheken liegen vorn

So schauen Sie Fernsehen im Netz
UltravioletAus Hollywood kommt eine neue On-Demand-Plattform. Die dort ansässigen Studios wollen im zweiten Halbjahr mit dem digitalen Service Ultraviolet starten. Von großen Handelsunternehmen habe man bereits ein positives Feedback bekommen. Voraussichtlich im September soll die Homepage dann mit dem kompletten Online-Angebot auch in Deutschland und Frankreich verfügbar sein. Anmelden können Nutzer sich bereit. Bereits seit Oktober 2011 ist die Seite zum Videodownload in den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland erhältlich. Bisher sind 12,5 Millionen Haushalte registriert. Quelle: Screenshot
Maxdomemaxdome ist das Filmportal der ProSiebenSat.1 Media AG und ist schon seit längerem, nämlich 2006, im Video-On-Demand-Geschäft tätig. Ähnlich zu iTunes können Filme auch einzeln, ohne Abo ausgeliehen oder gekauft werden. Daneben existieren einige Flatrate Preismodelle. Nach eigenen Angaben stehen maxdome über 45.000 Videos aus verschiedenen Kategorien zur Verfügung, viele davon Eigenproduktionen von Pro7 und Sat1. Quelle: Screenshot
LOVEFiLMAmazons Tochterunternehmen LOVEFiLM ist ein Online-Videoverleih, als auch Video-On-Demand-Plattform. So verschickt die Internet-Videothek leihweise DVDs und Blu-rays per Post und ist gleichzeitig als Video-On-Demand-Angebot nutzbar. Mittlerweile hat das Unternehmen nach eigenen Angaben über 12.000 VOD-Titel und ist damit gleichauf mit Watchever. Quelle: Screenshot
WatcheverWatchever bietet mit dem Erwerb einer Flatrate die Möglichkeit, auf Smart TVs, Notebooks, Tablets, Smartphones und Spielekonsolen Filme oder Serien zu schauen. Über Facebook können die eigenen Bemerkungen zu den gesehenen Inhalten mit Freunden geteilt werden. Durch die Bewertung der Filme werden dem Nutzer passende, personalisierte Filmempfehlungen präsentiert. Quelle: Presse
MyVideoMyVideo ist ein Videoportal, das genau wie youtube in erster Linie auf nutzergeneriertem Content aufbaut. Neben selbstgedrehten Videoclips bietet MyVideo vor allem professionelle Inhalte an. So haben die Nutzer Zugriff auf über 3,8 Millionen Musikvideos, exklusive Web-TV-Produktionen, Serien oder Kinofilme. Quelle: Screenshot
iTunesLängst ist Apples iTunes nicht mehr nur auf Musik und Apps beschränkt. Apples iTunes-Videothek hebt sich in vielfacher Hinsicht von der Video-On-Demand-Konkurrenz ab. So bietet der IT-Gigant mit über 13.000 Filmen und Serien zwar die größte Auswahl, ein Abomodell sucht man hier allerdings vergeblich. Einzelne Inhalte müssen also stets geliehen oder gekauft werden, wobei der Anspruch auf geliehene Filme nach drei Tagen verloren geht. Apple punktet auch bei der Tonqualität, indem fast jeder Film in Dolby Digital 5.1 daherkommt. Quelle: Screenshot
EntertainDas Entertain-Angebot der Telekom bietet individuelles Fernsehen. Durch die Aufnahmefunktion wird das TV-Programm aufgezeichnet und über das Handy oder den PC organisiert. Das Video on Demand-Programm bietet eine Auswahl aus über 19.000 Film-, TV- und Serien-Highlights. Quelle: Presse

Bei der Internetfähigkeit als Kriterium bei der Neuanschaffung eines TV-Gerätes zeigt sich Deutschland gespalten: 41 Prozent der Befragten sehen den Zugang zu Online-Diensten als wichtiges Kriterium, 36 Prozent betrachten dies als unwichtig und 23 Prozent sind eher unentschieden.

Deutlich stärker zu Gunsten eines Smart-TVs fallen die Zahlen bei den Befragten mit einer konkreten TV-Kaufabsicht aus. Hier wird die Smart-Funktion bei 56 Prozent als wichtig oder sehr wichtig angesehen. Nur 21 Prozent finden, dass smarte Dienste für sie eher unwichtig sind.

Wer Online ist, nutzt das Gerät

Ist der smarte Fernseher jedoch mit dem Netz verbunden, werden die Funktionen in der Regel auch genutzt: 49 Prozent nutzen die Dienste oft oder sehr oft, 24 Prozent gelegentlich, nie genutzt wird Smart-TV nur von sechs Prozent.

Spitzenreiter bei der Nutzung sind fernsehtypische-Anwendungen. Beispielsweise YouTube-Videos im Großformat schauen sich knapp 38 Prozent an, die Mediatheken der Sender werden von 34 Prozent genutzt. Fotos aus digitalen Fotoalben betrachten 28 Prozent auf dem TV-Bildschirm. Bei 20 Prozent häufiger oder sehr häufiger Nutzung liegen die meist kostenpflichtigen Video-On-Demand-Angebote und der Abruf zusätzlicher Infos per HbbTV.

Knapp 40 Prozent der Smart-TV-Nutzer geben an, dass sich durch den Smart-TV ihr Fernsehverhalten geändert hat, weil sie häufiger Sendungen nicht dann ansehen, wenn sie ausgestrahlt werden, sondern über Mediatheken beliebig abrufen. Soziale Medien wie Facebook und Twitter liegen bei 14 Prozent, Videotelefonie per Skype bei 13 Prozent.

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Noch viel Unwissenheit

Über die grundsätzlichen Möglichkeiten, die ein Smart-TV bietet, wissen die Deutschen in unterschiedlichem Umfang Bescheid. Von den Mediatheken der Sender, die es ermöglichen, Sendungen zeitunabhängig von der ursprünglichen Ausstrahlung anzuschauen, wissen 68 Prozent. Auch die Video-On-Demand-Dienste Punkten mit 67 Prozent in fast gleicher Höhe. 63 Prozent geben an zu wissen, dass auf dem Smartphone gespeicherte Fotos bequem auf dem TV betrachtet werden können.

Von YouTube auf dem Smart-TV wissen 56 Prozent und dass man Facebook und Twitter auf dem smarten Fernseher abrufen kann, ist bei 53 Prozent bekannt. Dass per Smart-TV auch Skype-Videotelefonie möglich ist, weiß mit 45 Prozent nur eine Minderheit der Befragten.

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